Österreich: Das Thema Medizinalhanf darf nicht tabuisiert werden

Autor: Alexandra Latour

Veröffentlicht am: 10. November 2017

Geändert am: 18. November 2017

Vor kurzem wurden in Österreich die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung zu Wissen und Einstellung der Bevölkerung zum Thema „Einsatz von Cannabis zu medizinischen Zwecken“ veröffentlicht. Kurzfazit: Die Legalisierung von Medizinalhanf fand breite Zustimmung.

Vor kurzem wurden in Österreich die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung zu Wissen und Einstellung der Bevölkerung zum Thema „Einsatz von Cannabis zu medizinischen Zwecken“ veröffentlicht. Kurzfazit: Die Legalisierung von Medizinalhanf fand breite Zustimmung.

Stichprobengröße bei der Befragung waren 1000 Teilnehmer innerhalb der Bevölkerung von Österreich ab 16 Jahren. Der Großteil der Befragten bejahte die Legalisierung von medizinischem Cannabis, wenn die Verschreibung und Abgabe in das Gesundheitssystem eingebunden wäre.

Der Gesundheitssprecher der liberalen Partei NEOS Gerald Loacker erklärte zu den Ergebnissen der Befragung in einer Pressemitteilung folgendes:

„Die Wissenschaft und die Bevölkerung sind heute bedeutend weiter als die Politik. Es ist an der Zeit, dass das Gesundheitsministerium hier nachzieht und wissenschaftlich sinnvolle Behandlungen endlich zulässt.“

Weiter führte Loacker aus, dass er das weitere Aufschieben der politischen Diskussion über Medizinalhanf für wenig hilfreich halte.

„Dort, wo eine Behandlung mit Medizinalhanf sinnvoll ist, muss auch klar sein, dass diese als medizinische Leistung von den Krankenkassen angemessen vergütet gehört. Es ergibt keinen Sinn, den Patienten wirksame Therapieformen vorzuenthalten,“ so Loacker.

Jedoch erwähnte der Gesundheitssprecher auch, dass zweifelsohne Risiken bestehen würden, die abzuwägen sind, denn nicht alle Patienten würden auf eine Therapie mit Cannabinoiden gut ansprechen.

„Es muss daher auch klar sein, dass Medizinalhanf nicht anders als andere chemisch hergestellte Arzneimittel behandelt werden darf, mit denen ebenso behutsam und verantwortungsvoll umgegangen werden muss,“ stellt Loacker klar.

Außerdem brauche es eine angemessene Ausbildung von Ärzten zum Thema Medizinalhanf, um diesen die Unsicherheiten im Umgang mit medizinischem Cannabis zu nehmen.

„Bei diesem Thema gilt insgesamt: Seriös bleiben, vorliegende Forschung und Studien nutzen, damit auf Basis von Faktenwissen eine politische Entscheidung für die Verwendung von Cannabis zu medizinischen Zwecken getroffen wird“, fasst der Gesundheitssprecher Loacker zusammen.

Quelle:

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170926_OTS0123/neos-zu-medizinalhanf-faktenwissen-nutzen-und-thema-nicht-weiter-tabuisieren

 

 

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