Bauern in Polen profitieren nicht vom Medizinalhanf-Boom

Autor: Claudia Wiegand

Veröffentlicht am: 26. Juli 2017

Geändert am: 24. September 2017

Auch Polen zieht eine Legalisierung von medizinischem Cannabis in Betracht – allerdings mit harschen Einschränkungen. Zwar soll Cannabis als Schmerzmittel verschreibungspflichtig in Apotheken zukünftig erhältlich sein, jedoch bleiben polnische Bauern beim Gesetzesentwurf außen vor. Der Anbau der Hanfpflanzen im Inland soll nämlich nicht legalisiert werden. Dies resultiert in teuren Importen, die auf wenig Verständnis stoßen.

Keine Vorteile für polnische Bauern

Nach Deutschland bereitet sich auch Polen auf eine Legalisierung von verschreibungspflichtigem Medizinalhanf vor. Allerdings werden polnische Bauern bei einer Gesetzesänderung voraussichtlich außen vor bleiben.

Der Grund dafür liegt in einem Gesetzesentwurf des Warschauer Gesundheitsministeriums, der derzeit im Parlament die letzten Hürden nimmt. Demnach soll Cannabis als Schmerzmittel zwar zugelassen werden, nicht jedoch der Anbau von Hanfpflanzen im Inland.

Uneinigkeit im Parlament

Für teure Importe zeigten mehrere Parlamentarier bei einer ersten Debatte zum Thema kein Verständnis. Bogdan Borusewicz von der liberal-konservativen Bürgerplattform warf ein, dass der polnische Staat bei einem inländischen Anbau ja auch die direkte Kontrolle über Anbaubedingungen und -kontrollen habe, ganz abgesehen von der Preisersparnis.

Der stellvertretende Gesundheitsminister Zbigniew Król jedoch verteidigte den von seiner Regierung vorgelegten Gesetzesentwurf vor allem mit dem Argument, dass der Bedarf an medizinischem Cannabis seiner Ansicht nach noch gar nicht eingeschätzt werden könne und so der Anbau von Hanf – angeblich – schwer zu koordinieren sei.

Quelle: Raiffeisen.com