Deutsche Studie belegt erstmals: Cannabis verjüngt das Gehirn

Autor: Sandrina Kömm-Benson

Veröffentlicht am: 3. Juli 2017

Geändert am: 21. Oktober 2017

Wissenschaftler der Universität Bonn fanden unter Mithilfe der Hebrew University heraus, dass medizinisches Cannabis Alterungsprozesse im Gehirn positiv beeinflussen kann. Somit kann Cannabis schon bald als Mittel gegen Demenz in Betracht gezogen werden. Auch die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Svenja Schulze zeigt sich begeistert, wenngleich der Weg von Tierversuchen bis zur Anwendung beim Menschen noch einige Zeit dauern wird. Erste Tests beim Menschen sind in Planung.

Cannabis kehrt den Alterungsprozess um

Mit zunehmendem Alter nimmt die Gedächtnisleistung ab. Cannabis kann diese Alterungsprozesse im Gehirn umkehren. Das zeigen Wissenschaftler der Universität Bonn mit ihren Kollegen der Hebrew University (Israel) an Mäusen. Alte Tiere konnten durch eine längere niedrig dosierte Behandlung mit einem Cannabis-Wirkstoff in den Zustand von zwei Monate jungen Mäusen zurückversetzt werden. Dies eröffnet zum Beispiel für die Behandlung von Demenzerkrankungen neue Optionen. Die Ergebnisse werden nun im Fachjournal „Nature Medicine“ vorgestellt. Diese neue Studie macht Hoffnung darauf, dass sich die negativen Alterungsprozesse dank Cannabis effektiv umkehren lassen.

Wirtschaftsministerin Schulze spricht für die Cannabis-Forschung

Die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Svenja Schulze zeigte sich von der Studie begeistert: „Die Förderung erkenntnisgeleiteter Forschung ist unersetzlich, denn sie ist der Nährboden für alle Fragen in der Anwendung. Von der Maus zum Menschen ist es zwar ein weiter Weg, doch stimmt mich die Aussicht darauf, dass THC etwa zur Behandlung von Demenz eingesetzt werden könnte, außerordentlich positiv.“ Den Versuchen vorausgegangen waren jahrelange, akribische Forschungen. Als nächstes geplant ist eine klinische Studie am Menschen.

Quelle: Uni Bonn