Nur wenige Verordnungen von medizinischem Cannabis in Sachsen

Autor: Linn Baumgardt

Veröffentlicht am: 18. Juli 2017

Geändert am: 20. Oktober 2017

Aufgrund von vielen ungeklärten Fragen der Cannabis-Therapie verschreiben vor allem in Sachsen Ärzte Cannabis bislang nur im einstelligen Bereich. Cannabis Patienten profitieren daher nicht von dem Gesetz im März 2017, weil die Therapie dort nicht eingesetzt wird. Unklarheiten bestehen bei der Entscheidung für Cannabis oder etwaige Alternativen. Auch die Entscheidung der Darreichungsform von Cannabis sorgt für geteilte Meinungen.

Unzufriedene Patienten in Sachsen

Während allerorts die Freigabe von medizinischem Cannabis im März als Durchbruch gefeiert wird, profitieren Patienten in Sachsen davon bisher noch nicht. Wie der MDR berichtet, wird die Cannabis-Therapie von sächsischen Ärzten bisher kaum eingesetzt. So bestätigte der Vizepräsident der Sächsischen Apothekerkammer, Göran Donner, dem MDR Sachsen: „Die Anwendung liegt in Sachsen weit unter dem Bundesdurchschnitt.“ Laut Donner befinde sich die Zahl sogar im „einstelligen Bereich“. Bundesweit verordneten Ärzte im Gegensatz dazu allein schon im März auf 488 Rezepten insgesamt 564 Cannabis-Zubereitungen oder Cannabisblüten in Rezepturen.

Gesetzgeber lässt Fragen bei Patienten und Ärzten offen

Die Gründe dafür liegen in vielen ungeklärten Fragen, die vom Gesetzgeber offen gelassen wurden. Dazu zählt auch, welche Diagnose einer Verschreibung überhaupt zugrunde liegen sollte. Mediziner sind sich außerdem darüber uneinig, ob vor einer Verschreibung von Cannabis-Wirkstoffen alle anderen Behandlungsmethoden ausgeschöpft sein sollten. Nicht zuletzt herrscht Unklarheit darüber, wieviel und in welcher Form medizinisches Cannabis verordnet werden sollte. Bis diese Fragen geklärt sind, müssen Schwerkranke in Sachsen weiter auf ihre Cannabis-Rezepte warten.

Quelle: MDR