Wissenschaftler veröffentlichen Rückschau auf Studien zum Einsatz von Medizinalhanf bei Kindern

Autor: Alexandra Latour

Veröffentlicht am: 7. November 2017

Geändert am: 18. November 2017

Bisher spricht die aktuelle Datenlage für den Einsatz von medizinischem Cannabis bei Kindern bei maximal zwei Indikationen (Epilepsie und Chemotherapie-induzierte Übelkeit/Erbrechen). Das geht aus einer Review hervor, die im Fachjournal „Pediatrics“ veröffentlicht wurde. Laut den Autoren müssen jedoch der Nutzen gegenüber den Risiken vor allem bei Kindern und Jugendlichen sorgfältig abgewogen werden.

Bisher spricht die aktuelle Datenlage für den Einsatz von medizinischem Cannabis bei Kindern bei maximal zwei Indikationen (Epilepsie und Chemotherapie-induzierte Übelkeit/Erbrechen). Das geht aus einer Review hervor, die im Fachjournal „Pediatrics“ veröffentlicht wurde. Laut den Autoren müssen jedoch der Nutzen gegenüber den Risiken vor allem bei Kindern und Jugendlichen sorgfältig abgewogen werden.

Shane Shucheng Wong und das wissenschaftliche Team vom General Hospital Massachusetts (Psychiatrische Abteilung) sichteten die Literatur zum Einsatz von Medizinalhanf bei Kindern und Jugendlichen. Den Einschlusskriterien entsprachen 21 Veröffentlichungen mit 795 Probanden.

Dennoch sei bei vielen diesen Studien der Evidenzgrad als niedrig einzustufen. Randomisiert kontrolliert waren lediglich fünf Studien. Bei den anderen Studien handelt es sich um Fallserien- und -berichte, Open-Label-Studien oder Elternberichte.

In sechs Studien wurde die Wirksamkeit von Medizinalhanf bei Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen untersucht. Vier von diesen Studien waren randomisiert kontrolliert und nach Angaben der Wissenschaftler war die Behandlung mit medizinischem Cannabis der Behandlung mit antiemetischen Medikamenten überlegen. Weitere elf Studien beschäftigen sich mit dem Einsatz von Medizinalhanf bei Epilepsie. Hier kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die Anfallshäufigkeit reduziert werden konnte.

Bei zwei weiteren Untersuchungen zum Einsatz von medizinischem Cannabis bei Spastiken und drei Fallberichten bei neuropathischen Schmerzen, Tourette-Syndrom und Posttraumatischer Belastungsstörung fehlten entweder Kontrollgruppen oder die Studien waren nicht verblindet. Außerdem war die Zusammensetzung der Cannabinoide als auch die Dosierung zu heterogen.

Laut Wong habe man aktuell keine gute Evidenz, dass medizinisches Cannabis Kindern und Jugendlichen für andere Krankheiten wie Epilepsie oder Chemotherapie-induzierte Übelkeit/Erbrechen helfen könnte. Leafly.de berichtete.

In Deutschland ist seit langem das Medikament Dronabinol bei Kindern und Jugendlichen im Einsatz, die palliativ in Hospizen damit behandelt werden. Es ist an der Zeit, dass hier Studien gemacht werden, die die Wirksamkeit zumindest in diesem Bereich bestätigen.

 

Quelle:

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=72365

 

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