Nutzhanf: Hamburgs erste Hanfplantage

Am südlichen Stadtrand von Hamburg baut ein Landwirt Nutzhanf an. Daraus soll Hanföl mit dem Inhaltsstoff CBD gewonnen werden. Geerntet wird Ende des Sommers. Wenn der Anbau erfolgreich sein sollte, könnte der Hamburger Süden zum größten Hanfanbaugebiet in Deutschland werden.

Nutzhanf: Hamburgs erste Hanfplantage

Landwirt Jan Heißmann hat in diesem Frühjahr auf seinem Acker in Rönneburg, einem Hamburger Stadtteil im Bezirk Harburg, Nutzhanf gesät. Die Ernte ist für Ende August bis Anfang September geplant. Die Plantage ist das erste legale Hanffeld in Hamburg. Das berichtet das Hamburger Abendblatt.

„Hanf ist eine gute Alternative für jeden Landwirt“

Der Landwirt betreibt die Hanfplantage zusammen mit einem Geschäftspartner. Der Wasserskianlagenbetreiber Siegfried Weckler ist Geschäftsmann und der kreative Kopf, der Landwirt dagegen erfüllt mit seinen Anbauflächen die gesetzlichen Voraussetzungen für den Anbau des Nutzhanfs, der kein THC enthalten darf.

Für Jan Heißmann ist Nutzhanf die Pflanze der Zukunft:

„So bitter es ist, aber mit Lebensmitteln, also Weizen, Hafer oder Ähnlichem, kann man als Landwirt heute kein Geld mehr verdienen“, erzählt Heißmann. „Hanf ist eine gute Alternative für jeden Landwirt, der von gewinnbringenden Ertragszweigen, wie der Massentierhaltung wegwill und eine Pflanze zum Anbau sucht, durch die er seine Familie ernähren kann.“

Nutzhanf: eine genügsame Pflanze

Heißmann hat seine Hanfpflanzen im Frühjahr ausgesät. Der Anbau musste aber zunächst bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gemeldet werden. Wenn die Pflanzen blühen, erfolgt eine Kontrolle. Dann wird überprüft, ob tatsächlich die zugelassene Sorte ohne THC angebaut wurde.

Der frisch gebackene Hanfbauer freut sich darüber, dass Nutzhanf so eine genügsame Pflanze ist:

„Der Anbau ist vollkommen biologisch. Die Pflanze hält einfach viel aus, ist resistent gegen die meisten Krankheiten und hinterlässt einen Boden, der nicht ausgelaugt ist.“

Die Ernte beginnt am Ende des Sommers. Die Pflanzen auf dem drei Hektar großen Feld will Heißmann händisch ernten. Es gibt zwar Spezialgeräte für die Ernte, die sind dem Landwirt aber zu teuer.

Die gesamte Pflanze wird verarbeitet

Hanföl ist inzwischen sehr beliebt. Es kommt als reines Öl zum Einsatz, wird aber auch in Kosmetik oder anderen Produkten weiterverarbeitet. Der Rest der Pflanzen wird nach der Ernte gemäht, dann getrocknet und zu Pellets verarbeitet. Diese sollen als Tierergänzungsfutter dienen.

Nutzhanf könnte auf 150 Hektar wachsen

Der Geschäftsmann Weckler erzählt, dass der Hanfacker ein „Versuchsfeld“ sei. „Wir wollen sehen, wie und ob der Anbau funktioniert.“ Bisher sind die beiden Partner sehr zufrieden mit ihrem „Versuch“. „Unsere Erwartungen sind übertroffen.“

Landwirt Heißmann geht davon aus, dass die Nachfrage nach Hanfprodukten in den nächsten Jahren weiter wachsen wird. Bei Bedarf kann die Plantage auch noch vergrößert werden. Dem Hanfbauern stehen knapp 150 Hektar zur Verfügung. Mit dieser Fläche könnte der Hamburger Süden zum größten Anbaugebiet von Nutzhanf in Deutschland werden.

Regierung sieht Nutzhanf als Nischenprodukt

Wie Leafly.de kürzlich berichtete, plant die Bundesregierung keine Erleichterungen für den Anbau von Nutzhanf. Bereits jetzt könne THC-armer Hanf als Agrarpflanze eingesetzt werden. Die Bundesregierung sieht das Potenzial der Pflanze eher kritischer: „Bislang sind die Produktionskosten für Nutzhanf in Deutschland höher als die Kosten für vergleichbare Agrarrohstoffe, die mit Hanf im Wettbewerb stehen.“

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