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Opioidkonsum und Cannabis: Analyse von Studien

Leafly: Alexandra Latour Autor:
Alexandra Latour

Die AMERICAN SOCIETY OF ANESTHESIOLOGISTS (ASA) in Florida hat jetzt eine Studie vorgestellt, in der es um die Frage ging, ob Medizinalcannabis den Opioidkonsum reduzieren kann.

Opioidkonsum und Cannabis: Analyse von Studien

Die Analyse konzentrierte sich insgesamt auf sieben Studien. Fünf der Studien kamen zu dem Schluss, dass medizinisches Cannabis mit Vorteilen verbunden sein kann, wenn es um die Reduzierung des Opioidkonsums geht.

„Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Medizinalcannabis einen gewissen Nutzen bei der Eindämmung des Missbrauchs von Opioiden haben kann. Die Studien waren jedoch keine randomisierten kontrollierten Studien, in denen Cannabis mit einem Placebo verglichen wurde. Genau das ist es, was wir brauchen, um einen echten Nutzen zu ermitteln.“ Das erklärte Mario Moric, Hauptautor der Studie vom Rush University Medical Center in Chicago.

Weiter führte Moric aus, dass noch andere Aspekte zu berücksichtigen sind. Darunter auch Nebenwirkungen und die Tatsache, dass Cannabisprodukte häufig nicht reguliert seien.

Langzeitwirkungen von medizinischem Cannabis sind unbekannt

Dr. Asokumar Buvanendran, Mitautor der Studie, Vorsitzender des Ausschusses für Schmerzmedizin der ASA und stellvertretender Forschungsleiter an der Rush University erklärte, dass die Langzeitwirkungen von medizinischem Cannabis noch nicht bekannt seien. Erste klinische Erkenntnisse würden jedoch darauf hindeuten, dass Cannabis schädliche Auswirkungen auf das Gehirn haben könnten.

Die Forscher stellten fest, dass die Wirkung der kombinierten Studien 0,69 betrug. Das bedeutet, dass der Nutzen von Medizinalcannabis insgesamt schwach bis mäßig, aber signifikant war. Dabei ist ein Wert über 0 als positiv und unter 0 als negativ anzusehen. Der Wert 1 oder höher zeigt einen starken Effekt.

Opioidkonsum: Reduzierung mithilfe von Medizinalcannabis

Die verschiedenen Ergebnisse aus den fünf Studien, die einen positiven Nutzen zeigten, umfassten eine 29-prozentige Verringerung der Opioidüberdosierung bei Patienten, die Medizinalcannabis verwendeten. Eine 44- bis 64-prozentige Verringerung des Opioidkonsums zeigte sich bei Patienten mit chronischen Schmerzen.

Die beiden anderen Studien ergaben insgesamt keine Hinweise auf einen verminderten Opioidkonsum. Eine dieser Studien ergab, dass die Schmerzen bei einer kleinen Gruppe von Cannabispatienten, die unter mehreren Krankheiten litten, zunahmen.

Die Forscher stellen fest, dass die Ergebnisse dieser neuen systematischen Überprüfung möglicherweise verzerrt sind. Denn Studien mit positiven Befunden werden eher veröffentlicht  als Studien mit negativen Ergebnissen.

Kurzfristige Gabe von Opioiden

Weiter heißt es, dass die kurzfristige Einnahme von Opioiden nützlich sein kann, um Schmerzen zu lindern, wenn sie sicher gehandhabt werden und die Risiken minimiert werden. Eine längere Anwendung sei jedoch im Verhältnis von Risiko zu Nutzen abzuwägen.

Mehr als 11 Millionen Amerikaner missbrauchen Opioide, mehr als 2 Millionen leiden an einer Opioidmissbrauchsstörung und schätzungsweise 130 Menschen sterben täglich an einer Opioidüberdosis. Außerdem leiden mehr als 20 Prozent der Amerikaner unter chronischen Schmerzen.

„Während wir auf eine bessere Erforschung von Cannabis warten, können Schmerzspezialisten wie Anästhesisten viele nicht-opioide Medikamente und andere Alternativen zur Behandlung chronischer Schmerzen, führte Dr. Buvanendran aus.

Die ASA unterstützt strengere Studien zu Medizinalcannabis und hat kürzlich zwei Gesetzesvorlagen gebilligt.

Opioide und Medizinalcannabis: Hier erfahren Sie mehr.

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