Oregon sitzt auf ungenutztem Cannabis fest

Der US-Bundesstaat Oregon hat ein ernsthaftes Problem. Denn hier gibt es aktuelle eine Überproduktion von Cannabis. Der zwischenstaatliche Export ist nicht erlaubt, also wohin mit dem ungenutzten Cannabis?

Oregon sitzt auf ungenutztem Cannabis fest

Hierzulande beklagen Apotheken Lieferengpässe bei Medizinalcannabis – in Oregon gibt es hingegen eine Überproduktion. Berichten zufolge gibt es aktuell 450 000 Kilogramm ungenutztes Cannabis in dem nordamerikanischen US-Bundesstaat.

Unternehmen in Oregon produzieren laut einem Medienbericht zu viel Cannabis, das sie nicht mehr verkaufen können.

„Wir haben hier ein Marktzugangsproblem, und es ist ein politisches Problem“, erklärte Adam Smith, Gründer und Direktor der Craft Cannabis Alliance.

Nun könnte eine Lösung so aussehen, dass die in Oregon ansässigen Unternehmen einfach weniger Cannabis produzieren. Allerdings würde das für die Landwirte bedeuten, dass sie ihre Lebensgrundlage verlieren.

Oregon hat zu viele Cannabis-Lizenzen erteilt

Im Bericht heißt es weiter, dass Oregon im vergangenen Jahr zahlreiche neue Cannabis-Lizenzen ausgestellt hat. Die zuständigen Behörden könnten die vielen angestauten Anträge gar nicht mehr bearbeiten.

Bereits im Jahr 2016 hat Oregon Cannabis für Genusszwecke legalisiert und lud die Landwirte ein, sich eine Cannabis-Lizenz zu beschaffen. Aufgrund dieser niedrigen Eintrittsbarriere kam es zu einer Steigerung der Cannabis-Produktion. Gleichzeitig bedeutet der legale Cannabisanbau aber auch, dass die sehr lukrative Exportindustrie darunter leidet. Adam Smith führte hierzu weiter aus, dass der Cannabismarkt, der auf den Export ausgelegt war, nach der Legalisierung zahlreiche Produzenten auf den Schirm gerufen hatte. Diese dürfen nun für rund vier Millionen Einwohner Cannabis produzieren.

Zwischenstaatliche Exporte sind illegal

Auf Bundesebene ist Cannabis in den USA illegal. Ein Produzent aus Oregon, der Cannabis in einen anderen US-Bundesstaat bringt, macht sich demnach strafbar.

„Es ist nicht effizient, Produktionsanlagen in Staaten zu bauen, in denen es keinen Grund gibt, Cannabis anzubauen. Du kannst Zitrusfrüchte in New York anbauen, wenn du willst. Es ist nur eine schlechte Geschäftsentscheidung“, erklärte Smith. 

Zwar könne man Cannabisprodukte nicht über die Grenzen der Bundesstaaten bringen, die Marke jedoch schon. Als Beispiel wird hier das Unternehmen Grown Rogue genannt, das insgesamt 22 Cannabis-Lizenzen in drei unterschiedlichen Bundesstaaten besitzt. Nun hofft das Unternehmen darauf, noch mehr Lizenzen zu bekommen. Für Grown Rogue ist es eine Möglichkeit, seine Marke bekannt zu machen. Doch nicht für jedes Unternehmen ist dies der richtige Weg.

Hierzu führte Smith aus, dass wiederum andere Unternehmen mit zweistelligen Budgets, insbesondere die aus Kanada, die aktuelle Situation ausnutzen können und „sich abmühende Marken heraussuchen, denn jede Marke im Staat kämpft sich gerade durch, und zusehen, wie alle anderen Pleite gehen“, erklärte Smith laut dem Bericht.

Kleine Unternehmen stehen vor dem wirtschaftlichen Aus

Des Weiteren erklärte Smith, dass Oregon mindestens eine halbe Milliarde US-Dollar an Investitionen habe, die kurz vor der Auslöschung stehen würden. Dabei konzentriere sich der größte Investitionsteil auf die ärmsten Gemeinden des Bundesstaates.

Nun drängt Smith mit der Craft Cannabis Alliance Oregon dazu, den zwischenstaatlichen Export freizugeben. Zudem wolle man weitere Rechtsstaaten ebenfalls dazu bringen, auch wenn hier die Gefahr einer föderalen Razzia bestehe.

Sollte Oregon verschiedene Märkte erschließen können, so könnte auch der Wert der in dem Bundesstaat ansässigen Produzenten steigen. Doch je länger dies dauert, desto mehr Unternehmen gehen verloren.

„Es wird nur die Erinnerung an etwas bleiben, das früher authentisch war. Und etwa sechs Unternehmen werden Cannabis aus Oregon auf der ganzen Welt verkaufen. Wir werden uns in dieser Multimilliarden-Dollar-Exportindustrie umsehen, die wir hier haben, und denken: ‚Hmm, es ist eine Schande, dass wir sie nicht mehr besitzen“, führte Smith abschließend aus.

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