Annemarie und das Restless-Legs-Syndrom

Autor: Uta Melle

Veröffentlicht am: 1. Juni 2017

Geändert am: 19. August 2017

Unsere Autorin Uta Melle ist eine Überlebende. Sie hat den Brustkrebs besiegt. In Eigenregie und mit der Hilfe von Cannabis, das sie sich selbst organisieren musste. In Ihrem Kommentar berichtet sie über ihr Leben damit.

Restless Legs sind fürchterlich: Die Beine zittern und wackeln in der Nacht – die Unruhe lässt einen nicht schlafen.

Meine Schwiegermutter Annemarie leidet unter diesem „Restless-Legs-Syndrom“, genau wie viele andere. Es gibt keine erfolgreiche Behandlung. Es ist gemein.

Eines Tages dachten mein Mann, mein Schwager und ich, dass Cannabis vielleicht eine gute Idee wäre, denn eine Schweizer Internetseite plädierte dafür.

So überlegten wir, wie wir sie am besten aufklären könnten um ihr einen möglichen neuen Weg auf Linderung zu eröffnen.

Zuerst haben wir Kekse gebacken. Dann gaben wir ihr den Text der Internetseite zu lesen. Als Krönung des Abends haben wir alle zusammen den englischen Film „Grasgeflüster (Saving Grace)“ angesehen. Anschließend erklärte sich Annemarie bereit, einen Keks zu probieren.

Wir hatten einen sehr lustigen Abend. Die Kinder durften auf dem Sofa herumtollen, wie sie wollten – Maßregelungen waren an dem Abend außer Kraft gesetzt.

Annemarie schlief in dieser Nacht sehr gut. Allerdings war sie fest davon überzeugt, dass sie in der Nacht ins Wohnzimmer gegangen sei und meinen Schwager gesehen hätte – dem war nicht so.

Fazit: Ein wunderschöner Abend, eine geruhsame Nacht und leichte Illusionen.

Diese Erfahrung zeigt mir, dass es großartig ist, dass Cannabis in seiner medizinischen Form nun in Deutschland freigegeben ist.

Nun können Studien gemacht werden, wie man das „Restless Legs Syndrom“ mit medizinischem Cannabis heilen kann. Nun kann dank der Forschung eine reine Form von Medizinalcannabis gefunden werden, die ohne Sinnestäuschung als Nebenwirkung beim „Restless-Legs-Syndrom“ angewendet werden kann.

Ich freue mich schon auf den Abend mit Annemarie, an dem sie ihre erste Erfahrung mit echtem Cannabis als Medizin machen kann.

Uta Melle

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