Ansichten einer Brustkrebskämpferin zur Behandlung mit medizinischem Cannabis

Autor: Uta Melle

Veröffentlicht am: 11. Mai 2017

Geändert am: 19. Oktober 2017

Unsere Autorin Uta Melle ist eine Überlebende. Sie hat den Brustkrebs besiegt. In Eigenregie und mit der Hilfe von Cannabis, das sie sich selbst organisieren musste. In Ihrem Kommentar berichtet sie über ihr Leben damit.

Wie Cannabis mein Leben verändert hat

Als ich im Jahr 2009 durch die Chemotherapie ging, habe ich ganz neue Schmerzerfahrungen machen müssen. Ich wollte allerdings nicht noch mehr Chemie auf die bereits vorhandene draufpacken. So suchte ich nach anderen Mitteln, um meine Schmerzen und meine Appetitlosigkeit in den Griff zu bekommen. Ich fand Hilfe in Cannabis. Es half mir, hungrig zu werden – denn man benötigt Substanz, um die Chemo zu überstehen. Es half mir, die Schmerzen zu überwinden und es half mir dabei, die Situation ein wenig entspannter zu sehen.

Cannabis hilft mir, doch wie bekomme ich es?

Allerdings habe ich mich damals bei der Beschaffung und beim Konsum ein wenig wie eine Kriminelle gefühlt, obwohl dieses Mittel 1000fach weniger als Droge zu bezeichnen ist, als die Mittel, die man sonst gegen die Nebenwirkungen einer Chemo verschrieben bekommt. Auch aus diesem Grund bin ich sehr glücklich darüber, dass in der Zwischenzeit Cannabis zur medizinischen Behandlung freigegeben wurde. So konnten diese klugen ganzheitlichen Ansätze in Schmerztherapien eingesetzt werden.

Umdenken bei Brustkrebszentren setzt langsam ein

Die meisten der über 200 zertifizierten Brustzentren in Deutschland wenden sich inzwischen komplementären Ansätzen zu. Ganzheitliche Therapien, die sich aus den medizinischen Richtungen der ganzen Welt unter Beaufsichtigung der klassischen Medizin zusammensetzen.

Cannabis half mir meine Epilepsie in den Griff zu bekommen

Auch meine Epilepsie, die ich seit 1984 habe, habe ich – begleitend zu meinen Medikamenten – mit Cannabis verbessern können. Ein Freund von mir, der seit über 20 Jahren MS hat, freut sich sehr über seine Genehmigung zur Einnahme von medizinischem Cannabis. Es hilft ihm bei Schüben immens. Und sogar meine Schwiegermutter konnte ihr Restless-Legs-Syndrom für eine Nacht vergessen, als sie von uns „Kekse“ bekam. Vorher haben wir ein langes Gespräch mit ihr geführt und den Film „Grasgeflüster“ gesehen. Ein Nebeneffekt: Ich kann sagen, dass es einer der lustigsten Abende mit ihr war 😉

Ihre Uta Melle

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