Medizinisches Cannabis und die Auswirkungen auf hohen Blutdruck

Autor: Alexandra Latour

Veröffentlicht am: 28. September 2017

Geändert am: 18. Oktober 2017

Nach dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes im März 2017 können sich Patienten medizinisches Cannabis auf einem BTM-Rezept von ihrem Arzt verschreiben lassen. Bisher war es notwendig, eine Ausnahmeerlaubnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) einzuholen. Im Rahmen der Gesetzesänderung fragen sich immer mehr Menschen, wie sich Cannabis auf den Blutdruck auswirkt.

Welche Auswirkungen Cannabis auf die kardiovaskuläre Gesundheit hat, ist noch unklar. Möglicherweise besteht im Cannabiskonsum ein leicht erhöhter Risikofaktor. Demgegenüber steht jedoch, dass medizinisches Cannabis in kleinen bis mittleren Dosen, vermutlich einen Bluthochdruck reduzieren kann.

Bluthochdruck – eine gefährliche Volkskrankheit

Die vom Verein Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL im Jahr 2015 veröffentlichten Zahlen sind erschreckend:

  • 20 bis 30 Millionen Deutsche haben Bluthochdruck (weltweit ist ungefähr ein Viertel der Weltbevölkerung betroffen)
  • 4 von 5 Betroffenen wissen von ihrem Bluthochdruck
  • 88 Prozent der Hypertoniker lassen sich behandeln (drei Viertel erreichen durch die Behandlung gute Blutdruckwerte)

Weiter erklärt der Verein, dass es im Jahr 2025 rund 1,5 Milliarden Hypertoniker geben wird. Das ist ein Anstieg auf 29 Prozent.

Was ist Bluthochdruck?

Im medizinischen Sprachgebrauch wird der Bluthochdruck auch als arterielle Hypertonie bezeichnet. Wenn der Blutdruck dauerhaft erhöht ist, wird von einer Bluthochdruck-Erkrankung (Hypertonie) gesprochen. Beim Blutdruck handelt es sich tatsächlich um einen Druck. Mit dessen Hilfe pumpt das Herz das Blut durch das Gefäßsystem. Die Herzleistung (Herzminutenvolumen) bzw. die vom Herzen pro Minute bewegte Blutmenge ist messbar. Dabei bestimmt die Gefäßweite den Widerstand, den das Herz bei seiner Arbeit überwinden muss. Beide Regulationen sind sehr komplex und werden vorwiegend hormonell sowie über das vegetative Nervensystem gesteuert. Gemessen wird der Blutdruck in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg).

Zieht sich das Herz zusammen und pumpt dabei das Blut aus der linken Hauptkammer (Ventrikel), so wird der hierdurch entstehende Druck auf die Aorta (Hauptschlagader) und nachfolgend auf die Blutgefäße übertragen. Hierbei handelt es sich dann um den systolischen Blutdruck. Nach dieser Phase erschlafft das Herz und der Druck in den Gefäßen nimmt ab. Dieser Druck ist der diastolische Blutdruck. Wenn der Arzt beispielsweise einen Blutdruck von 120 zu 80 angibt, so ist der erstgenannte Wert der systolische Blutdruck und der zweite Wert der diastolische Blutdruck. Laut der WHO besteht ein Bluthochdruck, wenn die Grenzwerte 140 zu 90 mmHg überschritten werden.

Leichte Blutdruckschwankungen im Tagesverlauf sind völlig normal. Meist ist der Blutdruck nachts niedrig und morgens erhöht. Auch körperliche Aktivitäten und sogar psychische Faktoren beeinflussen den Blutdruck. So können beispielsweise Ärger und Stress einen blutdrucksteigernden Effekt haben. Aber auch das ist nach der Hypertonie-Definition noch kein Bluthochdruck und ebenso kein Grund, Blutdruckmedikamente einzunehmen.

Symptome und Risikofaktoren von Bluthochdruck

Ein Bluthochdruck bleibt oftmals lange Zeit unentdeckt, da die Hypertonie zunächst keine spürbaren Symptome verursacht. Häufig werden Beschwerden wie Wetterfühligkeit oder allgemeines Unwohlsein nicht ernst genommen. Treten folgende Symptome öfter auf, so ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen:

  • Herzklopfen
  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Nasenbluten
  • Nervosität

Langfristig vorhandene Bluthochdruck-Werte können sich schädigend auf das Herz- und Gefäßsystem sowie die Organe auswirken. Dabei bleibt die Ursache in den meisten Fällen ungeklärt. Häufig ist eine organische Ursache nicht zu finden, sodass von einer primären Hypertonie gesprochen wird. Risikofaktoren, die die Hypertonie begünstigen, sind:

  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • dauerhafter Stress
  • hoher Salz- und/oder Lakritzkonsum
  • hoher Alkohol- und Nikotinkonsum

Die Gefahr, einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder auch eine Nierenschädigung zu erleiden, steigt, wenn weitere Risikofaktoren wie Diabetes mellitus und Arteriosklerose hinzukommen.

Ursachen und Formen der Hypertonie

Je nach Ursache wird der Bluthochdruck wie folgt unterschieden:

  • Primäre oder essenzielle Hypertonie: 90 Prozent aller Betroffenen erkranken an einem primären oder essentiellen Bluthochdruck. „Primär“ bedeutet, dass keine körperliche Krankheit zugrunde liegt bzw. sind die Ursachen nicht vollständig geklärt. Vermutlich spielen hier genetische Veranlagungen sowie Hormone eine Rolle. Auch der Lebensstil ist entscheidend. So können Übergewicht, dauerhafter Stress, Rauchen und Alkohol das Hypertonie-Risiko erhöhen. Sollte die essenzielle Hypertonie mit einer Fettstoffwechselstörung, Diabetes mellitus oder Übergewicht auftreten, wird von einem metabolischen Syndrom gesprochen.
  • Sekundäre Hypertonie: Als Ursache der Hypertonie liegt eine Erkrankung (z. B. Nierenerkrankung) oder eine hormonelle Störung vor.

Bluthochdruck: Untersuchung und Diagnose

Das Blutdruck messen ist die wichtigste Untersuchung. Jedoch reicht das einmalige Blutdruck messen nicht aus, um einen Bluthochdruck festzustellen. Um aussagekräftige Werte zu erhalten, ist eine Langzeitmessung über 24 Stunden notwendig. Der Arzt wird sich zudem über bereits bestehende Vorerkrankungen erkundigen, die als Ursache infrage kommen. Blut- und Urinuntersuchungen als auch eine Ultraschalluntersuchung der Nieren ist außerdem erforderlich, um den Bluthochdruck von der primären und sekundären Form abzugrenzen.

Behandlung und Therapie

Das Krankheitsbild bei einem Bluthochdruck ist nicht immer gleich. Demnach erfolgt die Behandlung nach dem individuellen Beschwerdebild des Patienten sowie nach den Blutdruckwerten. Neben einer Veränderung der Lebensweise und der Ernährung umfasst die Therapie meist auch medikamentöse Behandlung, um den Blutdruck senken zu können.

Blutdruckmedikamente sind beispielsweise ACE-Hemmer, Betablocker und AT1-Antagonisten. Weitere Blutdruckmedikamente sind Kalziumantagonisten und Diuretika (Entwässerungsmittel). Welche Bluthochdruckmittel verordnet werden, hängt vom Einzelfall ab.

Ernährung bei Bluthochdruck

Die Grundlage der erfolgreichen Therapie stellt die Veränderung des Lebensstils und der Ernährung dar. Bei Herz-Kreislauferkrankungen ist die Einnahme von Mikronährstoffen (sekundäre Pflanzenstoffe, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente etc.) sehr wichtig. Belegt wird dies durch einige Studien. Japanische Forscher konnten zudem nachweisen, dass die vermehrte Bildung von freien Radikalen bei übergewichtigen Menschen zur Bluthochdruck Entstehung beitragen können. Mikronährstoffe machen diese freie Radikal unschädlich, können den Blutdruck senken und verbessern den Schutz der Blutgefäße.

Zu den wichtigen Antioxidantien gehört vor allem Magnesium, das in der Ernährung bei Bluthochdruck nicht fehlen sollte. Wissenschaftler der University of Palermo in Italien konnten bereits im Jahr 2010 nachweisen, dass Magnesium ein natürlicher Blutdrucksenker ist. Weitere natürliche Blutdrucksenker sind auch Omega-3-Fettsäuren sowie das Coenzym Q10.

Blutdrucksenkende Lebensmittel sind außerdem:

  • Kartoffeln
  • Buchweizen, Bohnen, Erbsen, Linsen
  • Fenchel, Sellerie, Kohl, Pastinaken, Rote Beete, Petersilie
  • Bananen, Datteln, Papayas, Birnen
  • Trockenobst
  • Walnüsse

Eine Ernährungsumstellung sowie ein aktiverer Lebensstil mit mehr Bewegung ist generell kein Ersatz für Bluthochdruckmittel. Jedoch kann der veränderte Lebensstil unterstützend wirken, umso auch das Risiko für Folgeerkrankungen zu senken.

Wie wirkt Cannabis auf den Blutdruck?

Viele der Auswirkungen, die Cannabis auf den Blutdruck und das Herz Kreislaufsystem hat, sind gut dokumentiert. Es ist weitreichend bekannt, dass Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC), eines der wichtigsten Cannabinoide aus der Hanfpflanze, die Herzfrequenz ansteigen und den Blutdruck beeinflussen kann. Durch die THC Wirkung kann der Blutdruck im Liegen leicht steigen und im Stehen abfallen. Infolge dessen kann gelegentlich Schwindel auftreten. Diese leichte THC Wirkung bzw. Cannabis Nebenwirkung macht gesunden Menschen nichts aus. Betroffene, die an einer Herzkreislauferkrankung oder Herzerkrankung leiden, sollten jedoch vorsichtig sein. Normalerweise verlieren sich diese Auswirkungen bei der regelmäßigen Einnahme, da das Herz Kreislaufsystem eine Toleranz gegen diese Symptome entwickelt. Allerdings gibt es bisher zu wenige Untersuchungen und Studien, die diesen Effekt überprüft haben.

Arteriosklerose und Herzinfarkt: Studien belegen das therapeutische Potenzial von Cannabis

Möglicherweise kann Cannabis als Medizin dazu beitragen, einer Arteriosklerose (Arterienverkalkung)und damit auch einem Herzinfarkt sowie einem Schlaganfall vorzubeugen. Neue Untersuchungen haben gezeigt, dass THC die Arterienverkalkung verhindern kann. Arterienverkalkungen entstehen im Körper, wenn sich an den Innenwänden der Arterien (Puls- oder Schlagadern) Ablagerungen bilden. Infolge dessen kann es zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen.

Im Jahr 2005 berichteten Forscher der Universität Bonn und Universität Genf über ihre Versuche mit Cannabinoiden. Labormäusen mit hohen Blutfettwerten wurden ein Milligramm THC pro Kilogramm Körpergewicht verabreicht. Das Cannabinoid THC bindet sich an die Cannabinoidrezeptoren CB1 und CB2, die sich an den Außenwänden von Nervenzellen befinden bzw. liegen die CB2-Rezeptoren auf den Zellen des Immunsystems. Hier ruft das THC den psychoaktiven als auch schmerzlindernden Effekt aus. Die Forscher fanden heraus, dass durch die Anbindung an den CB2-Rezeptor die Arterienverkalkung bei den Mäusen gebremst wurde. Dieser Effekt erinnerte die Forscher an die bekannte positive Wirkung von Rotwein (Vino Sanitas) auf das Herz, wenn eine kleine tägliche Menge des alkoholischen Getränks nicht überschritten wird.

Cannabis als Medizin: Cannabidiol (CBD) wird häufig in Studien vernachlässigt

Viele Forschungen konzentrieren sich hauptsächlich auf das Phyto Cannabinoid THC aus der Hanfpflanze und vernachlässigen die vielen anderen Cannabinoide. Dabei ist gerade das CBD ein weiteres Cannabinoid mit therapeutischem Potenzial. Für die Forschung ist der entzündungshemmende Effekt des CBDs besonders interessant. Wissenschaftler aus Genf nehmen an, dass CBD dank seiner immunmodulierenden Wirkung die Progression der Arterienverkalkung verringern kann, die durch einen zu hohen Glukosespiegel induziert wird. Außerdem wird angenommen, dass CBD auch bei der Bekämpfung von ischämischen Erkrankungen wie Durchblutungsstörungen wirksam sein könnte.

Interessant ist aber auch, dass CBD vermutlich resistente Keime (Makrophagen) aufbrechen kann, um sie für bestimmte Medikamente empfänglicher zu machen. An Tiermodellen konnte der CB2-Rezeptor im Immunsystem mit CBD stimuliert werden, was sich positiv auf eine Arteriosklerose auswirken könnte.

Neben der entzündungshemmenden Eigenschaft kann CBD darüber hinaus auch durchblutungsfördernd wirken. Außerdem wird angenommen, dass CBD einen positiven Einfluss auf das Herzkreislaufsystem haben kann.

Cannabis gegen Bluthochdruck: Cannabigerol (CBG) zeigt blutdrucksenkende Wirkung

Neben den Cannabinoiden THC und CBD scheint auch CBG eine blutdrucksenkende Wirkung zu besitzen. Im Jahr 2006 wurde im Magazin ISRAEL21c von dem Doktoranden Yehoshua Maor berichtet, der den Kaye Innovation Award für seine Arbeit erhielt. Unter der Leitung von Prof. Raphael Mechoulam von der HU School of Pharmacy in Israel hatte Maor Ratten in Laborexperimenten mit Ratten eine synthetische Version des nicht psychoaktive Cannabinoids Cannabigerol (CBG) aus der Hanfpflanze verabreicht. Dies zeigte eine blutdruckende Wirkung. Außerdem konnte beobachtet werden, dass sich die Blutgefäße entspannten. Maor erklärte, dass CBG ein wertvolles Potenzial besitze, um Patienten mit Bluthochdruck zu behandeln.

Cannabis im Zusammenhang mit Herzinfarkt oder Schlaganfall

Im Rahmen der CARDIA-Studie im Jahr 2016 wurden die Daten von 3617 afroamerikanischen und kaukasischen Erwachsenen über einen Zeitraum von 15 Jahren analysiert und es fanden sich keine Zusammenhänge zwischen dem Konsum von Cannabis und dem Herzinfarkt- oder dem Schlaganfallrisiko.

Im Jahr 2000 berichtete Prof. Mittelman von der Harvard University über seine Studienergebnisse. 9 von 3882 Betroffenen mit einem akuten Herzinfarkt hatten vor Symptombeginn Cannabis konsumiert. Mittelman führte aus, dass das Herzinfarktrisiko innerhalb der ersten 60 Minuten nach dem Cannabiskonsum um das 5-fache gestiegen sei. Nach zwei Stunden war das Herzinfarktrisiko lediglich minimal erhöht. Danach normalisierte sich das Risiko. Nur 0,2 Prozent der Herzinfarkte konnten auf das Cannabis zurückgeführt werden. Dennoch betonte Mittelman, dass Cannabis ein seltener Auslöser für einen akuten Infarkt sein könnte. Zusätzlich erklärte er, dass Cannabis ungefähr so gefährlich sei, wie ein Spaziergang für einen an einer koronaren Herzerkrankung leidenden Patienten.

Bemerkenswert ist, dass Sex eine vergleichbare Risikoerhöhung aufweist. Hier stellt sich dann die Frage, ob die Kombination von Cannabis und Sex die exponentiellen Chancen eines Infarktes erhöht. Bisher wurde hierzu jedoch noch nicht Stellung genommen.

Erhöht Cannabis das Risiko, an den Folgen eines Bluthochdrucks zu sterben?

Im Juni 2017 berichtet die Studienautorin Barbara Yankey von der Georgia State University in Atlanta, dass Cannabiskonsumenten im Vergleich zu Nicht-Konsumenten ein höheres Risiko haben, an den Folgen eines Bluthochdrucks zu sterben. Um die Beziehung zwischen Cannabis und dem Herz Kreislaufsystem zu untersuchen, sammelte Yankey mit ihren Kollegen die Daten von mehr als 3051 Erwachsenen ab dem 20. Lebensjahr, die als regelmäßige Cannabis-Nutzer eingestuft wurden. Diese konsumierten mindestens einmal im Monat für mehr als ein Jahr Cannabis. Das Verhältnis der Jahre des Cannabis-Konsums und dem Herz Kreislaufsystem wurde mit unterschiedlichen Kriterien beurteilt. Es wird jedoch nicht angegeben, in welchem Gesundheitszustand sich die Umfrageteilnehmer befanden, und ob bereits ein Bluthochdruck bestand. Im Ergebnis heißt es, dass die Dauer des Cannabis-Konsums ein wichtiger Faktor zu sein scheint, der mit dem metabolischen Syndrom bzw. einem Bluthochdruck verbunden ist. Gleichzeitig erklärte Yankey, dass man keinen Zusammenhang zwischen Cannabis und Todesfällen aufgrund von Herzkrankheiten oder Gefäßerkrankungen fand.

Klar ist, dass hier zwischen Cannabis-Nutzern und Patienten, die medizinisches Cannabis verwenden, differenziert werden muss und dass diese Studie nur wenig aussagekräftig ist.

Resümee: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Cannabis und einem Bluthochdruck?

Es ist seit langem bekannt, dass das körpereigene Endocannabinoid System eine wichtige Rolle bei der Regulierung zahlreicher Körperfunktionen einschließlich des Herz Kreislaufsystems spielen. Einige Forschungen zeigen, dass Anandamid (natürliches körpereigenes Gegenstück zu THC) in der Lage ist, die Blutgefäße zu entspannen und deshalb dabei hilft, den Blutdruck zu senken.

Bereits im Jahr 2004 wurde vom National Institute on Alcohol Abuse & Alcoholism berichtet, dass Endocannabinoide den Blutdruck senken und dass das Endocannabinoidsystem neue therapeutische Strategien bei der Behandlung von Bluthochdruck bietet.

Noch gibt es hierzu zu wenige Studien. Interessant ist jedoch, dass Cannabinoide aufgrund ihres antihypertensiven Potenzials bereits seit den 1970er Jahren untersucht werden. Vieles deutet darauf hin, dass die regelmäßige Verwendung von Cannabis geeignet ist, um langfristig einen stabilen Blutdruck zu erreichen. Es fehlen aber noch klinische Studien, um dies zu beweisen. Es ist also wichtig, ein besseres Verständnis für die Rolle des Endocannabinoid-Systems zu entwickeln, um das therapeutische Potenzial des medizinischen Cannabis sicher zu identifizieren können und hieraus ggf. Medikamente auf Cannabis Basis zur Behandlung von Bluthochdruck zuzulassen.

Weiter ist auch interessant, dass Cannabis möglicherweise aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften sogar die Entwicklung einer Gefäßverkalkung hinauszögern kann. Auf der anderen Seite könnte Cannabis aber auch in einzelnen Fällen, sofern bereits eine Herzerkrankung vorliegt, einen Herzinfarkt verursachen. Jedoch besteht dieses Risiko auch bei herzkranken Patienten, wenn diese sich beispielsweise körperlich überanstrengen.

 

Quellen:

Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL, Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention, 2015, Faktenblatt Bluthochdruck

Department of Nephrology and Endocrinology, University of Tokyo Graduate School of Medicine, Tokyo, Japan, Ando K1 et al., 2012, “Reactive oxygen species and the central nervous system in salt-sensitive hypertension: possible relationship with obesity-induced hypertension

Geriatric Unit, Dept. of Internal Medicine and Emergent Pathologies, University of Palermo, Italy, Barbagallo M1 et al., 2012, “Oral magnesium supplementation improves vascular function in elderly diabetic patients

Division of Cardiology, Department of Medicine, Foundation for Medical Research, University Hospital, Faculty of Medicine, 1211 Geneva, Switzerland, Steffens S1 et al., 2005, “Low dose oral cannabinoid therapy reduces progression of atherosclerosis in mice

Semmelweis Egyetem, Gyógyszerésztudományi Kar Farmakognóziai Intézet Budapest Üllői út 26. 1085, Kleiner D1, Ditrói K., 2012, “The potential use of cannabidiol in the therapy of metabolic syndrome

Division of Cardiology, Foundation for Medical Researches, University Hospital, Geneva, Switzerland, Mach F1, Steffens S., 2008, “The role of the endocannabinoid system in atherosclerosis

Division of Cardiology, Department of Medicine, University Hospital, Foundation for Medical Research, 64 Avenue Roseraie, 1211 Geneva, Switzerland, Steffens S1, Mach F., 2006, “Cannabinoid receptors in atherosclerosis

ISRAEL21c, 2006, “Israeli researcher lowers blood pressure with cannabis component

Department of Epidemiology and Biostatistics, University of California-San Francisco2Department of Ambulatory Care and Community Medicine, University of Lausanne, Lausanne, Switzerland, Department of Epidemiology and Biostatistics, University of California-San Francisco, Auer R1 et al., 2016, “Association Between Lifetime Marijuana Use and Cognitive Function in Middle Age: The Coronary Artery Risk Development in Young Adults (CARDIA) Study

HARVARDgazette, 2000, “Marijuana Said to Trigger Heart Attacks

Georgia State University, Barbara A. Yankey, 2016, “School Of Public Health Study Finds Use Of Marijuana Increases Risk Of Metabolic Syndrome