Sativa, Indica und Hybrid: Worin unterscheiden sich Cannabisarten?

Autor: Leafly Redaktion

Veröffentlicht am: 21. Mai 2017

Geändert am: 17. August 2017

Wenn Sie sich ein wenig mit medizinischem Cannabis auseinandersetzen, werden Sie feststellen, dass Cannabissorten in drei Gruppen unterteilt werden: Indica, Sativa und Hybrid.

Wir erklären die Unterschiede und die verschiedenen Wirkweisen der drei bekanntesten Cannabissorten. So können Sie später Ihre verordnete Medikamente besser einordnen und mit ihrem Arzt darüber sprechen, ob das verschriebene Medikament genau das richtige für Sie ist.

Drei Cannabissorten, drei Wirkweisen

Indica-Sorten sind für ihre beruhigende Wirkung auf den Körper bekannt und eignen sich hervorragend zum Relaxen bei einem Film oder vor dem Schlafengehen. Sativa-Sorten haben eher anregende und belebende Effekte, die gut zu körperlichen Aktivitäten, sozialen Anlässen und kreativen Tätigkeiten passen. Die Wirkung der Hybrid-Sorten wiederum liegt – je nachdem, welche Eigenschaften sie von den Ausgangssorten übernommen haben – irgendwo zwischen Indica und Sativa.

Welche Sorte ist für wen geeignet?

Aufgrund dieser wahrnehmbaren Unterschiede sollten Patienten, die ihre Beschwerden mit Cannabis behandeln, die Klassifizierung einer Sorte berücksichtigen. Ein Patient, der unter Erschöpfung oder Depressionen leidet, verwendet vielleicht tagsüber Sativa, während sich zur Behandlung von Schmerzen und Schlaflosigkeit eher abends eine Indica-Sorte anbietet. Stark CBD-haltige Sorten, die bevorzugt von Patienten mit epileptischen Anfällen, Angststörungen, Schmerzen und einigen anderen Beschwerden bevorzugt werden, können zu jeder der drei Kategorien gehören. Sie haben allerdings kaum bis gar keine psychoaktive Wirkung.

Woher kommen die exotischen Cannabisnamen?

Diese Klassifizierung gibt es bereits länger, als man annehmen könnte: Frühe taxonomische Unterscheidungen zwischen Cannabis Indica und Cannabis Sativa wurden bereits im 18. Jahrhundert vorgenommen, als Abweichungen in Struktur und Harzproduktion festgestellt wurden. Die Kategorie Hybrid wurde später eingeführt, als Züchter anfingen, das Erbgut von Pflanzen aus verschiedenen geografischen Regionen zu vermengen und Cannabis Anbau zu betreiben. Es wird angenommen, dass Indica aus dem Hindukusch in der Nähe von Afghanistan stammt. Die Pflanzen sind mit einer dicken Harzschicht überzogen, um den rauen klimatischen Bedingungen in der Region zu trotzen. Sativa gedeiht in den äquatornahen Regionen.

Weitere Unterschiede zwischen den Sorten

Abgesehen von der geografischen Herkunft gibt es verschiedene weitere Unterschiede zwischen Sativa- und Indica-Sorten:
Morphologie: Indica- und Sativa-Pflanzen unterscheiden sich in ihrem physischen Erscheinungsbild.
Blütezeit: Sativa-Pflanzen haben einen längeren Reifezyklus als Indica-Pflanzen.
Ertrag: Indica-Sorten bringen in der Regel größere Ernten als Sativa-Blüten ein.
Geschmack: Indica- und Sativa-Sorten unterscheiden sich im Hinblick auf das Geschmacksprofil.

Inwiefern sind diese Klassifizierungen gültig? Die meisten Cannabis-Anwender bestätigen, dass es sowohl geschmackliche als auch unterschiedliche Effekte bei Indica-Sorten und Sativa-Sorten gibt. Mit jeder Studie wächst unser Verständnis der Klassifizierungen von Cannabis. Es bleibt allerdings noch viel darüber zu erforschen, welche chemischen Strukturen die so genannten „Sativa“- und „Indica“-Effekte auslösen.

Wieso sind die Cannabissorten derart unterschiedlich?

Die eigenen Erwartungen spielen sicher eine gewisse Rolle bei der Wahrnehmung einer bestimmten Sorte, aber die Übereinstimmung der Aussagen ist schon signifikant. Manchmal werden diese Erwartungen allerdings auch zu stark pauschalisiert. Die Effekte werden in erster Linie durch zwei Arten von Cannabis-Inhaltsstoffen beeinflusst, nämlich durch Cannabinoide und Terpene. Cannabinoide wie THC und CBD sind Molekularstrukturen mit jeweils eigenen Eigenschaften und medizinischen Wirkungsfeldern. Terpene sind die im Cannabisharz abgesonderten aromatischen Öle, welche die Effekte der Cannabinoide beeinflussen. Auch sie verfügen über eine eigene Wirkungsgruppe. Cannabis-Sorten sind also die Summe verschiedener kleinerer Bestandteile, die genetisch weitergegeben werden können. Dadurch lässt sich die unbestreitbare Einheitlichkeit der Sortengruppen erklären, wobei natürlich trotzdem Raum für gewisse Variationen bleibt.

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