Utas Überleben: Krebs, lachen und Cannabis

Autor: Uta Melle

Veröffentlicht am: 8. August 2017

Geändert am: 21. Oktober 2017

Seit medizinisches Cannabis freigegeben wurde, sind vor allem Berichte von Anwendern für Patienten und Ärzte sehr wichtig, um Erfahrungen zu sammeln und sich weiterzubilden. Heute möchte ich von drei Patientinnen berichten, die Erfahrungen mit medizinischem Cannabis als Begleitung von Krebstherapien gemacht haben.

Lachen ist gesund. Lachen macht gesund. Doch lachen alleine, reicht nicht, vor allem nicht bei Krebs.

Cannabis Erfahrungen von drei starken Krebs Frauen

So auch im Fall von Yvonne B., 40 aus Thüringen. Sie berichtet in ihrem wunderbaren Blog “Licht.Liebe.Leben” von ihren persönlichen Erfahrungen mit Darmkrebs.

Da sie sehr unter Schmerzen und Ängsten litt, verschrieb ihr ihr äußerst engagierter Arzt Canemes, medizinisches Cannabis mit dem Wirkstoff THC in Kapselform. Die Dosierung wurde zunächst mit zwei Kapseln täglich, jeweils morgens und abends angegeben. Die Kosten wurden von der Krankenkasse übernommen.

Diese Dosierung erschien Yvonne jedoch zu hoch: „Ich wunderte mich, dass aus einem so kleinen Käpselchen eine so starke Wirkung kam. Allerdings war mir das zu viel“. Auf Anraten ihres Arztes machte sie die Kapseln auf und maß jeweils ein Viertel des Inhalts ab. Diese Dosis morgens und abend stimmte dann perfekt!

Inzwischen nimmt Yvonne eine Kapsel am Abend. Das hilft gegen die Schmerzen und gegen das „Kopfkino“. Im Gesamtfazit kann man sagen: Trotz Krebs eine Steigerung der Lebensqualität.

Susanna S., 29 aus Bayern, wurde das Cannabis-Präparat Dronabinol zur Appetitsteigerung gegeben. Sie hat metastasierten Darmkrebs und lag lange auf der Palliativstation. Da sie nichts mehr zu sich nehmen konnte, wurde sie künstlich ernährt. Kein Präparat half ihr. Dann bekam sie Dronabinol. Sechs bis acht Tropfen pro Tag.

Nach kürzester Zeit stellte sich ein Hungergefühl ein und sie konnte wieder Essen zu sich nehmen. Drei Monate lang bekam sie das Medikament von der Palliativstation. Inzwischen ist sie wieder zuhause. Das Dronabinol wirkte bei ihr wie eine Therapie gegen die Appetitlosigkeit, so dass sie nun auch nicht mehr darauf angewiesen ist, denn es geht auch so: Sie kann wieder Essen. Susanna ist inzwischen wieder obenauf und geniesst jeden Tag. Auch Susanna schreibt einen tollen Blog: Krebskriegerin

Nebenbei ist zu erwähnen, dass das Dronabinol auch die Laune von Susanna in dieser Zeit merklich verbessert hat. Auch das ist bei Langzeittherapien enorm wichtig, denn ein Patient, der nicht mehr will und nur noch leidet, ist schwer zu kurieren.

Vanessa Weil ist 39 Jahre alt und kommt aus Baden-Württemberg. Sie berichtet offen über Ihren Dottersacktumor unter „auf einmal war er da – Dottersacktumor“  und engagiert sich zusätzlich mit ihrem Fotoprojekt „Krebs hat ein Gesicht“ für die Krebsaufklärung.

Vanessa wurde im Juli 2016 Sativex Spray gegen Schmerzen, Appetitlosigkeit und zur mentalen sowie körperlichen Entspannung vom Hausarzt verschreiben. Die Krankenkasse hat die Kosten getragen. Bis Januar dieses Jahres hat sie das Spray angewendet. Zunächst mit zwei Spray Stößen, am Ende mit acht am Abend. Anfangs.

Zu Beginn fühlte sie sich ein wenig benommen, das gab sich aber nach kurzer Zeit. Sie sagt, dass ihr Sativex die beiden Faktoren Appetitlosigkeit und die Verbesserung der mentalen Verfassung sehr gut geholfen hat.

Nach all diesen Erfahrungsberichten kann ich zusammenfassend sagen, dass medizinisches Cannabis die Krebs Therapie positiv beeinflusst. Appetitlosigkeit, Schmerzen und Depressionen können behandelt werden. Oftmals wird mir berichtet, dass nichts anderes geholfen hat.

Besonders beeindruckt mich die stimmungsaufhellende Wirkung. Eine Patientin sagte, dass ihre Mutter sehr beeindruckt von der guten Laune ihrer Tochter war und dass sich dies auch sehr auf das Umfeld ausgewirkt hat. Lachen wirkt eben auch nach innen.