Leafly.de Patientenakte: Dominique, 35, Hessen, MS, Spasmen, Fatigue, Polyneuropathie

Autor: Uta Melle

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Mit 23 Jahren erhielt Dominique die Diagnose Multiple Sklerose. Zunächst ließ er sich davon nicht beeinflussen, lebte sein Leben wie gehabt. Vor vier Jahren traten die ersten Symptome auf, seit dem lebt Dominique mit Schmerzen, Spasmen, neuropathischen Störungen, Depressionen und vielen weiteren Schwierigkeiten. Heilung gibt es nicht, lediglich Linderung. In Cannabis hat Dominique seine beste Medizin gefunden.

Leafly.de Patientenakte: Dominique, 35, Hessen, MS, Spasmen, Fatigue, Polyneuropathie

Im Sommer 2006 war Dominique beim Campen. Plötzlich verschluckte er sich und musste husten. Im Anschluss daran bemerkte er, dass zwei seiner Finger taub waren. Auch eine professionelle Massage seiner damaligen Freundin brachte keine Linderung. Kaum wieder zu Hause, besuchte Dominique einen Neurologen. Dieser sagte ihm, er habe eine Entzündung im Gehirn und stellte ihm eine vierwöchige Krankschreibung aus.

Aus „Entzündung im Gehirn“ wird MS

Da ein vierwöchiges Attest bestätigt werden muss, ging Dominique zur Amtsärztin. Diese sah auf die Diagnose, guckte Dominique traurig an und sagte nur: „Oh ne, was für ein Mist. Mit 23 Jahren eine solche Diagnose“. Erst in diesem Gespräch erfuhr Dominique, was er eigentlich hatte: Multiple Sklerose. Als gelernter Rettungssanitäter wusste er sofort, was dies für sein künftiges Leben bedeutete.

Dominique lässt sich nicht unterkriegen

Da die Symptome anfangs erträglich waren, setze Dominique alles daran, die Zeit zu nutzen, um sich ein gutes Fundament zu bauen. Er absolvierte erfolgreich eine Ausbildung zum Eurokaufmann, währenddessen die erste Schmerzen anfingen. Die Ärztin verschrieb ihm Schmerzmittel. Zwei Wochen nach dem Abschluss ging es jedoch richtig los. Ein Symptom nach dem anderen zeigte und verschlimmerte sich.

Infolgedessen wurde Dominique zum Schmerzpatienten. Die Medikamente türmten sich. Ihm wurden verschiedene Opioide, Antispatika und Antiepileptika verschrieben. Es zeigten sich leichte Linderungen, doch nun kamen neue Beschwerden hinzu. Es waren die Nebenwirkungen der Präparate. Dominique begann zu verzweifeln. So gesellte sich zu allem noch eine schwere Depression hinzu.

Hilfe findet er in der medizinischen Anwendung von Cannabis

Dominique hatte schon immer Interesse an Naturheilmitteln. Er interessierte sich besonders für Hanf, seit dem er gelesen hatte, dass er auch einen medizinischen Nutzen haben kann. So setzte er sich mit seinem Hausarzt, einem ganzheitlichen Mediziner,  zusammen. Im September 2017 bekam er sein erstes Rezept. Zunächst wollte seine Krankenkasse die Kosten nicht übernehmen, doch nach einem Einspruch gaben sie schnell klein bei. Dominique hatte eine vorübergehende Kostenübernahme erkämpft.

Cannabis für Dominique ab jetzt nur noch auf Privatrezept von seinem Arzt

Kaum war ein Problem überwunden, kündigte sich schon das Nächste an: Sein Hausarzt verschreibt in Zukunft Cannabis lediglich über ein Privatrezept. Dies hat mit einem aktuellen Verfahren gegen Dr. Grotenhermen zu tun. Für einen Rentner wie Dom ist Cannabis auf Privatrezept jedoch kaum finanzierbar. Aus diesem Grund sucht er nun einen neuen Arzt.

Dominique geht es gut, dank Cannabis

Seitdem er Cannabis bekommt, geht es Dominique sehr gut. Er kann mit seiner Freundin und seinem Sohn wieder in die Zukunft sehen. Er empfindet endlich wieder Freude. Wir wünschen ihm, dass er bald einen Arzt findet, der ihm die so dringend benötigte Medikamente auf Kassenrezept verordnet. Immerhin gibt es einen Hoffnungsschimmer, da gerade in Frankfurt ein Drei-Jahres-Projekt für genau solche Patienten wie ihn gestartet ist.

Patienteninfos
Name: Dominique
Alter: 35
Wohnort/Bundesland: Hessen
Krankenkasse: Barmer
Diagnose: Multiple Sklerose, Spasmen, Polyneuropathie, Fatigue, Depression, chronisches Schmerzsyndrom
Medikation: 3-5 g pro Tag, Blüten, Tagsüber: Sativa, Nachts: Indica
Bevorzugte Sorte: Red No.2
Fachrichtung des verschreibenden Arztes: Allgemeinmediziner

Das Leafly.de Patienteninterview

Leafly.de: Seit wann wendest Du Cannabis als Medizin an?
Dominique: Mein Hausarzt hat mir das erste Rezept im September 2017 ausgestellt.

Leafly.de: Wie bist Du denn darauf gekommen?
Dominique: Seit vielen Jahren beschäftige ich mit dem Thema Hanf. Ich lese alles, was ich finden kann: Stoffproduktion, Öle, medizinische Einsatzmöglichkeiten – die Pflanze interessiert mich einfach sehr.

Leafly.de: Wie war das erste Mal mit Cannabis als Medizin?
Dominique: Ich habe sofort gemerkt, dass es mir hilft. Mein Körper entspannte sich. Der Schmerz ließ merklich nach. Ich konnte die Spasmen kontrollieren und das Kribbeln in den Fingern und Zehen war auch kaum noch zu spüren. Ab dem Moment wusste ich: ich war auf dem richtigen Weg.

Leafly.de: In welchen Momenten wendest Du es an?
Dominique:  Als Dauermedikation

Leafly.de: Welches Präparat in welcher Dosierung nimmst Du?
Dominique: Ich nehme 3-5 g am Tag. Tagsüber verdampfe ich Sativa-Sorten, damit ich nicht schläfrig werden und abends wähle ich eine eine Indica-Sorte, damit ich gut einschlafen kann. So komme ich hervorragend zurecht.

Leafly.de: Gibt es Schwierigkeiten mit der Krankenkasse?
Dominique: Anfangs hatte ich Schwierigkeiten. Meine Krankenkasse wollte die Kosten nicht übernehmen, doch nach einem Einspruch haben die eingelenkt. Seit dem habe ich eine vorübergehende Kostenübernahme. Allerdings hat mein Hausarzt mir gerade erklärt, dass er in Zukunft nur noch Privatrezepte über Cannabis ausstellen wird. Das hat wohl mit der aktuellen Lage um Dr. Grotenhermen zu tun. Ich benötige nun einen neuen Arzt.

Leafly.de: Hast Du Angst vor einer Abhängigkeit?
Dominique: Nein, wirklich überhaupt nicht.

Leafly.de: War Dein Medikament schon einmal in der Apotheke nicht lieferbar? Wenn ja, wie lange nicht und wie hast Du die Situation lösen können?
Dominique: Ich lasse mir einfach Cannabisblüten verschreiben. Irgendwelche Sorten sind dann meistens in Apotheken zu finden.

Leafly.de: Was ist Dein Job? Bist Du Frühpensioniert?
Dominique: Ja, ich bin Rentner.

Leafly.de: Geht es Dir gut? Bist Du glücklich?
Dominique: Ja. Seit dem ich das Cannabis bekomme, kann ich wieder lachen. Ich empfinde wieder Freude und Zuversicht. Endlich kann ich wieder planen, ich habe eine Zukunft. Meine wunderbare Freundin steht voll hinter mir. Wir haben einen tollen Sohn.

Vielen Dank, lieber Dominique. Wir drücken Dir für Deine Zukunft und Deine Pläne die Daumen.

 

Weiterführende Links auf Leafly.de:

https://www.leafly.de/medizinisches-cannabis-multiple-sklerose/

https://www.leafly.de/neue-studie-thc-cbd-spray-bei-ms-bedingter-ueberaktiver-blase-wirksam/

 

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