PTBS: Neue Cannabis-Studie in Planung

Autor: Alexandra Latour

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Die Forscher des Scottsdale Research Institute in Phoenix wollen untersuchen, ob Cannabis bei einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) helfen kann. Hierbei handelt es sich um die erste Studie, die von der US-Regierung genehmigt wurde, um die Auswirkungen von Cannabis auf eine PTBS zu untersuchen.

PTBS: Neue Cannabis-Studie in Planung

Die Rekrutierung von US-amerikanischen Kriegsveteranen für die PTBS Studie hat fast zwei Jahre gedauert, heißt es in einem Medienbericht. Zudem habe es acht Jahre gebraucht, um eine Genehmigung von der Food and Drug Administration zu erhalten.

„Eine fast zehnjährige Saga für diese PTBS-Cannabis-Studie und wir sind fast an der Ziellinie“, erklärte die leitende Forscherin Sue Sisley.

Nachdem Forscher im Februar 2017 mit der Rekrutierung von Veteranen für die Studie begonnen hatten, kam es zu Problemen. Bis September 2017 hatten sie Tausende von Veteranen untersucht, aber nur 26, die die Zulassungskriterien erfüllten. Für eine Weile gab es Bedenken, dass die Studie sich auf Nicht-Veteranen ausweiten müsste. Jetzt konnten die Forscher jedoch den letzten Kriegsveteranen am Veterans Day für die Studie gewinnen.

Wenn die Studie beendet ist, wollen die Forscher eine endgültige Antwort darauf haben, ob Cannabis Menschen mit PTBS nützt, und ob negative Folgen gibt.

Was ist eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)?

Im Prinzip kann jeden Menschen eine posttraumatische Belastungsstörung treffen, wenn dieser etwas außergewöhnlich Bedrohliches, wie zum Beispiel einen Unfall, Überfall oder körperliche Gewalt, erlebt hat. Ob diese Bedrohung nur wenige Sekunden oder länger wie beispielsweise in einer Kriegsgefangenschaft, angedauert hat, ist unerheblich. Denn die PTBS ist die Reaktion auf eine Extremsituation, die durch intensive Hilflosigkeit, Angst und Entsetzen gekennzeichnet ist. Aber nicht nur Opfer, die ein Trauma erlebt haben, können eine PTBS entwickeln. Ebenso können auch Augenzeugen betroffen sein.

Zu den typischen Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung gehören die sogenannten Intrusionen. Es handelt sich hierbei um sich aufdrängende Erinnerungen. Auch Erinnerungslücken sind möglich. Betroffene ziehen sich zudem häufig sozial und emotional zurück. An körperlichen Symptomen können sich Schlaflosigkeit, Schlafprobleme, Reizbarkeit sowie vegetative Überregungszustände zeigen.

Betroffene durchleben das Trauma in Gedanken und Gefühlen immer wieder, beispielsweise in Form von Albträumen oder Flashbacks. Sie empfinden dann große Angst und ggf. körperliche Schmerzen. Problematisch ist zudem, dass einige Betroffenen fest davon überzeugt sind, dass sie Schuld an dem seien, was ihnen passiert sei.

Behandlung der PTBS

Um eine PTBS zu behandeln, stehen unterschiedliche Therapien zur Auswahl. Welche Therapie die richtige ist, hängst vor allem davon ab, wie schwer die Störung ist. Sollte sich ein Betroffener noch in einer traumatischen Situation befinden, wie zum Beispiel in einer Familie, in der es zu körperlicher Gewalt kommt, ist es besonders wichtig, den Betroffenen aus diesem Umfeld herauszuholen. Im nächsten Schritt erfolgt dann die Stabilisierung des Betroffenen. Ein Therapeut kann Betroffenen dabei helfen, mit den traumatischen Erinnerungen besser umzugehen. Das kann beispielsweise mithilfe von Gesprächen, Rollenspielen, imaginativen Verfahren oder Entspannungsübungen erfolgen.

In einigen Fällen können auch Medikamente zum Einsatz kommen. Hierbei handelt es sich dann um Antidepressiva sowie Beruhigungsmittel. Jedoch sollten Beruhigungsmittel nur kurzfristig eingesetzt werden, da diese abhängig machen.

Mit therapeutischer Hilfe kann eine PTBS überwunden werden. In einigen Fällen kann sie aber auch lange anhalten. Sollte die Störung unbehandelt bleiben, kann sie einen chronischen Verlauf annehmen, sodass die Beschwerden schlimmstenfalls ein lebenslang bestehen. Infolge dessen besteht ein erhöhtes Risiko, an Depressionen oder einer Angststörung zu erkranken. Darüber hinaus können auch Alkohol- und Medikamentenmissbrauch die Folge sein.

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