Quebec verbietet cannabishaltige Süßwaren

Drei Monate vor dem Inkrafttreten der Vorschriften für Lebensmittel im ganzen Land haben Beamte in Quebec ein Verbot von cannabisbasierten Süßwaren und topischer Produkte angekündigt. Besonders cannabishaltige Lebensmittel, die für Kinder attraktiv seien könnten, wie etwa Schokolade, ist den Beamten ein Dorn im Auge.

Quebec verbietet cannabishaltige Süßwaren

Die Legalisierung von Cannabis für Freizeitzwecke in Kanada erfolgte im Herbst 2018. Ende Oktober 2019 soll die zweite Legalisierungsvorschrift in Kraft treten (Leafly.de berichtete). Die Provinzregierung von Quebec kündigte jetzt allerdings an, dass sie den Verkauf von cannabishaltigen Süßwaren in ihrem Gebiet verbieten werde.

Sonderreglungen in Quebec

Quebec begründete seine Entscheidung damit, dass die von Ottawa getroffenen Maßnahmen zur Regulierung des Verkaufs von essbaren Cannabisprodukten unzureichend seien. Daher hat die Regierung um Francois Legault ihr eigenes Regelwerk vorgestellt. In einer Pressemitteilung ließ die Regierung von Quebec verlauten, dass die Vorschriften besonders und ausdrücklich im Bezug auf  „die Ziele der Provinz im Bereich der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit“ ungenügend seien.

Weiter heißt es, dass jedes in Quebec verkaufte feste Lebensmittel auf Cannabisbasis, keinen THC-Wert von mehr als 5 mg pro Einheit und 10 mg pro Packung aufweisen darf. Für flüssige Verbrauchsmaterialien beträgt der Grenzwert 5 mg pro Behälter. Auch werde eine Begrenzung der THC-Grenzwerte für alle in der Provinz verkauften Cannabisprodukte auf 30 Prozent angestrebt.

Die Provinz will alles tun, um die Normalisierung der Cannabisprodukte und die Anziehungskraft, die sie auf junge Menschen ausüben können, zu verringern. Quebec möchte daher jeden Zusatzstoff verbieten, der den Geruch, Geschmack oder die Farbe des Produkts zu verändern könnte.

Auch möchten sie die Risiken einer unbeabsichtigten Vergiftung und Gesundheitsrisiken, die durch Produkte mit einem hohen THC-Gehalt auftreten könnten, hervorheben. Nach den provinziellen Vorschriften werden ebenfalls mit Cannabis versetzte Topika „vorerst“ verboten sein.

Kanadas zweite Legalisierungswelle

In der sogenannten zweiten Legalisierungsvorschrift werden drei neue Produktkategorien legalisiert: Lebensmittel, Extrakte und solche, die für den topischen Gebrauch – auch bekannt als Lokaltherapie – genutzt werden.

Nach föderalen Vorschriften sind essbare Produkte auf 10 Milligramm THC pro Packung und 1.000 Milligramm pro Packung für Konzentrate und Topicals begrenzt. Die Regeln verbieten es, dass die Produkte „für Kinder attraktiv“ sind bzw.  die Verpackungsgestaltung kindgerechte gesundheits- und nährwertbezogene Angaben enthalten.

Sogenannte alternative Cannabisprodukte werden am 17. Oktober in Kanada legal zum Verkauf angeboten. Die Beamten schätzen, dass es etwa 60 Tage dauern wird, bis die Produkte in die Verkaufsregale kommen. Somit verzögert sich der Verkauf von cannabishaltigen Lebensmitteln in Kanada voraussichtlich bis Dezember dieses Jahres.

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