Unternehmer Rossner plant Anbau in Atombunker

Autor: Alexandra Latour

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Ein Atombunker in Memmingen soll jetzt für den Cannabis-Anbau genutzt werden. Einst war der Bunker als Startplatz für Atomwaffen während des Kalten Krieges gedacht. Genutzt wurde er jedoch nie für diese Zwecke.

Unternehmer Rossner plant Anbau in Atombunker

Der Unternehmer Christoph Rossner plant, im Nuklearbunker in Memmingen Europas größten Cannabis-Anbau für medizinische Zwecke einzurichten. Nach eigenen Angaben suchte der Unternehmer aufgrund der strengen Anbaubeschränkungen in Deutschland nach einem Standort, der höchste Sicherheit bietet. „Dieser Ort ist perfekt für uns“, so Rossner.

Auf der Militärbasis Memmingen wollte die NATO in den 1956 bis 2003 Atomwaffen herstellen, sollte der Kalte Krieg jemals eskalieren. Der Bunker wurde jedoch für solche Zwecke niemals genutzt und steht seit dem Jahr 2003 leer.

Rossner will die rund 11.000 Quadratmeter große Anlage in eine Cannabisfarm umrüsten, in der Pflanzen für den deutschen Marihuana-Markt wachsen werden. Die Einrichtung wird außerdem Cannabis für Forscher der Technischen Universität München und der Universität von British Columbia in Vancouver bereitstellen.

In Tresoren, die die Größe von Schiffscontainern haben, werden Chemiker hochpotente Marihuana-Stämme abschneiden, um genetische Klone zu erzeugen, die gepflanzt werden, um mehr Pflanzen zu produzieren. Der Prozess gewährleistet die Konsistenz von einer Ernte zur nächsten. In der Krypta wird ein Industrieofen, in dem einst giftige Stoffe verbrannt wurden, dazu verwendet, überschüssiges toxisches Material zu verbrennen. Dies war eine Forderung der Behörden. Der Umbau wird voraussichtlich zwischen 1,8 Millionen US-Dollar und 2,5 Millionen US-Dollar kosten.

Deutschland hat im März 2017 Cannabis als Medizin legalisiert und damit Europas größten Markt für pharmazeutisches Cannabis geschaffen. Ärzte können Cannabis Patienten verschreiben, die an Krebs, Multipler Sklerose, chronischen Schmerzen und anderen schweren Krankheiten leiden. Die Kosten sollen von den Krankenversicherungen übernommen werden.

Zwischen März und November letzten Jahres hat sich die Zahl der Deutschen, die ein Rezept für pharmazeutisches Cannabis erhalten haben, auf etwa 10.000 Patienten verzehnfacht, so die deutsche Nachrichtenseite „The Local“. Aktuell importiert Deutschland noch das Cannabis aus gut etablierten Märkten wie Kanada und den Niederlanden.

Wenn Rossner die Zustimmung der Drogenkontrollbehörde der Bundesregierung einholt, könnte seine Firma Bunker PPD im Frühjahr 2018 damit beginnen, Cannabispflanzen für medizinische Zwecke zu züchten.

Rossner kommt aus dem illegalen Markt in die legale Cannabis-Branche. In den späten 90ern gründete der aufstrebende Unternehmer eine „illegale Cannabis-Apotheke“ und verkaufte Cannabis an Kunden, die an Krebs, Morbus Crohn und Arthritis litten. Dafür verbrachte er fünf Monate im Gefängnis und vier Monate in der Therapie.

„Es war nicht schwer für mich, ins Gefängnis zu gehen für all diese Leute“, sagte Rossner gegenüber Business Insider. „Ich weiß in meinem Herzen, dass ich auf der richtigen Seite bin.“

Quelle:

http://uk.businessinsider.com/legal-marijuana-farm-inside-a-nuclear-bunker-2018-1?r=US&IR=T

 

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