Sativex: Neue Studie an Demenzpatienten in Planung

Demenzpatienten leiden häufig unter Unruhe und zeigen ein aggressives Verhalten. Britische Forscher wollen jetzt im Rahmen einer Pilotstudie herausfinden, ob das Cannabismedikament Sativex diese Symptome einer Demenz lindern kann.

Sativex: Neue Studie an Demenzpatienten in Planung

Einem aktuellen Medienbericht ist zu entnehmen, dass Forscher des King´s College in London diesen Herbst das Cannabismedikament Sativex an Patienten mit Demenz testen, um festzustellen, ob das es bei der Behandlung von Symptomen wie Unruhe und Aggression helfen kann. Bei Sativex handelt es sich um ein Mundspray, das THC und CBD enthält, und in der Regel zur Symptomverbesserung bei Multipler Sklerose eingesetzt wird.

Der leitende Forscher Chris Albertyn hofft, dass das Medikament als Alternative zu Antipsychotika eingesetzt werden kann. Diese kommen häufig zur Behandlung von Unruhe und Aggressionen bei Demenzkranken zum Einsatz. Allerdings sind Antipsychotika mit gefährlichen Nebenwirkungen verbunden.

Interview mit Albertyn über Sativex und die geplante Studie

Der Forscher Chris Albertyn erklärte in einem Interview auf die Frage, warum Sativex Demenzpatienten helfen könnte, folgendes:

„Wenn ein Patient sehr verwirrt und verstimmt ist, ist es verständlich, dass er erregt und vielleicht aggressiv ist. Dies ist das Symptom, auf das wir abzielen möchten. Derzeit gibt es kaum pharmakologische Behandlungen, weshalb oftmals Antipsychotika zum Einsatz kommen. Das hat negative gesundheitliche Folgen für den Einzelnen sowie wirtschaftliche Auswirkungen auf die Krankenhäuser.“

Darüber hinaus erklärte er, dass man nach einer sicheren, aber ebenso wirksamen, wenn nicht effektiveren Alternative suche. Für die geplante Studie habe man aktuell 60 Demenzpatienten rekrutiert. Zum Einsatz komme ein randomisiertes Kontrolldesign mit einem Placebo, sodass 30 Patienten Sativex und 30 Patienten ein Placebo erhalten. Damit sei ein direkter Vergleich möglich.

„Wir möchten sicherstellen, dass wir diese Studie in einer kontrollierten, angemessenen Umgebung durchführen, in der wir auf mögliche Risiken achten können. Wenn bei einem Cannabis-Medikament etwas schief geht und es verantwortungslos angewendet wird, kann dies die zukünftige Arbeit und die Aufmerksamkeit auf sein therapeutisches Potenzial beeinträchtigen“, erklärte Albertyn weiter.

Multinationale Studien in Planung

Weiter führte Albertyn aus, dass er hoffe, nach der Pilotstudie auch größer angelegte Studien durchführen zu können. Denn man wolle das therapeutische Potenzial von Cannabismedikamenten weiter untersuchen. Insbesondere die Wirkung von Sativex auf Demenzpatienten, die unter starker Unruhe und Aggressionen leiden.

 

 

 

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