Cannabis-Handel in der Schweiz steigert Bundesfinanzen

Autor: Alexandra Latour

Verõffentlicht am: 23. August 2018

Geändert am: 23. August 2018

Die Bundesfinanzen in der Schweiz profitieren vom legalen Cannabis-Handel. Das geht aus einer Hochrechnung des Jahresergebnisses 2018 hervor. Und damit ist die Schweiz nicht allein, denn weltweit verzeichnet der legale Cannabis-Handel eindrückliche Wachstumszahlen.

Cannabis-Handel in der Schweiz steigert Bundesfinanzen

Während die einen Cannabis als Genussmittel schätzen, hilft es anderen gegen Übelkeit, Unruhe oder Entzündungen. Der legale Cannabis-Handel boomt. In einem Artikel wird jetzt berichtet, dass in der Schweiz budgetierte Einnahmen aus den Verkäufen von legalem Cannabis in Höhe von rund 15 Millionen Schweizer Franken (CHF) angefallen seien, so das Finanzdepartement.

Der Bund hatte laut Aussage der Eidgenössischen Zollverwaltung im Jahr 2017 aus den Tabaksteuern auf legale Joints 13 Millionen CHF eingenommen. Wenn sich die Prognose für das Jahr 2018 bewahrheitet, steigen die Erträge gegenüber dem Vorjahr deutlich an.

Eidgenossenschaft erhofft sich höhere Einnahmen in den Folgejahren

Offiziell zählt die Eidgenossenschaft jetzt darauf, dass ihr der legale Cannabis-Handel auch in den folgenden Jahren hohe Einnahmen verschafft. Sarah Pfäffli, Sprecherin der Finanzverwaltung, bestätigte auf Anfrage, dass das Bundesbudget 2019 erstmals mit dem Geld aus der Cannabis-Besteuerung kalkuliert wird.

Die Publikation des Voranschlags erfolgt in ein bis zwei Wochen. Hierfür sieht Pfäffli Einnahmen in etwa derselben Höhe wie im Jahr 2018 vor, also 15 Millionen CHF. Weiter heißt es, dass der Cannabis-Handel nach wie vor als großer Wachstumsmarkt angesehen werde. Zudem rechne man aber auch mit mehr Wettbewerb und Verdrängung. Laut Pfäffli führen diese zwei Effekte zur Budgetierung im bisherigen Umfang.

Cannabis-Handel als winziger Budgetposten

Bisher hatte der Bund davon abgesehen, Cannabis in das Budget einzubeziehen. Grund hierfür sei vermutlich die fehlende Erfahrung. Denn in der Schweiz darf Cannabis nur verkauft werden, wenn der THC-Anteil in der Pflanze unter einem Prozent liegt. Erst vor zwei Jahren genehmigte das Bundesamt für Gesundheit den Verkauf von THC-armen Hanfzigaretten (Leafly berichtete). Es gab also wenig Zeit, um die Marktdynamik zuverlässig einzuschätzen.

In den nächsten Jahren wird sich dies wohl ändern. Zwar ist Cannabis mit den Totaleinnahmen in Höhe von rund 73 Milliarden CHF laut der Hochrechnung 2018 ein „winziger“ Budgetposten, jedoch kann Cannabis schon als Wirtschaftsfaktor angesehen werden. Laut Angaben der Zollverwaltung sind aktuell 630 Hersteller registriert und für das Jahr 2018 ist mit einem Umsatz von ungefähr 60 Millionen CHF zu rechnen.

 

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