Spanien: Neue Studie zu Cannabis und Psychose

Die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Cannabiskonsum und dem Entstehen einer Psychose gibt, kann noch nicht endgültig sicher beantwortet werden. Denn hier ist sich die Forschung uneinig. Forscher in Spanien konnten jetzt beispielsweise keinen Zusammenhang feststellen.

Spanien: Neue Studie zu Cannabis und Psychose

Immer wieder untersuchen Forscher den potenziellen Zusammenhang zwischen dem Cannabiskonsum und dem Entstehen von Psychosen. Ende März dieses Jahres sorgten bereits die Ergebnisse einer britischen Studie für Diskussionen (Leafly.de berichtete). In Spanien kamen die Forscher jetzt aber zu einem überraschenden Ergebnis. Denn diese konnten im Rahmen ihrer Studie keinen Zusammenhang zwischen dem Cannabiskonsum und dem Entstehen von Psychosen bei Teenagern feststellen.

Durchführung der Querschnittsstudie in Spanien

Die durchgeführte Querschnittsstudie in Spanien konnte aufgrund ihres Designs keine Aussagen über die Kausalität machen, sondern nur, dass bestimmte Phänomene zusammen auftraten. In der medizinischen Forschung ist eine Querschnittsstudie eine Art Beobachtungsforschung, die Daten einer Population oder einer repräsentativen Teilmenge zu einem bestimmten Zeitpunkt analysiert.

Nichtsdestotrotz liefert die Studie in Spanien wichtige Beweise für die Debatte über einen vermeintlichen Zusammenhang zwischen Cannabis und psychiatrischen Problemen. Eine Kontroverse, die immer wieder auftaucht. Insbesondere in den USA, wenn einzelne Bundesstaaten darüber nachdenken, Cannabis für Freizeitzwecke zu legalisieren.

„Es wurde kein Zusammenhang zwischen psychotischen Symptomen und Cannabiskonsum festgestellt“, heißt es in der neuen Studie aus Spanien.

Ergebnisse der Studie

Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass die Zusammenhänge zwischen psychotischen Symptomen und Cannabis komplex sind. Hier müssen viele verschiedene Variablen beachtet werden, einschließlich einer genetischen Veranlagung. Gleichzeitig fanden die Forscher heraus, dass Cannabis mit erhöhten emotionalen und/oder Verhaltensproblemen verbunden war.

„Es scheint, dass der Konsum von Cannabis das Risiko einer komorbiden Psychopathologie erhöht. Dies erhöht wiederum das Risiko einer Psychose. Sobald wir die Daten für fremde Faktoren [Störfaktoren] angepasst hatten, verschwanden jedoch die [direkten] psychotischen Symptome,“ erklärte der Hauptautor Eduardo Fonseca-Pedrero.

Die Ergebnisse aus der Studie in Spanien scheinen zu bestätigen, dass der Konsum von Cannabis für Jugendliche mit psychischen Problemen, die auf eine spätere psychische Erkrankung hindeuten könnten, ein erschwerender Faktor sein kann.

Diese vorsichtigen Schlussfolgerungen seien jedoch weit entfernt von der Annahme, dass der Cannabiskonsum die Wahrscheinlichkeit erhöht, eine Psychose zu entwickeln oder sogar, dass eine Psychose eine Nebenwirkung des Cannabiskonsums sein könnte.

Vorbelastete Jugendliche haben ein erhöhtes Risiko

In der Studie stellten die Forscher zwar keinen Zusammenhang zwischen dem Cannabiskonsum und psychotischen Symptomen fest, sie stellten jedoch fest, dass der Cannabiskonsum mit Verhaltens- und emotionalen Problemen verbunden war. Dies könnte auf eine mögliche zukünftige psychiatrische Diagnose hindeuten.

Während die Cannabisforschung umstritten bleibt, sind Forscher im Allgemeinen vorsichtig, wenn es darum geht, Schlussfolgerungen aus begrenzten Studien zu ziehen. Es könnte sich ein vorläufiger Konsens entwickeln, dass Cannabis keine psychischen Erkrankungen hervorruft. Bei Jugendlichen, die genetisch für bestimmte psychiatrische Diagnosen wie Schizophrenie und Psychosen prädisponiert sind, könnte der Cannabiskonsum jedoch einen negativen Einfluss haben.

 

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