Spitzensportler und Cannabiskonsum

Autor: Gesa Riedewald

Verõffentlicht am: 11. September 2018

Geändert am: 11. September 2018

Konsumieren Spitzensportler Cannabis – in der Freizeit oder als Medizin? Und wenn ja, wie wirkt sich Cannabis auf die Gesundheit und die Leistung der Athleten aus? Eine neue Forschungsarbeit zeigt, dass es keinen Beweis dafür gibt, dass Cannabis eine leistungssteigernde Droge ist.

Spitzensportler und Cannabiskonsum

Cannabis steigert nicht Leistung von Spitzensportler

Eine wissenschaftliche, nicht-systematische Literaturrecherche untersuchte die Frage, wie sich Cannabis auf die Gesundheit und die Leistungen diverser Spitzensportler auswirkt. Das wichtigste Ergebnis: Es gibt keine Beweise für Cannabis als leistungssteigernde Droge. Für die Forschungsarbeit wurden medizinische Artikel der Meta-Datenbank Medline und PubMed ausgewertet. Die Texte bezogen sich auf die Suchbegriffe Cannabis / Marihuana und Sport / sportliche Leistung. Hauptautor der Arbeit ist Mark Ware, Direktor für klinische Forschung an der „Alan Edwards Pain Management Unit“ der McGill Universität in Montreal, Kanada.

Zielsetzung der Untersuchung

Cannabis kann potenziell Auswirkungen auf die Gesundheit von Sportlern sowie auf die Leistung bei Training und Wettkampf haben. Wie der Hauptautor schreibt, ist das Ziel der Überblicks-Arbeit, „die Herausforderungen bei der Bewertung von Informationen in Bezug auf sportliche Spitzenleistungen aufzuzeigen und auf wichtige Forschungsbereiche hinzuweisen, denen wir uns widmen müssen.“

Gesundheitliche Schäden bei Sportlern durch Cannabis gering

Cannabis kann aus verschiedenen medizinischen und nichtmedizinischen Gründen eingenommen werden. Die Arbeit zeigt, dass die Evidenz für die Wirksamkeit von Cannabis begrenzt ist. Vielversprechende Ergebnisse wurden bei der Behandlung chronischer Schmerzen erzielt.

Einen Beweis für gesundheitliche Schäden fanden die Forscher nicht, dennoch warnen sie vor den Gefahren durch Cannabis-Missbrauch: „Obwohl der Nachweis von ernsthaften Schäden durch den Cannabis-Konsum für die Gesundheit von Sportlern begrenzt ist, sollte man sich des Potenzials für Missbrauch und psychische Probleme bewusst sein.“

Wie häufig Spitzensportler Cannabis konsumieren, ist nicht bekannt. Die Einnahme wird aber mit bestimmten Hochrisiko-Sportarten verbunden. Es gibt keine Beweise dafür, dass Cannabis eine leistungssteigernde Wirkung im Sport hat.

Einstellung zu Cannabis ändert sich langsam

Die gesellschaftlichen und kulturellen Normen und Erfahrungen in Bezug auf Cannabis verändern sich. Dies spiegeln der Einsatz von Medizinalhanf wie auch der nichtmedikamentöse Konsum von Cannabis unter Sportlern wider, so die Autoren der Untersuchung. Diese zeigt auch auf, in welche Richtung weiterführende Forschungen unternommen werden sollten:

„Die potentiellen positiven Effekte von Cannabis als Teil eines Schmerzmanagement-Protokolls, einschließlich der Reduzierung von Symptomen einer Gehirnerschütterung, sollten weiter untersucht werden“, so Mark Ware.

Nachdem CBD, ein nichtpsychoaktiver Wirkstoff von Cannabis, von der WHO als ungefährlich eingestuft wurde, ist es in der Profi-Basketball-Liga BIG3 in den USA zur Schmerztherapie erlaubt. Auch viele andere amerikanische Sportler wünschen sich Cannabis als Medizin zur Behandlung ihrer Schmerzen – leider bisher vergeblich.

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