Sri Lanka baut Medizinalhanf an

Autor: Gesa Riedewald

Verõffentlicht am: 18. Juli 2018

Geändert am: 18. Juli 2018

Sri Lanka erlaubt den Anbau und den Export von Cannabis für den medizinischen Einsatz. Auch die traditionelle ayurvedische Medizin soll von dem legalen Anbau profitieren, denn dort ist Cannabis ein wichtiger Bestandteil. Bisher war es Ärzten nicht möglich, hochwertiges Cannabis für ayurvedische Rezepturen zu erhalten.

Sri Lanka baut Medizinalhanf an

Sri Lanka ist bisher vor allem für seine Gewürzvielfalt, Tee und ayurvedische Medizin bekannt. Doch das soll sich bald ändern. Der Inselstaat, der südlich von Indien vorgelagert ist, will pharmazeutisches Cannabis anbauen und exportieren. Davon erhofft man sich einen Aufschwung der heimischen Wirtschaft und einen erleichterten Zugang zu Cannabis als Heilmittel für ayurvedische Ärzte und Anwendungen.

Sri Lanka plant erste Cannabis-Plantage

Sri Lanka will in Zukunft Cannabis für medizinische Zwecke anbauen und exportieren. Zunächst werde auf einer rund 100 Hektar großen Plantage Cannabis angebaut, gab Gesundheitsminister Rajitha Senaratne bekannt. Dort könne Sri Lanka mehr als 25 Tonnen Medizinalhanf pro Jahr produzieren.

Laut Gesundheitsminister wolle das Land mit dem Anbau „Millionen von Dollar“ verdienen. Sri Lanka eigne sich gut für den Anbau, hingegen in kalten Ländern sei der Cannabis-Anbau nicht effektiv, erklärte der Politiker kürzlich auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Colombo.

Cannabis in Sri Lanka bisher illegal

Der Anbau von Cannabis war bisher in Sri Lanka verboten, obwohl der Wirkstoff eine wichtige Rolle in der traditionellen ayurvedischen Medizin spielt. Die britische Kolonialregierung regulierte bereits Ende des 19. Jahrhunderts den Anbau von Cannabis. 1907 verboten die Briten dann die Produktion von Cannabis komplett.

Cannabis in der traditionellen ayurvedischen Medizin

Wie der Gesundheitsminister Rajitha Senaratne erklärte, darf Cannabis in Sri Lanka legal als ayurvedischer Wirkstoff verwendet werden. Allerdings ist der traditionelle Markt für Pflanzenmedizin derzeit auf Zuwendungen der Gerichte angewiesen: Illegal angebaute oder geschmuggelte Drogen, die die Polizei beschlagnahmt, werden nach einer langen Prozedur für die ayurvedische Medizin freigegeben. Dann ist das Cannabis aber bereits alt und wenig brauchbar. Außerdem wird dieses Cannabis auch nicht nach festgelegten Qualitätsstandards angebaut.

„Wenn unsere einheimischen Ärzte dieses Cannabis bekommen, ist es etwa vier bis fünf Jahre alt und hat seine Wirksamkeit verloren“, erklärt Minister Senaratne. „Viele ayurvedische Ärzte haben sich darüber beschwert, dass sie für ihre Rezepturen kein qualitativ hochwertiges Cannabis erhalten.“

Gutes Cannabis ist aber eine wichtige Zutat bei der Zubereitung der traditionellen Medizin, erklärt der Gesundheitsminister. Daher werden auch die Menschen in Sri Lanka, die sich mit ayurvedischer Medizin behandeln lassen, vom Cannabis-Anbau in ihrem Heimatland profitieren.

Cannabis als Medizin weltweit

Kürzlich hatte das südostasiatische Thailand bekannt gegeben, dass es ein medizinsches Cannabis-Gesetz plane. Die Neuregelung, die seit letztem Jahr in Arbeit ist, erlaubt es Ärzten, Cannabis auf Rezept zu verschreiben. Darüber hinaus soll die medizinische Cannabisforschung am Menschen ermöglicht werden. Mit dem neuen Gesetz nimmt das Land eine Vorreiter-Stellung in Asien ein. Auch auf anderen Kontinenten wie Afrika, Südamerika, Australien und Neuseeland machen die Bemühungen Fortschritte und es ist mit einer baldigen medizinischen Legalisierung zu rechnen.

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