Studie: Sportler nutzen Cannabis gegen Schmerzen

Forscher in Colorado haben untersucht, wie sich der Cannabiskonsum auf Sportler auswirkt. Dabei fanden sie heraus, dass Cannabis hauptsächlich gegen Schmerzen eingesetzt wird.

Studie: Sportler nutzen Cannabis gegen Schmerzen

Der US-Bundesstaat Colorado hat Cannabis bereits im Jahr 2014 vollständig legalisiert (Leafly.de berichtete). Die Canna Research Group hat jetzt mit ihrer Studie „Cannabiskonsum bei aktiven Sportlern: Verhaltensweisen im Zusammenhang mit subjektiven Effekten“ das Muster des Cannabiskonsums von erwachsenen Athleten untersucht.

Bei der Canna Research Group handelt es sich laut eigenen Angaben um Berater für Hersteller, Händler und Organisationen, die Cannabisforschung für die Behandlung chronischer Schmerzen in Betracht ziehen. Das Bildungsangebot richte sich an medizinische Fachkräfte, Branchenführer und Patienten.

„Es gab nicht viel Forschung darüber, wie Cannabis hilft. Sportler schlafen normalerweise nicht gut und sind ängstlich. Wir wollten daher wissen, wie viel Prozent von ihnen Cannabis konsumieren, wie ihre Konsummuster sind und wie sich dies auswirkt“, erklärte die Forscherin Dr. Joanna Zeiger.

Motivation für Studie „Cannabis und Sportler“

Für die Forscherin Zeiger war ein Teil der Motivation für die Durchführung dieser Cannabis-Studie vor allem ihre frühere sportliche Karriere. Von 1998 bis 2010 war sie professionelle Triathletin, gewann mehrere Ironman-Events und belegte bei den Olympischen Spielen 2000 den vierten Platz.

Im Jahr 2009 führte dann ein Fahrradunfall, bei dem ihr das Schlüsselbein gebrochen und der Brustkorb geschädigt wurde, dazu, dass sie Cannabis gegen chronische Schmerzen einsetzte.

„Zu dieser Zeit gab es ein großes Stigma gegen die Verwendung von Cannabis. Als es legal wurde, beseitigte es diese Barriere des Stigmas. Meine persönliche Abneigung änderte sich dann“, so Zeiger.

Durchführung der Studie

Zeiger hoffte, dass es anderen Menschen ähnlich gehen könnte. Um so viele Athleten wie möglich zu erreichen, wurde online eine Umfrage für alle englischsprachigen Athleten durchgeführt, die mindestens 21 Jahre alt waren.

Die Ergebnisse zeigten dann, dass von 1.161 Athleten, die die Umfrage abgeschlossen hatten. Hier gaben 301 Befragte an, derzeit Cannabiskonsumenten zu sein. Die Mehrheit dieser Gruppe bestand dabei aus Männern, die älter als 40 Jahre alt waren. Mehr als die Hälfte der Cannabiskonsumenten gab an, drei oder weniger Mal pro Woche Cannabis konsumiert zu haben.

„Wir wollten eine bestimmte definierte Population gesunder, aktiver Sportler ansprechen. Außerdem wollten wir sehen, welche Rolle Cannabis spielt und welche Auswirkungen Cannabis in dieser Gruppe hat“, erklärte Dr. William Silvers, Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität von Colorado.

Ergebnisse der Studie

Die Studie zeigte, dass Cannabis sich auf das Wohlbefinden eines Athleten auswirkt, mit unterschiedlichen beruhigenden und nachteiligen Nebenwirkungen wie Angstzuständen oder Paranoia. Eine Kombination aus THC und CBD erwies sich als am vorteilhaftesten für das Wohlbefinden und die Beruhigung. Den Untersuchungen zufolge hatte es nur geringe nachteilige Auswirkungen.

Darüber hinaus gaben die Sportler an, Cannabis hauptsächlich bei Erkrankungen wie chronischen Schmerzen und Angstzuständen zu verwenden. Eine Kombination von CBD und THC linderte Schmerzen und Angstzustände stärker als CBD allein.

Weitere Untersuchungen in Planung

Die Forschung zum Cannabiskonsum und zu bestimmten Gruppen wird nicht so bald aufhören, da Zeiger und Silvers den Cannabiskonsum in einer demografischeren Perspektive untersuchen möchten.

„Ältere Erwachsene sind die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe, die den Cannabiskonsum initiiert. Sie verwenden Cannabis, um zu sehen, ob es bei verschiedenen Krankheiten hilft. Und wir wollen den Nutzen und Schaden von Cannabis bei älteren Erwachsenen untersuchen“, so Zeiger.

Während sie weiterhin Cannabiskonsumenten untersuchen, interessiert sich Silvers vor allem für die langfristigen Auswirkungen und die Beliebtheit von Cannabisprodukten.

„Es ist auch wichtig zu sehen, wie Cannabisprodukte, die herausgebracht werden, die Verbraucher beeinflussen. Das Ergebnis kann dazu genutzt werden, um zu sehen, was die Menschen heute und in Zukunft verwenden“, so Silvers.

 

Hinweis: In diesem Artikel berichten wir über rezeptpflichtiges CBD oder auch Cannabidiol. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag. Nutzversprechen bleiben den Apothekern überlassen.

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