Neue Studien zu langfristigem Cannabiskonsum

Autor: Alexandra Latour

Verõffentlicht am: 13. Dezember 2017

Geändert am: 26. Juli 2018

Vor Kurzem wurden zwei neue Studien veröffentlicht: Statistisch gesehen kann der Cannabiskonsum eine signifikante Verringerung der opioidbedingten Todesfälle bewirken. Hingegen kann der langfristige Konsum das Gehirn auf zellularem Niveau abändern.

Neue Studien zu langfristigem Cannabiskonsum

Die erste Studie stammt von Forschern der Brigham Young University und wurde in der Zeitschrift „JNeurosci“ veröffentlicht. Im Ergebnis heißt es, dass der langfristige Cannabiskonsum die Zellenaktivität der Gamma-Aminobuttersäure – kurz GABA – im ventralen Segmentalbereich (VTA) abschwächen kann, was jedoch den Forschern zufolge notwendig für das Belohnungsverhalten von Dopaminzellen sei.

Im Rahmen der Studie wurden heranwachsenden Mäusen Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) injiziert. Die Forscher fanden heraus, dass das THC zelluläre Veränderungen im VTA auslöste, sodass die Tiere eine Abhängigkeit entwickelten.

Nachdem den Mäusen eine Woche täglich THC gespritzt wurde, kam es zu Beeinträchtigungen der GABA-Neuronenzellen. Fortan war es schwierig, das gleich hohe Niveau zu erreichen, ohne größere THC-Mengen zu verwenden.

Hingegen zeigten Mäuse, die lediglich eine Einmal-Injektion erhielten, nicht diese Veränderungen. Hieraus zogen die Forscher den Schluss, dass ein langfristiger Konsum von THC die Gehirnfunktion vermutlich beeinträchtigen könnte.

In der zweiten Studie, die im US-amerikanischen Journal des öffentlichen Gesundheitswesens veröffentlicht wurde, heißt es, dass die Legalisierung von Cannabis im Bundesstaat Colorado zu einer 6-prozentigen Verringerung der opioidbedingten Todesfälle geführt habe.

Zu dieser Annahme kamen Forscher der University of North Texas School of Public Health, der Emory University und der University of Florida. Laut den Forschern seien die Ergebnisse jedoch nur vorläufig, da bisher nur die Daten aus den zwei Jahren nach der vollständigen Legalisierung im Jahr 2014 ausgewertet hatten.

Die Forscher warnten in ihrer Studie, dass Cannabis zwar Gesundheitsvorteile besäße, jedoch „der vermehrte legalisierte Cannabiskonsum auch mit signifikanten potenziellen Schäden verbunden ist“.  Die Nachrichtenseite WXYZ äußerte sich hierzu wie folgt: „Damit Politiker die potenziellen positiven und schädlichen Auswirkungen dieser Gesetze ausgleichen können, müssen die Forscherinnen und Forscher weiterhin das gesamte Spektrum der gesundheitlichen Auswirkungen sowohl in der Klinik- als auch in der Bevölkerungsforschung untersuchen.“

Wir von Leafly.de sind immer wieder erstaunt, wie unterschiedlich die Forschungsergebnisse aussehen können.

Dazu hier einige Beispiele von anderen Studien, über die wir bereits berichtet haben:

https://www.leafly.de/cannabis-demenz-alzheimer/
https://www.leafly.de/studie-belegt-cannabis-verjuengt-das-gehirn/
https://www.leafly.de/neue-forschung-endocannabinoide-gegen-schmerzen-entzuendungen-angst/

Es sind dringend internationale Standards in der Cannabinoidenforschung nötig um hier die richtigen Ergebnisse zu erhalten.
Mehr hierzu im Artikel mit Catherine Jacobson, einer der weltweit anerkannten Forscherinnen in diesem Gebiet.

Quelle:

https://deutsch.rt.com/gesellschaft/59426-marihuana-rettet-zwar-leben-hat-aber-nebenwirkungen/

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