Südkorea legalisiert Cannabis als Medizin

Autor: Sandrina Koemm-Benson

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Südkorea ist das erste ostasiatische Land, das Cannabis als Medizin legalisiert hat. Dabei wurden überraschenderweise die Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit Epilepsie und anderen seltenen Krankheiten im konservativen Land ausgeweitet.

Südkorea legalisiert Cannabis als Medizin

Die  Nationalversammlung von Südkorea hat bereits am Freitag letzte Woche die Änderung des Gesetzes über die Behandlung von Suchtstoffen genehmigt, um nicht halluzinogene Dosen von Cannabis als Medizin zuzulassen. Dabei wurden überraschenderweise die Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit Epilepsie und anderen seltenen Krankheiten im konservativen Land ausgeweitet.

Südkorea adaptiert Deutschlandmodel

Die Verwendung von Cannabis, auch für medizinische Zwecke, wird nach wie vor streng von der Regierung kontrolliert. Die Patienten müssen, nachdem sie eine Verordnung vom Arzt erhalten, beim Korea Orphan Drug Center, einer Regierungsbehörde, die Verschreibung beantragen. Die Zulassung wird dann von Fall zu Fall erteilt. Dies teilte das Ministerium für Ernährung und Drogensicherheit des Landes mit.

Dies ist ein ähnliches Modell wie in Deutschland. Bei uns entscheiden am Ende die Gutachter des MDK über Therapie oder Nicht-Therapie. Allerdings sind die MDKs der einzelnen Bundesländer keine Staatsorgane. Sie unterstehen als sozialmedizinische Beratungs- und Begutachtungsdienste den gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungen.

„Südkorea legalisiert Cannabis für medizinische Zwecke, auch wenn es durch eine begrenzte Produktauswahl streng kontrolliert wird. Ein bedeutender Durchbruch für die globale Cannabisbranche. Die Bedeutung von Korea als erstes Land in Ostasien, das pharmazeutisches Cannabis auf Bundesebene zulässt, sollte nicht unterschätzt werden. Jetzt ist es eine Frage, wann andere asiatische Länder Südkorea folgen, nicht ob“, so Vijay Sappani, CEO von Ela Capital in Toronto, gegenüber MJBizDaily.

Überraschende Wende der Drogenpolitik in Südkorea

Der Umschwung kam überraschend. Südkorea hatte sich nach den wegweisenden Legalisierungsbemühungen Kanadas von den Cannabisreformen distanziert. Den Bürgern drohte noch vor Kurzem strafrechtliche Verfolgung, sollte Cannabiskonsum während ihres Lebens, Reisens oder Studiums im Ausland festgestellt werden.

In Südkorea gelten einige der strengsten Regeln für den Cannabiskonsum weltweit. Anders als in anderen Ländern, in denen Cannabis für den Freizeitkonsum zugelassen ist, wird diese hier nach wie vor strafrechtlich verfolgt. Südkorea kämpft bereits seit einiger Zeit mit der eigenen Identität. Zum einen gilt der Staat als eines der fortschrittlichsten Länder weltweit. Auf der anderen Seite spielen Traditionen eine große Rolle.

Nach den Anti-Drogen-Gesetzen des Landes sind Rauchen und Handel mit Cannabis weiterhin illegal. Die Schuldigen werden mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft.

Cannabis in Südostasien

Andere Staaten in der Nähe ziehen bereits medizinische Cannabisreformen in Betracht. Nach Insiderinformationen stehen Thailand und Malaysia kurz vor der medizinischen Legalisierung. Leafly.de berichtete. Doch vorerst schließt sich Südkorea als einziges Land in Asien Sri Lanka an, um Schritte zur Reform des absoluten Cannabisverbots zu unternehmen.

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