Tabakraucher haben weniger CB1-Rezeptoren

Autor: Alexandra Latour

Verõffentlicht am: 29. August 2018

Geändert am: 29. August 2018

Forscher des National Institutes of Health Maryland haben jetzt festgestellt, dass chronische Tabakraucher im Vergleich zu Nichtrauchern eine verminderte Anzahl der Cannabinoidrezeptoren CB1 aufweisen.

Tabakraucher haben weniger CB1-Rezeptoren

In der Studie heißt es, dass die CB1-Rezeptoren vermutlich beim Rauchen eine wichtige Rolle spielen. Die Ergebnisse ergänzen die früheren Studien der Forschungsgruppe, die denselben Befund bei Cannabis- und Alkoholkonsumenten feststellten. Die Reduktion von CB1-Rezeptoren könnte ein häufiges Merkmal der Sucht sein.

Ergebnisse der Studie

An der Studie nahmen 46 gesunde Männer teil. 18 der Teilnehmer waren häufige Zigarettenraucher und 28 waren Nichtraucher. Die Anzahl der Rezeptoren im Gehirn wurde mithilfe einer bildgebenden festgestellt.

Die Analyse zeigte eine fast 20-prozentige Verringerung der CB1-Rezeptoren in den Gehirnen von Rauchern im Vergleich zu Nichtrauchern. Die reduzierte Anzahl von Rezeptoren war im gesamten Gehirn vorhanden. Insgesamt sind 18 Regionen im Gehirn untersucht worden. Einige Regionen waren stärker betroffen waren als andere. Die Verringerung der Rezeptoren wurde nicht durch Erhöhung des täglichen Zigarettenkonsums oder durch einen Beginn des Rauchens vor dem Alter von 18 Jahren verschlimmert.

„Wir denken, dass die Reduktion von CB1-Rezeptoren ungesund sein kann, weil diese Rezeptoren an vielen normalen Gehirnfunktionen beteiligt sind, wie Gedächtnis und Bewältigung von Stress“, erklärte einer der Forscher.

Medikamente, die an den CB1-Rezeptor binden

Das Medikament Rimonabant kann die CB1-Rezeptoren blockieren. Dieses wurde in klinischen Studien zur Raucherentwöhnung getestet. Obwohl das Medikament bei der Entwöhnung half, verursachte es problematische psychiatrische Nebenwirkungen.

„Während Rimonabant mit einem inakzeptablen Risiko für Stimmungssymptome und Suizidgedanken verbunden war, sollten andere Suchtbehandlungen, die auf Cannabinoid-Signalwege abzielen, erforscht werden“, führte John Krystal, MD, Herausgeber der Biologischen Psychiatrie, aus.

Die Ergebnisse haben wichtige und unmittelbare Auswirkungen auf die Forschung, die die Rolle des Cannabinoidsystems im Gehirn bei neuropsychiatrischen Erkrankungen untersucht.

Da Rauchen bei Menschen mit neuropsychiatrischen Störungen so häufig vorkommt, müssen klinische Studien die Rauchgewohnheiten bei Patienten, die die Cannabinoidrezeptormessungen beeinträchtigen könnten, sorgfältig berücksichtigen.

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