Thailand plant Entwicklung einer Cannabisindustrie

In Bezug auf Cannabis ist das Land des Lächelns zwiegespalten. Auf der einen Seite gibt es in Thailand noch immer harte Drogengesetze und auf der anderen Seite soll nun die Entwicklung einer medizinischen Cannabisindustrie vonseiten der Regierung vorangetrieben werden.

Thailand plant Entwicklung einer Cannabisindustrie

Seit Dezember 2018 ist in Thailand einiges los. Zunächst stimmte das thailändische Interimsparlament für die Verwendung von Medizinalcannabis. Kurze Zeit später erarbeitete das neue Gremium der Abteilung für psychische Gesundheit eine entsprechende Leitlinie. Diese liegt nun dem Betäubungsmittelkontrollausschuss des Gesundheitsministeriums zur Prüfung vor.

Außerdem erteilte das Narcotics Control Committee vier Instituten in Thailand eine Genehmigung für den Anbau von Cannabis für medizinische Zwecke (Leafly.de berichtete). Darüber hinaus gab es im Mai diesen Jahres die Meldung, dass die Rangsit Universität als erste Hochschule in Thailand ein Cannabis-Studienprogramm für Studenten anbietet.

Medizinalcannabis hat oberste Priorität in Thailand

Einem aktuellen Medienbericht zufolge gehört nun die Entwicklung einer medizinischen Cannabisindustrie zu den obersten politischen Prioritäten der neuen Regierung in Thailand.

Premierminister Prayuth Chan-ocha, der frühere Junta-Führer, führt nach den Wahlen im März eine Zivilregierung an. Jetzt legt er die Politik für die Debatte in der Nationalversammlung fest. Das Richtliniendokument ist bereits veröffentlicht.

Die Entwicklung der medizinischen Cannabisindustrie war eine wichtige Forderung der Bhumjaithai-Partei, einer der größten Parteien in Prayuths 19-Parteien-Koalition.

„Das Studium und die technologische Entwicklung von Cannabis sollten für die medizinische Industrie beschleunigt werden, um wirtschaftliche Chancen und Einkommen für die Menschen zu schaffen“, heißt es in dem Grundsatzdokument.

Alle Thailänder sollen Cannabis anbauen dürfen

Bhumjaithai-Parteichef Anutin Charnvirakul ist jetzt stellvertretender Ministerpräsident und Gesundheitsminister. Er erklärte, sein Ziel sei es, allen Thailändern den Anbau von Cannabis zu ermöglichen, um Geld zu verdienen.

Weiter erklärte Anutin, dass es wichtig sei, Cannabis mit einem hohen Anteil an Cannabidiol (CBD) von der Liste der verbotenen Medikamente für den Anbau zu streichen. Zudem sollte den Krankenhäusern erlaubt werden, Medikamente mit CBD zu verschreiben.

Zu den dringenden Prioritäten der Regierung zählt vor allem die Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und wirtschaftlichen Problemen. Alle Forderungen benötigen jedoch die Unterstützung des Senats, der sich ausschließlich aus Vertretern der vorherigen Junta zusammensetzt. Ob die medizinische Cannabisindustrie in Thailand zu boomen beginnt, ist deshalb noch unklar.

 

 

 

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