THC-Mineralwasser – ein neuer Trend aus den USA?

Kohlensäurehaltiges Mineralwasser (Selters) erfreut sich in der Getränkeindustrie zunehmend größter Beliebtheit. Gleichzeitig gehört zu denen am schnellsten wachsenden Konsumgüter-Branchen die Cannabisindustrie. Jetzt will ein Unternehmen beide Märkte erschließen, und zwar mit THC-Mineralwasser.

THC-Mineralwasser – ein neuer Trend aus den USA?

Jonny Radding und Aaron Miles von Durango Organics haben jetzt laut einem Medienbericht zusammen mit Matt Vincent von Ska Brewing Co. und Ska Fabricating das Unternehmen Oh Hi Beverages gegründet und das erste THC-Mineralwasser produziert.

„Wir kennen uns schon eine Weile. Anfang der 90er Jahre waren wir gute Freunde am Fort Lewis College. Jonny wollte schon seit einiger Zeit ein Getränk für die Cannabisindustrie herstellen“, erklärte Matt Vincent.

Die Idee für das THC-Mineralwasser entstand, als das Trio von Constellation Brands hörte, der Hersteller von Corona und El Modelo Bier, das 4,8 Milliarden US-Dollar investierte, um ihren Anteil an dem kanadischen Cannabisunternehmen Canopy Growth zu erhöhen. Denn Cannabis-Biere sind der neueste Trend, den auch die großen Brauereien nicht verpassen wollen (Leafly berichtete).

THC-Mineralwasser enthält wasserlösliches THC

Die Zusammenarbeit des Trios begann bereits im Jahr 2010, als Vincent und Radding anfingen, über die Abfüllanlagen und die Einführung von Marken mit dem Wissen von Radding und Miles über die Cannabisindustrie diskutierten.

Das THC-Mineralwasser gibt es jetzt in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen wie Grapefruit, Zitrone, Granatapfel und Ingwer-Basilikum-Limeaid. Jede 12-Unzen-Dose enthält 10 Milligramm wasserlösliches THC und eine Dose werde zwischen 7 und 9 US-Dollar kosten.

Die Verwendung von wasserlöslichem THC im Mineralwasser verhindert den typischen Cannabisgeschmack. Außerdem enthält das Ingwer-Basilikum-Limeaid zusätzlich zu den 5 Milligramm THC auch 5 Milligramm CBD.

Brainstorming für die Aromen des THC-Mineralwassers

Das Brainstorming für Aromen begann im März 2017, als das Trio die beliebtesten Aromen für Mineralwasser erforschte und anschließend Rezepturen für ihre Getränke entwickelte, zunächst ohne THC.

Die Getränke mussten dann noch den Geschmackstest bei Freunden bestehen, bevor die Rezepte fertig waren.

„Wir hatten eine ganze Liste möglicher Geschmacksrichtungen wie Mango und Passionsfrucht, die wir schließlich auf vier Geschmacksrichtungen reduzierten“, erklärte Vincent.

Kindersichere Deckel für THC-Mineralwasser

Zunächst produzierte das Trio eine Kleinserie mit 3 000 Dosen pro Durchlauf. Oh Hi wird alle vier Geschmacksrichtungen herstellen, bevor die Getränke auf dem Markt für Freizeitcannabis in Colorado angeboten werden.

Ein großer Stolperstein für Oh Hi war die Entwicklung eines kindersicheren Deckels für die Dosen. Und so ging das Trio zu Tread Global, einem Hersteller in Denver, um den kindersicheren Deckel entwickeln zu lassen.

Tread Global behält Rechte an Kindersicherung

Zachariah Johnson, Vizepräsident der Geschäftsentwicklung von Tread Global, erklärte, dass seit den 70er Jahren nur wenig Designarbeit an kindersicheren Dosendeckeln geleistet wurde. Ein zunehmender Anteil der Arbeit von Tread Global sei in den letzten drei Jahren auf die Produktentwicklung für die legalisierte Cannabisindustrie in Colorado zurückzuführen.

Tread Global sieht für Kunden in Colorado und anderen Bundesstaaten und Nationen mit legalisiertem Cannabis, insbesondere Kalifornien und Kanada, einen hohen Bedarf an kindersicheren Deckeln für THC-Getränke.

Erstes THC-Mineralwasser in Colorado

Ein Marktsegment für THC-infundierte Energydrinks gibt es bereits, erklärte Radding. Zudem glaube er, dass es in Kalifornien bereits THC infundierte Sprudelwasser gebe. In Colorado sei es aber das erste THC-Mineralwasser.

Zukünftig will sich Oh Hi auch auf CBD-fundierte Mineralwässer konzentrieren. Der CBD-Markt sei schwieriger, da CBD in den Bundesstaaten legal sei.

 

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