Tilray: DEA genehmigt Import von Cannabisprodukten

Autor: Alexandra Latour

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An der UC San Diego startet jetzt eine Studie, in der die Wirkung von pharmazeutischem Cannabis auf den essentiellen Tremor untersucht wird. Das kanadische Unternehmen Tilray wird für diese Studie CBD- und THC-Kapseln zur Verfügung stellen, was von der DEA bereits genehmigt wurde.

Tilray: DEA genehmigt Import von Cannabisprodukten

Tilray, ein kanadisches Cannabis-Unternehmen, gab jetzt in einer Pressemitteilung bekannt, dass die US-amerikanische Drug Enforcement Agency (DEA) dem Import von CBD- und THC-Kapseln in die USA zugestimmt hat. Die Cannabisprodukte dienen der Forschung an der UC San Diego.

Tilray untersucht Cannabisprodukte bei Tremor-Patienten

Die CBD- und THC-Kapseln werden genutzt, um deren Wirkung auf den essentiellen Tremor zu untersuchen. Hierbei handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, die zu unkontrolliertem Zittern führt. In der aktuellen Mitteilung heißt es, dass 0,4 Prozent der Allgemeinbevölkerung unter einem essentiellen Tremor leiden.

Wie wird der essentielle Tremor behandelt?

In einem Artikel sind wir bereits ausführlich auf das Krankheitsbild essentieller Tremor eingegangen. Da die Ursachen immer noch unklar sind, ist die gezielte Behandlung sehr schwierig. Ob überhaupt eine medikamentöse Therapie infrage kommt, hängt vom Leidensdruck des Patienten ab. Mögliche Medikamente, um das Zittern zu unterdrücken, sind Betablocker, die normalerweise bei einem Bluthochdruck zum Einsatz kommen. Betablocker sind jedoch nicht nebenwirkungsfrei.

Am zweithäufigsten erfolgt der Einsatz von dem Antiepileptikum Primidon. Auch dieses Medikament kann schwere Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Wahrnehmungs- und Bewusstseinsstörungen, Sprachstörungen und Verdauungsbeschwerden hervorrufen.

Medizinalhanf gegen Anfallsleiden

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Medizinalhanf bei unterschiedlichen Anfallsleiden und anderen degenerativen neurologischen Störungen helfen kann. Forscher der UC San Diego nehmen an, dass pharmazeutisches Cannabis auch gegen das Zittern helfen könnte und eine viel sichere Behandlung sein könnte als Betablocker oder Antiepileptika.

Die Studie wird von Dr. Fatta Nahab geleitet, Neurologin und Leiterin des Labors für funktionelle Bildgebung von neurodegenerativen Störungen an der UC San Diego. Tilray stellt Cannabinoide in Kapselform zur Verfügung, die es den Forschern ermöglicht, ein Prüfpräparat zu testen, das die zwei aus der Cannabispflanze extrahierten Wirkstoffe Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC) enthält.

„Tilray ist stolz darauf, diese wichtige Forschung zu unterstützen. Wenn diese Studie Cannabinoide als mögliche Behandlung für Patienten mit essentiellem Tremor identifizieren kann, können wir weitere Untersuchungen durchführen und möglicherweise alternative wirksame Methoden zur Linderung der hohen Anzahl von Tremor-Patienten bereitstellen“, erklärte Dr. Catherine Jacobson, Leiterin der klinischen Forschung bei Tilray.

International Essential Tremor Foundation (IETF) bezuschusst Studie

Die IETF wird Gelder für die Studie an der UC San Diego zur Verfügung stellen. Der Direktor des Zentrums für medizinische Cannabisforschung Dr. Igor Grant erklärte:

„Wir freuen uns sehr über die Einleitung dieser Studie, die sich auch auf das CMCR-Programm zur Entdeckung des therapeutischen Potenzials verschiedener Cannabinoidpräparate erstreckt. Diese Studien sind vielversprechend, um neue Behandlungen für schwierig zu behandelnde Erkrankungen aufzudecken.“

Auch Patrick McCartney, Executive Director der International Essential Tremor Foundation, äußerte sich:

„Die IETF ist stolz darauf, Zuschüsse für diese Studie zur Verfügung zu stellen, die Hoffnung für die essentielle Tremor Gemeinschaft bietet. Die Wirksamkeit von Cannabis zur Behandlung des essentiellen Tremors ist seit Langem ein Thema in der essentiellen Tremor Community. Wir danken Dr. Nahab und dem UC San Diego Center für ihr Engagement.“

 

 

Hinweis: In diesem Artikel berichten wir über rezeptpflichtiges CBD oder auch Cannabidiol. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag. Nutzversprechen bleiben den Apothekern überlassen.

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