Trinidad & Tobago: Entkriminalisierung geplant

Ende 2018 kündigte Premierminister Keith Rowley an, dass die Regierung von Trinidad und Tobago die Entkriminalisierung von Cannabis bis Juni 2019 durchbringen wollte. 

Trinidad & Tobago: Entkriminalisierung geplant

In Trinidad & Tobago galt Cannabis bisher als illegal. Die Regierung kündigte an, die Entkriminalisierung von Cannabis bis Mitte des Jahres durchbringen zu wollen. Jüngsten Schritte regionaler Gebiete wie Jamaika, Antigua und Barbuda (Leafly.de berichtete) sowie der Karibikgemeinschaft (CARICOM) soll die Regierung von Trinidad & Tobago beeinflusst haben.

Durch die Gesetzesreform erhofft sich die Regierung von Trinidad und Tobago

  1. den Drogenhandel zu reduzieren,
  2. die Belastung der Justiz zu verringern,
  3. die religiöse Einbindung zu gewährleisten (Rastafaris) und die lokale Wirtschaft anzukurbeln.

Trinidad & Tobago aktuelle Gesetzeslage

Viele Bürger werden regelmäßig wegen Cannabis-Besitzes in Trinidad und Tobago verhaftet. Während Verhaftungen nicht immer zu einer Inhaftierung führen, gehen sie in der Regel mit einem Gerichtsurteil einher.

Nach den geltenden Rechtsvorschriften des Landes unterliegt der Besitz von Cannabis einer Geldstrafe von TT $25.000 (ca. $3.690 USD) und einer fünfjährigen Freiheitsstrafe. Basierend auf der Menge des gefundenen Cannabis, kann diese Strafe auch verdoppelt werden. Ebenso wenn bereits eine Vorstrafe vorliegt.

Drogenhandel in Trinidad & Tobago

Die Anwohner der Karibikinsel spüren ständig die Auswirkungen des Drogenhandels. Ein wesentlicher Grund für die neue Gesetzgebung sind die erwarteten Auswirkungen auf die lokale Strafverfolgung und die Justiz. Durch die Unterscheidung zwischen Cannabiskonsum und Drogenhandel des neuen Gesetzes würden Fälle von persönlichem Konsum nicht verfolgt werden. Dafür könnte sich die Behörden verstärkt auf die Verfolgung von Drogenhändler und Schmuggler konzentrieren, da mehr  Zeit, Geld und Ressourcen zur Verfügung stünden.

Darius Figuera, ein lokaler Kriminologe, stellte ebenfalls fest, dass die Entkriminalisierung die Häufigkeit von Verbrechen im Zusammenhang mit Cannabis drastisch verändern würde. Hierzu äußerte er sich wie folgt:

„Die Realität ist, dass das Verbot die Nachfrage nicht gedämpft hat. Tatsächlich übertrifft die Nachfrage 2019 die Nachfrage in den 90er Jahren. Die Nachfrage ist gestiegen, weil wir jetzt eine ganze digitale Generation haben, die verdeutlicht, dass sie dieses Verbotsgespräch abgelehnt und darauf bestanden hat, dass Ganja für ihr Wohlbefinden notwendig ist.“

Wirtschaftliche Faktoren – Medizinalcannabis

Viele Experten sind der Meinung, dass die Entkriminalisierung von Cannabis in Trinidad & Tobago einen großen Einfluss auf die Wirtschaft haben könnte. Ein aktueller CARICOM-Bericht schloss sich dieser Einschätzung an.

Insbesondere in Bezug auf die medizinische Cannabisindustrie. Westliche Länder, die einen hohen Bedarf an medizinische Cannabis haben, investieren in Länder in denen Cannabis durch das tropische Klima natürlicher wachsen kann. Beispielsweise können jamaikanische Cannabisbauern ihre Produkte in Länder wie Kanada und bestimmte US-Bundesstaaten exportieren, wo eine hohe Nachfrage nach medizinischem Cannabis besteht.

Entkriminalisierung ist jedoch keine Legalisierung

Selbst wenn die neue Gesetzgebung in Trinidad & Tobago verabschiedet werden sollte, wird Cannabis weiterhin illegal sein. In seiner ersten Pressekonferenz zu diesem Thema betonte Premierminister Rowley, dass sich seine Regierung im Moment nur auf die Entkriminalisierung konzentriere.

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