US-Arzt verordnet 4-jährigem Jungen Cannabis

Autor: Alexandra Latour

Veröffentlicht am:

Geändert am:

Der Cannabiskonsum – ob medizinisch oder nicht – kann sich auf die Gehirnentwicklung von Kindern und Jugendlichen negativ auswirken. Ein US-Arzt sieht dies wohl anders und hatte einem 4-jährigen Jungen Cannabiskekse verordnet.

US-Arzt verordnet 4-jährigem Jungen Cannabis

In diesem Monat haben wir viel über den Einsatz von Medizinalcannabis bei Kindern und Jugendlichen berichtet. Auch darüber, wie sich der Cannabiskonsum auf das Gehirn eines Kindes/Jugendlichen auswirkt, ist ein viel diskutiertes Thema (Leafly berichtete). Generell gilt, dass eine Therapie mit Cannabinoiden bei Kindern und Jugendlichen nicht unkontrolliert erfolgen darf und dass eine Überwachung ärztlicherseits immer angezeigt ist. Das gilt sowohl für die THC- als auch CBD-Gabe. Ein US-Arzt aus Hollywood scheint sich jedoch keine Gedanken darüber gemacht zu haben, welche Auswirkungen eine Cannabis-Therapie bei Kindern anrichten kann. Dieser verschrieb nämlich einem 4-jährigen Jungen tatsächlich Cannabis.

Einem Medienbericht zufolge notierte sich der US-Arzt Dr. William Eidelman nach einem rund 30-minütigem Gespräch mit dem Jungen und seinem Vater die Diagnose „wahrscheinliche Kombination aus ADS/ADHS und bipolare Störung“. Denn die häufigen Wutausbrüche des Jungen führten immer wieder zu Problemen. Daraufhin verordnete der US-Arzt dem Jungen Cannabis, das er in Form von Keksen einnehmen sollte.

Weiter heißt es in dem Bericht, dass die Cannabiskekse dem Jungen geholfen hätten – zumindest werde er dadurch ruhig. Jedoch ließ die Cannabiswirkung am Nachmittag nach. Der Vater habe dann wohl die Schulkrankenschwester gebeten, dem Jungen beim Mittagessen Cannabiskekse zu geben. Diese informierte jedoch die Schulleitung und die entsprechenden Behörden. Danach wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

US-Arzt wird Approbation entzogen

Das Medical Board of California entschied nun, dass der US-Arzt Dr. William Eidelman (Arzt für Naturmedizin), nicht bei der Verordnung von Cannabis, sondern bei der Diagnosestellung grob fahrlässig gehandelt habe. So habe Eidelman eine Diagnose gestellt, die sich nicht durch Beweise stützen lässt.  Auch ein Psychologe wurde nicht konsultiert. Demnach könne die Diagnose bei einem Kind mit erheblichen psychischen Problemen gefährlich sein und schädliche Ergebnisse nach sich ziehen.

Obwohl dem US-Arzt die Approbation entzogen wurde, führt Eidelman seine Praxis weiter. Seine Anwältin erklärte, dass der Entzug der ärztlichen Zulassung erst nach einer Anhörung vor Gericht in Kraft trete. Zudem hat die Anwältin gegen die Entscheidung Berufung eingelegt. Dieser wird jedoch bis zur Anhörung im März eingestellt.

Ähnliche Artikel