USA: Ergebnisse aus der medizinischen Cannabis-App

Verschiedene Studien legen nahe, dass cannabisbasierte Arzneimittel und medizinische Cannabisblüten das Potenzial besitzen, Angstzustände und Depressionen zu lindern. Für eine Studie im US-Bundesstaat Washington haben die Forscher nun Daten einer medizinischen Cannabis-App ausgewertet.

USA: Ergebnisse aus der medizinischen Cannabis-App

„Dies ist meines Wissens eine der ersten wissenschaftlichen Studien, die Hinweise auf die Sorten und Mengen von Cannabis geben, die Menschen zur Verringerung von Stress, Angstzuständen und Depressionen anstreben sollten. Gegenwärtig verlassen sich Cannabiskonsumenten in den USA auf den Rat der Dispensaries. Deren Empfehlungen beruhen auf anekdotischen, nicht wissenschaftlichen Erkenntnissen“, so Cutler.

Cannabis-App: Neuer Ansatz in der Forschung

US-Patienten können in der Cannabis-App „Strainprint“ den Schweregrad der Symptome vor und nach der Selbstmedikation mit Cannabis zu verfolgen. Somit konnten die Forscher im Vergleich zu früheren Forschungen einen völlig neuen Ansatz bei der Erforschung der Wirkung von Medizinalcannabis bei psychischen Erkrankungen verfolgen.

„Bisherige Forschungen zu den Auswirkungen von Cannabis auf Depressionen, Angstzustände und Stress sind selten. Sie wurden fast ausschließlich mit oral verabreichten THC in einem Labor durchgeführt. Das Besondere an unserer Studie ist, dass wir uns mit tatsächlichen Cannabispatienten befasst haben“, erklärte Studienautorin Carrie Cutler.

Niedriger THC-Gehalt scheint wirksam zu sein

Die Forscher stellten im Rahmen der Studie fest, dass medizinische Cannabisblüten mit niedrigem THC-Gehalt und hohem CBD-Gehalt am wirksamsten bei der Verringerung von Depressionssymptomen waren. Hingegen seien Cannabisblüten mit hohem THC- und hohem CBD-Gehalt am besten zur Verringerung der wahrgenommenen Stresssymptome geeignet.

Interessanterweise zeigen die Daten auch, dass Frauen nach dem Inhalieren der Blüten mit einem stärkeren Rückgang der Angst reagierten als Männer.

Daten aus der Cannabis-App

Insgesamt wurden 11.953 protokollierte Sitzungen analysiert (3.151 bei Depressionen, 5.085 bei Angstzuständen und 3.717 bei Stress).

Die Cannabispatienten stellten nach dem Konsum von Cannabis eine Verringerung der Depression um 50% und eine Verringerung der Angst und des Stresses um 58% fest. Zwei Züge reichten aus, um Depressionen und Angstzustände zu verringern, während über zehn Züge den stärksten wahrgenommenen Stressabbau bewirkten.

Cannabis mit hohem CBD-Gehalt (> 9,5%) / niedrigem THC-Gehalt (<5,5%) war mit den größten Veränderungen der Depressionsraten verbunden, während Cannabis mit hohem CBD-Gehalt (> 11%) / hohem THC-Gehalt (> 26,5%) die größten wahrgenommenen Veränderungen des Stresses verursachte.

Im Laufe der Zeit wurden keine Veränderungen der wahrgenommenen Wirksamkeit von Cannabis festgestellt. Die Basissymptome einer Depression (aber nicht Angst oder Stress) schienen sich jedoch mit der Zeit zu verschärfen.

Schlussfolgerungen der Forscher

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen, dass medizinische Cannabispatienten kurz nach der Verwendung von Cannabis von einer erheblichen und signifikanten Verringerung der Symptome berichten. Die wiederholte Verwendung von Cannabis scheint jedoch nicht zu einer längerfristigen Verringerung dieser Symptome zu führen, heißt es im Ergebnis.

Darüber hinaus erklären die Forscher, dass einige dieser Daten eine fragwürdige Zuverlässigkeit aufweisen. Zukünftige kontrollierte Forschungen, bei denen einige ausgewählte Produkte getestet werden, seien daher erforderlich, um mögliche THC- und CBD-Wechselwirkungen weiter zu untersuchen. Schließlich stellt die Nichtberücksichtigung des Gehalts anderer in Cannabis vorkommender Phytocannabinoide und Terpenoide eine Einschränkung der vorliegenden Studie dar.

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Hinweis: In diesem Artikel berichten wir über rezeptpflichtiges CBD oder auch Cannabidiol. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag. Nutzversprechen bleiben den Apothekern überlassen.

 

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