Verordnungen von Cannabis als Medizin legen zu

Autor: Gesa Riedewald

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Cannabis als Medizin ist immer beliebter: Die Verordnungen für Cannabisblüten und für Fertigarzneimittel auf Cannabis-Basis steigen enorm. Damit bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen auch jeden Monat mehr für Cannabis-Medikamente. Allerdings sind nicht alle Cannabis-Produkte gleich beliebt: Inzwischen verschreiben die Ärzte in Deutschland am häufigsten unverarbeitete Cannabisblüten. Danach folgen cannabishaltige Zubereitungen und das Arzneimittel Sativex®.

Verordnungen von Cannabis als Medizin legen zu

Wie der GKV-Spitzenverband – die Vertretung der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland – kürzlich bekannt gab, sind die Verordnungen für cannabinoidhaltige Fertigarzneimittel und Zubereitungen stark angestiegen. Veröffentlicht wurden die Zahlen der GKV im Bundesbericht GAmSi.

Rund 80.000 Verordnungen für Cannabis im 1. Halbjahr 2018

Im ersten Halbjahr 2018, von Januar bis Juni, wurden insgesamt 79.894 Cannabis-Verordnungen ausgestellt. Das bedeutete einen Bruttoumsatz von knapp 31 Millionen Euro.

Am häufigsten verschreiben Ärzte Cannabisblüten, mit knapp 32.000 Verordnungen im ersten Halbjahr. Danach folgen cannabishaltige Zubereitungen (ca. 25.000 Verordnungen) und das Arzneimittel Sativex® (ca. 22.000 Verordnungen). Das Medikament Canemes® und andere cannabishaltige Fertigarzneimittel bilden das Schlusslicht und werden im Vergleich nur selten verschrieben.

Ausgaben für Cannabis als Medizin steigen stetig

Die monatlichen Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Cannabis-Produkte steigen im Jahrestrend kontinuierlich und stark an.

Im Juni dieses Jahres lagen die monatlichen Bruttoumsätze für Cannabis als Medizin insgesamt bei etwas über 6 Millionen Euro. Im Juli 2017 dagegen haben die gesetzlichen Krankenkassen noch weniger als 2,5 Millionen Euro für Cannabis-Medikamente und Cannabisblüten ausgegeben.

Bereits Anfang August hatte der GKV-Spitzenverband Zahlen veröffentlicht, die zeigten, dass die Kosten für Cannabis als Medizin rasant ansteigen. Leafly.de berichtete. Die aktuellen Daten zeigen, dass sich dieser Trend fortsetzt.

Die meisten Ausgaben fallen auf Cannabisblüten

Die Ausgaben für die unterschiedlichen Cannabis-Produkte haben sich im Laufe der Zeit deutlich verschoben. Im Juli 2017 fielen die meisten Kosten noch für das Fertigarzneimittel Sativex® an. Danach folgten cannabishaltige Zubereitung und unverarbeitete Cannabisblüten. Im Juni 2018 dagegen lagen Cannabisblüten bei den Kosten vorn, gefolgt von den cannabishaltigen Zubereitungen. Dann erst kommt das Cannabis-Fertigarzneimittel Sativex® auf Platz drei.

Für Sativex® sind die monatlichen Ausgaben im Jahresvergleich nahezu stabil geblieben: von rund 1 Millionen Euro im Juli 2017 zu 1,2 Millionen Euro im Juni 2018. Dagegen sind die Kosten für unverarbeitete Cannabisblüten enorm angestiegen. Im Juli 2017 lag der Umsatz noch bei etwa 0,6 Millionen – im Juni 2018 dagegen bei rund 2,6 Millionen Euro. Und auch die Umsätze für cannabishaltige Zubereitungen sind gestiegen: von 0,8 Millionen im Juli 2017 zu rund 2,2 Millionen Euro im Juni 2018.

Cannabis als Medizin gefragt – Patientenzahlen steigen

Der GAmSi Bericht der gesetzlichen Krankenkassen zeigt deutlich, dass die Verordnungen von Cannabis rasant zunehmen. Daraus ergibt sich auch, dass die Anzahl der Cannabispatienten und -patientinnen zunimmt.

Kürzlich hatten die FDP wie auch die Grünen darauf hingewiesen, dass die Cannabis-Ausschreibung des Bundes zu gering bemessen ist. Die dort ausgeschriebenen 2.600 kg Medizinalhanf pro Jahr reichen nicht aus, um den Bedarf zu decken. Vor allem, da davon auszugehen ist, dass die Zahl der Cannabispatienten weiterhin zunimmt.

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