Was hilft bei einer Überdosierung von Medizinalhanf?

Autor: Leafly Redaktion

Verõffentlicht am: 1. Juni 2017

Geändert am: 29. September 2017

Was hilft bei einer Überdosierung von Medizinalhanf?

Bei einer Überdosierung kann Cannabis zu unliebsamen Nebenwirkungen wie Paranoia und Angstzuständen führen. Ein unangenehmes Rauschgefühl reicht oft schon aus, um selbst erfahrene Cannabis-Patienten vor einem weiteren Gebrauch abzuschrecken. Die Leafly.de Redaktion hat einige Tipps zusammengestellt, wie Patienten mit einfachen Hausmitteln den Rausch in den Griff bekommen.

Pfefferkörner gegen Paranoia

In ziemlich jeder Küche ist ein einfaches Gegenmittel gegen Paranoia-Attacken zu finden, mit dem Betroffene wieder in den entspannten Zustand der Euphorie zurückfinden.

Wir sind durch die Musik-Ikone Neil Young auf diesen kleinen Trick gestoßen. Bei einem Interview mit dem Moderator Howard Stern erzählte er, dass er seit Jahren kein Cannabis angerührt hat, weil es „[ihn] paranoid macht“. Neil Young riet Stern daraufhin: „Versuch‘ doch mal schwarze Pfefferkörner, wenn du paranoid wirst. Einfach zwei oder drei Körner zerkauen.“

Wir bei Leafly wurden neugierig: Funktioniert das wirklich? Und es stimmt tatsächlich: Wenn ein unangenehmes Angstgefühl auftritt, reicht ein klein wenig Pfeffer aus dem Streuer aus, um jegliche Panik oder Angst fast umgehend verschwinden zu lassen. Wir haben uns einmal die wissenschaftlichen Aspekte und die Abläufe hinter diesem Effekt angeschaut:

Ein im British Journal of Pharmacology erschienener wissenschaftlicher Bericht von Ethan Russo zeigt, dass Cannabis und Pfeffer ähnliche chemische Merkmale aufweisen. Pfeffer hat einen „Phyto-Terpenoid-Effekt“, der bekanntermaßen bei Schmerzen, Depressionen, Abhängigkeit und Angstzuständen hilft. In Kombination mit dem Tetrahydrocannabinol (THC) im Cannabis bewirken die im Pfeffer enthaltenen Terpenoide (wie Beta-Caryophyllen) eine synergistische chemische Reaktion mit den Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn. Einfach ausgedrückt docken beide an dieselben Rezeptoren im Gehirn an. Im Zusammenspiel bewirken sie einen therapeutischen, beruhigenden Effekt.

Mango verlängert die Wirkung

Auch am anderen Ende des Spektrums sind wir kürzlich auf ein besonderes Phänomen gestoßen: Zur Verlängerung des Hochgefühls bei Cannabis-Einnahme kann der Verzehr einer Mangofrucht beitragen. Dieser Tipp ist zwar eher eine moderne Legende als Ergebnis von wissenschaftlichen Studien. Es gibt jedoch fundierte Fakten, die diese auf den ersten Blick fragwürdig anmutende Aussage stützen.

Cannabis enthält bekanntermaßen zahllose Terpene. Insbesondere enthält es das Terpen Mycren, das von denselben Drüsen abgesondert wird, die auch Cannabinoide produzieren. Mangos sind reich an Mycren, das wiederum stark synergistisch mit dem in Cannabis enthaltenen THC reagiert. Myrcen ist auch für den berüchtigten „Stoned-Effekt“ verantwortlich. Isst man also früh genug eine Mango (ca. 90 Minuten vor dem Cannabis-Konsum), damit einige dieser Mycrene in das System aufgenommen werden, kann sich das Hochgefühl tatsächlich verstärken und verlängern.

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