Welt-AIDS-Tag: Streich die Vorurteile!

Autor: Alexandra Latour

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Der 1. Dezember ist der Welt-AIDS-Tag und wir rufen zur Solidarität mit HIV-positiven und aidskranken Menschen auf. Gleichzeitig weisen wir im Rahmen unserer Aufklärungsarbeit daraufhin, dass Medizinalhanf einige Beschwerden, die im Rahmen der Erkrankung auftreten, lindern kann.

Welt-AIDS-Tag: Streich die Vorurteile!

Jedes Jahr findet am 1. Dezember der Welt-AIDS-Tag statt, der vom gemeinsamen Programm der Vereinten Nationen für HIV/AIDS (UNAIDS) organisiert wird. Zum ersten Mal gab es den Welt-AIDS-Tag im Jahr 1988. Weltweit erinnern zahlreiche Organisationen und Stiftungen an das Thema AIDS und rufen gleichzeitig dazu auf, Solidarität gegenüber Betroffenen zu zeigen. Zudem dient der Welt-AIDS-Tag dazu, die Verantwortlichen in der Politik und Wirtschaft sowie den Massenmedien daran zu erinnern, dass die HIV-/-AIDS-Pandemie immer noch besteht.

Welt-AIDS-Tag: Zahlen und Fakten

Laut dem Robert-Koch-Institut haben sich im Jahr 2017 weltweit ungefähr 1,8 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Rund 40 Millionen Menschen leben weltweit mit dem Virus und fast eine halbe Millionen Menschen sind im Jahr 2017 verstorben. Nach Angaben von UNAIDS sinkt die Zahl der jährlichen Neuinfektionen. So haben sich im Vergleich zum Jahr 2010 im Jahr 2017 ungefähr 16 Prozent weniger Erwachsene sowie 35 Prozent weniger Kinder mit dem HI-Virus infiziert.

Nach aktuellen Schätzungen leben in Deutschland aktuell rund 86.100 Menschen mit HIV oder AIDS. Geschätzte 2.700 Menschen davon haben sich im Jahr 2017 infiziert. Im Jahr davor waren es schätzungsweise 3.100 Menschen.

Welt-AIDS-Tag: Aktuelle Kampagne

Das Bundesgesundheitsministerium für Gesundheit, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowie Deutsche AIDS-Stiftung und die Deutsche AIDS-Hilfe haben anlässlich des heutigen Welt-AIDS-Tags die Kampagne „Streich die Vorurteile“ ins Leben gerufen.

Viele Betroffene werden noch immer wegen ihrer Infektion diskriminiert. Und das nicht nur in der Freizeit und im Freundeskreis, sondern auch im Arbeitsleben und sogar im Gesundheitswesen. Solch eine Diskriminierung ist nicht hinnehmbar. Zumal immer wieder Betroffene berichten, dass sie keine ärztliche Hilfe gesucht haben aus Angst vor Diskriminierung. Hinzu kommt, dass Menschen mit HIV sehr häufig unter Depressionen leiden, die ebenfalls häufig nicht behandelt werden.

Ausgrenzung behindert Prävention

Diskriminierung und Ausgrenzung behindern die HIV-/AIDS-Prävention. HIV-Testangebote und Hilfsangebote werden nicht genutzt. Außerdem erhalten Betroffene keine Chance auf ein langes Leben mit HIV, wenn sie die Infektion nicht frühzeitig behandeln lassen.

Mit der Botschaft „Stopp Diskriminierung von Menschen mit HIV“ möchte man die Gesellschaft dazu anregen, ihre Denk- und Verhaltensweisen zu überdenken und mögliche Vorteile abzubauen. Denn nur so können Menschen mit und ohne HIV/AIDS im Alltag ganz entspannt zusammenleben.

Welt-AIDS-Tag

Deutsche AIDS-Hilfe: #wissenverdoppeln

Zum Welt-AIDS-Tag hat auch die Deutsche AIDS-Hilfe eine Kampagne gestartet, und zwar unter dem Motto: #wissenverdoppeln. Die Botschaft dahinter lautet: „Unter Therapie ist HIV nicht mehr übertragbar.“ So erklärt die Deutsche AIDS-Hilfe, dass lediglich zehn Prozent der Bevölkerung diese wissenschaftliche Tatsache kennen.

„Diese gute Nachricht sollte heute zur Allgemeinbildung gehören. Sie nimmt unnötige Ängste vor HIV-positiven Menschen und wirkt damit auch Ablehnung entgegen. Das Wissen sorgt für Entlastung bei Menschen mit und ohne HIV.“, erklärte Ulf Hentschke-Kristal vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe.

Weiter heißt es, dass eine HIV-Übertragung im Alltag ohnehin ausgeschlossen sei, und zwar unabhängig davon, ob jemand Medikamente nicht oder nicht. Dennoch werden Menschen mit HIV immer noch als Gefahr wahrgenommen.

„Wenn selbst beim Sex keine Übertragung mehr möglich ist, erscheint die Angst vor einer Infektion über gemeinsam benutzte Trinkgläser, Fitnessgeräte oder Toiletten hoffentlich als das, wie sie schon immer war: vollkommen abwegig“, so Hentschke-Kristal.

Viele große Studien können inzwischen beweisen, dass unter einer erfolgreichen Therapie selbst beim Geschlechtsverkehr keine HIV-Übertragung mehr möglich ist. Hierbei wurden tausende gemischt HIV-positive-negative Paare beobachtet, die mehr als 100.000-mal auf Kondome verzichteten. Es kam zu keiner Übertragung.

Die Kampagne der Deutschen AIDS-Hilfe bietet verschiedene Möglichkeiten, die entlastende Botschaft zu verbreiten. So können Menschen beispielsweise auf der Webseite Geschichten und Reaktionen posten werden, die sie beim Weitersagen erfahren haben.

HIV/AIDS und Cannabis als Medizin

In der HIV-/AIDS-Behandlung stehen unterschiedliche Medikamente und Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Cannabis als Medizin kann dabei helfen, einige Begleiterscheinungen, die im Rahmen der Erkrankung und der medikamentösen Therapie auftreten, lindern. So kann Medizinalhanf bei Depressionen und Ängsten helfen, Schmerzen reduzieren und Übelkeit lindern. Außerdem wirkt Medizinalhanf appetitanregend.

„Eine sehr gute Freundin von mir nimmt seit einigen Monaten bereits Cannabis als Medizin. Es war ein langer und harter Weg, denn sie musste es sich gegenüber der Krankenkasse einklagen und im Gegensatz zu Morphium und anderen Medikamenten hat es viel weniger Nebenwirkungen und schränkt weniger ein. An meiner Freundin kann ich sehen, dass das System Cannabis als Medikament auf jeden Fall unterstützenswert ist!“, sagte der Schauspieler, Designer und Entertainer Julian F.M. Stoeckel gegenüber Leafly.de bei der Künstler gegen AIDS Gala in Berlin.

Neuesten Erkenntnissen zufolge kann Cannabis womöglich verhindern, dass der HI-Virus in Zellen vordringt. Professor Robert L. Cook von der University of Florida plant eine fünfjährige Studie mit 400 Teilnehmern, um die Auswirkungen von Cannabis auf HIV-positive Patienten zu untersuchen.

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