Weltblutspendetag: Sicheres Blut für alle

Zum Weltblutspendetag am 14. Juni 2019 ruft die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gemeinsam mit Blutspendeeinrichtungen bundesweit zur Blutspende auf. In diesem Jahr stellt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Tag unter das Motto „Safe Blood for all - Sicheres Blut für alle“.

Weltblutspendetag: Sicheres Blut für alle

Weltblutspendetag: BZgA ruft zu Blutspenden auf

Eine sichere Versorgung mit Blutpräparaten gehört zu den grundlegenden medizinischen Vorsorgemaßnahmen im Gesundheitswesen und stellt eine flächendeckende Gesundheitsversorgung sicher. Mit dem Weltblutspendetag sollen Menschen motiviert werden, regelmäßig Blut zu spenden und diejenigen anerkannt werden, die dies schon tun. Nur wenn genügend Menschen regelmäßig Blut spenden, können notwendige Bluttransfusionen sichergestellt werden.

Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, betont: „Jeder und jede von uns kann in eine Situation geraten, in der er oder sie auf Blutprodukte angewiesen ist. Wie aktuelle Studienergebnisse der BZgA zeigen, ist die Spendenbereitschaft bei Menschen in jüngeren Altersgruppen besonders hoch. Das ist ein positives Signal. Um die Blut- und Plasmaversorgung generell sicherzustellen, ist jedoch das Engagement all derer, die gesundheitlich dazu in der Lage sind, dringend erforderlich. Spenden Sie Blut und spenden Sie regelmäßig!“

Blutkonserven und Blutprodukte sind nach schweren Unfällen, bei größeren Operationen oder zur Behandlung bestimmter Erkrankungen nach wie vor unverzichtbar. In Deutschland können Menschen im Alter von 18 bis 68 Jahren Blut spenden. Eine Blutspende auch älterer Spenderinnen und Spendern ist nach individueller ärztlicher Entscheidung ebenfalls möglich.

Zum Weltblutspendetag stellt die BZgA Informationsmaterialien für Aktionen regionaler Blutspendedienste in Deutschland zur Verfügung. Rund um den 14. Juni 2019 finden Aktionen mit Unterstützung der BZgA an verschiedenen Orten und Terminen statt.

Ablauf einer Blutspende

Für eine Blutspende wird dir in weniger als zehn Minuten etwa 450 bis 500 Milliliter Blut entnommen. Von der Entnahme merkst du fast nichts. Im Anschluss kannst du dich noch 20 bis 30 Minuten ausruhen und dann ist es schon geschafft! Die gespendete Menge gleicht der Körper dann schnell wieder aus. Wichtig: Personalausweis mitbringen, vorher etwas essen und viel trinken. Natürlich keinen Alkohol oder andere Suchtmittel einnehmen.

Wie bereite ich mich auf eine Blutspende vor?

Damit du die Spende gut verträgst, solltest du vorher etwas gegessen und über den Tag ausreichend getrunken haben. Auf anstrengende Ausdauerleistungen und den Konsum von Alkohol und anderen Suchtmitteln solltest du vor und nach der Spende verzichten. Wenn du dich nicht ganz wohl fühlst, solltest du den Termin verschieben.

Bitte bring deinen Personalausweis und deinen Blutspendeausweis mit, falls du schon einen hast. Name, Geburtsdatum, Wohnort und Blutgruppe werden gespeichert und unterliegen dem Datenschutz. Das gilt auch am Weltblutspendetag.

Warum muss ich vor der Blutabnahme einen Fragebogen ausfüllen?

Der Spenderfragebogen dient zur Vorbereitung des persönlichen Gespräches mit dem anwesenden Arzt oder der Ärztin. Vor jeder Blutspende müssen der aktuelle Gesundheitszustand und mögliche Infektionsrisiken abgeklärt werden. Um eine höchstmögliche Sicherheit der Blutprodukte zu gewährleisten, ist der Fragebogen sehr umfangreich. Solltest du bei einigen Fragen unsicher sein, kannst du deine Bedenken im anschließenden Gespräch mit der untersuchenden Ärztin oder dem Arzt besprechen.

Das Paul-Ehrlich-Institut bietet einen einheitlichen Fragebogen für Blut- und Plasmaspender an, den alle Blutspendedienste verwenden können. Weitere Informationen findest du hier.

Welche Untersuchungen werden vor der Spende durchgeführt?

Vor jeder Spende wird deine Spendetauglichkeit festgestellt – sowohl im Hinblick auf deine eigene gesundheitliche Verfassung, wie auch im Hinblick auf eine mögliche Gefährdung der Empfängerinnen und Empfänger des Blutes oder seiner Bestandteile.

Neben der Untersuchung des allgemeinen Gesundheitszustandes (Puls-, Temperatur- und Blutdruckmessung, Erfassung des Körpergewichtes) wird dir die Ärztin oder der Arzt noch eine Reihe von Fragen zu deinen Antworten des Fragebogens stellen. Zur Erfassung deines Eisenwertes wird dir ein kleiner Tropfen Blut aus dem Ohrläppchen oder Finger zur Bestimmung des Blutfarbstoffs entnommen. Erst wenn dieser so genannte Hb-Test in Ordnung ist und aus ärztlicher Sicht auch sonst nichts gegen eine Spende spricht, wird mit der Blutentnahme begonnen.

Die Blutabnahme, nicht nur am Weltblutspendetag

Für eine Blutspende wird dir in weniger als zehn Minuten etwa 450 bis 500 Milliliter Blut entnommen. Für jede Blutabnahme wird steriles Einmalmaterial verwendet. Eine Krankheitsübertragung auf dich ist daher ausgeschlossen. Im Anschluss bekommst du einen persönlichen Blutspenderausweis. Er zeigt deine Blutgruppe, deinen Rhesusfaktor und wie oft du bereits gespendet hast.

Wer kann Blut spenden und was sind Ausschlusskriterien?

Zum ersten Mal Blut spenden darfst du mit 18 Jahren. Das Höchstalter für die erste Spende beträgt 60 Jahre. Regelmäßige Spenden sind dann bis zum 68. Lebensjahr möglich. Auch ältere Personen können noch Blut spenden, wenn es ihr Gesundheitszustand zulässt. Das wird vor jeder Spende geprüft.

Wie häufig kann ich Blut spenden?

Damit der Körper genügend Zeit hat, den Blutverlust komplett wieder auszugleichen, dürfen Frauen viermal und Männer sechsmal innerhalb von zwölf Monaten Blut spenden. Der Zeitraum zwischen zwei Blutspenden muss mindestens acht Wochen betragen. Die Blutzellen erneuert der Körper zwar bereits in zwei Wochen, der Ausgleich des Eisenverlusts dauert allerdings rund zwei Monate, bei Frauen aufgrund der Menstruation auch etwas länger. Wenn nötig, werden von der Spendeneinrichtung Eisentabletten empfohlen oder mitgegeben. Der Flüssigkeitshaushalt ist in wenigen Stunden wieder ausgeglichen.

Schadet Blutspenden meinem Körper?

Nein. Die gespendete Menge gleicht der Körper schnell wieder aus. Die für die Krankheitsabwehr wichtigen weißen Blutkörperchen werden innerhalb eines Tages ersetzt. Bei den roten Blutkörperchen dauert es etwas länger.

Spielt meine Blutgruppe eine Rolle, ob ich zur Blutspende zugelassen werde?

Die Blutgruppe spielt keine Rolle, ob du zur Blutspende zugelassen wirst. Die Bestimmung deiner Blutgruppe ist jedoch notwendig, weil bei Blutübertragungen die Blutgruppen von Spenderinnen und Spender und Empfängerinnen und Empfänger miteinander verträglich sein müssen. In Ausnahmefällen kann es vorkommen, dass es verstärkt Bedarf für bestimmte Blutgruppen gibt, die besonders dringend gebraucht werden.

Wer darf Blut spenden?

Die Gesundheit der Blutspenderinnen und -spender und die Sicherheit der Blutkonserven steht an erster Stelle. Daher musst du für eine Blutspende gesund sein. Wiegst du unter 50 Kilo, fühlst dich angeschlagen oder krank, wirst du vorübergehend zurückgestellt. Bei bestimmten Erkrankungen und einigen Infektionen muss von einer Blutspende dauerhaft abgesehen werden. Das gilt auch bei einem erhöhten Ansteckungsrisiko für bestimmte Infektionen.

Wer ist vorübergehend von der Blutspende ausgeschlossen?

Auch wenn du grundsätzlich als Spenderin oder Spender geeignet bist, kann es sein, dass du eine bestimmte Zeit lang nicht spenden kannst, um jegliches Risiko für die eigene Gesundheit oder eine Gefährdung der Empfängerinnen und Empfänger auszuschließen.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass du dauerhaft gesperrt bist. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Spendezentrums erklären dir gerne die Gründe und wie du eine erneute Rückstellung vermeiden kannst. Im Folgenden findest du Erläuterungen zu den häufigsten Rückstellungsgründen.

Wer ist dauerhaft von der Blutspende ausgeschlossen?

Trotz gut entwickelter Testverfahren kann die Übertragung durch infiziertes Blut nicht komplett nur durch nachträgliche Untersuchungen ausgeschlossen werden. Deswegen gibt es verschiedene Personen und Personengruppen, die nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft von der Blutspende ausgeschlossen werden. Ein Ausschluss von der Blutspende dient auch dazu, die Gesundheit der jeweiligen Person zu schützen.

Nicht Blutspenden dürfen zum Beispiel:

  • Personen mit bestimmten Erkrankungen oder Infektionen
  • Personen mit dem Risiko spongiforme Enzephalopathien (TSE) zu übertragen
  • Empfänterinnen und Empfänger von Xenotransplantaten
  • Personen, die Drogen konsumieren oder Medikamente missbräuchlich zu sich nehmen, oder bei denen der begründete Verdacht dessen besteht.

Richtlinien zur Blutspende auch am Weltblutspendetag

Wer in Deutschland Blut spenden darf ist in Richtlinien festgelegt. Die „Richtlinie zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Richtlinie Hämotherapie)“ geben Bundesärztekammer und Paul-Ehrlich-Institut heraus.

Die Grundlage bildet das Transfusionsgesetze. Außerdem müssen europäische Vorgaben zur Spenderauswahl berücksichtigt werden, die in Deutschland umzusetzen sind. Darüber hinaus besteht für jeden Blutspendedienst die Möglichkeit, weitergehende Auswahlkriterien für seinen Bereich festzulegen. In letzter Verantwortung obliegt die Zulassung zur Blutspende dem Spendearzt oder der Spendeärztin vor Ort.

Warum ist Blutsicherheit ein wichtiges Thema?

Viele Menschen fragen sich, warum so strenge Regeln bei der Auswahl von Spenderinnen und Spendern gelten. In den 1980er-Jahren kam es zu zunehmenden Infektionsraten von HIV unter den Empfängern und Empfängerinnen von Blutprodukten. Besonders die Gruppe der Hämophiliepatienten und -patientinnen, die auf regelmäßige Einnahme von Blutprodukten angewiesen sind, war von den Übertragungen betroffen.

Zusätzlich wurde bekannt, dass die Infektion mit bestimmten Viren (HBV- und HCV), die früher als tragbare Nebenwirkung einer Bluttransfusion in Kauf genommen wurden, häufig die Entstehung von Leberzirrhosen und primärem Leberkarzinom begünstigte. Diese Entwicklung führte zu einem kompromisslosen gesellschaftlichen Apell, die Sicherheit der Blutprodukte zu verbessern.

Eine wesentliche Reaktion des Gesetzgebers darauf war das Transfusionsgesetz (TFG). Das Transfusionsgesetzt hat das zentrale Ziel, die essenziellen Anforderungen verbindlich festzuschreiben, um das  Infektionsrisiko zu minimieren. Das geschieht u.a. durch verbesserte Testverfahren und die Begrenzung der möglichen Spendebevölkerung.

Die Sicherheit der Empfänger und Empfängerinnen hat bei der Gewinnung von Blutprodukten oberste Priorität, auch wenn es dazu führt, dass ggf. Personen von der Blutspende vorübergehend zurückgestellt oder dauerhaft ausgeschlossen werden, deren Spende im Einzelfall nicht zu einer Infektion führen würde.

Hintergrundinformationen zum Thema Blutspende finden Sie unter: http://www.einfachlebenretten.de

Weltblutspendetag und die DKMS

DKMS steht für Deutsche Knochenmarkspenderdatei und deren Vision lautet: Wir besiegen Blutkrebs. Die DKMS will für jeden Blutkrebspatienten einen passenden Spender finden oder den Zugang zu Therapien ermöglichen – überall auf der Welt. Doch nicht jeder Mensch ist als Spender geeignet. Träger von Gendefekten oder anderen Krankheiten scheiden aus. Von daher ist es umso wichtiger, dass sich so viele Spender wie möglich finden.

Was ist Blutkrebs?

Alle 35 Sekunden erkrankt weltweit ein Mensch an Blutkrebs, für viele ist eine Stammzellspende die einzige oder letzte Chance auf Leben. Die DKMS kämpft seit 1991 gegen die Krankheit und appelliert auch 2019 zum WBCD an die Menschen, ein Zeichen der Solidarität zu setzen.

Ziel ist es, an dem Tag größtmögliche Aufmerksamkeit auf das Thema Blutkrebs zu lenken, damit sich die Zahl der Stammzellspender erhöht und so noch mehr zweite Lebenschancen geschenkt werden können. Insbesondere ist das Engagement von jungen Menschen wichtig. Junge Menschen können über einen langen Zeitraum als Spender in der Datei registriert bleiben und bringen aufgrund ihres Alters in der Regel gute körperliche Voraussetzungen für eine Stammzellspende mit.

Wie entsteht Blutkrebs?

Bei Leukämien, wie Blutkrebs genannt wird, ist die Zellneubildung von weißen Blutkörperchen, den Leukozyten, gestört. Sie bekämpfen eigentlich Infektionen im Körper. Bösartige weiße Blutkörperchen haben ihre Wächterfunktion verloren und verhindern die Entstehung normaler Blutzellen in Knochenmark und in Lymphsystem.

Die genauen Ursachen für die Entstehung des Blutkrebses sind unbekannt. Radioaktive und Röntgenstrahlung kann die blutbildenden Zellen schädigen. Chemische Stoffe wie Insektenbekämpfungs- und Pflanzenschutzmittel und immunhemmende Medikamente begünstigen eine Erkrankung.

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Bei Leukämie ist eine intensive Chemotherapie die Therapieform der Wahl. Nebenwirkungen sind Brechreiz und Haarausfall, wobei Brechreiz behoben werden kann. Die Medikamente greifen aber auch die Schleimhäute in Mund und Darm an. Schmerzhafte Entzündungen sind die Folge. Während der Chemotherapie kann es zu Komplikationen kommen. So können Infektionen aufgrund des geschwächten Immunsystems lebensbedrohlich werden.

Zusätzlich können Strahlenbehandlung und Immuntherapien zum Einsatz kommen. Bei Leukämien bietet in vielen Fällen auch eine Knochenmark- und Stammzelltransplantation weitere nachhaltige Heilungschancen. Hier kommt wieder die Arbeit der DKMS ins Spiel. Leider kann dieser Eingriff mangels geeigneter passender Spender nicht bei jedem Patienten durchgeführt werden.

Deshalb ist es umso wichtiger heute am Weltblutspendetag nicht nur Blut zu spenden, sondern sich gleich auch noch als DKMS-Spender registrieren zu lassen.

Wie kann man Spender bei der DKMS werden?

Jeder ist aufgerufen, am Weltblutspendetag ein Zeichen für Sicheres Blut und gegen Blutkrebs zu setzen. Mit der Blutspende und der Registrierung als Stammzellspender schenkt man Blutkrebspatienten neue Hoffnung. Als bereits registrierter Stammzellspender kann man in den sozialen Netzwerken ein Zeichen setzen und so Freunde motivieren, sich ebenfalls als Stammzellspender zu registrieren. Viele Blutkrebspatienten brauchen einen Stammzellspender, um zu überleben und vielleicht können Sie ein Leben retten! Jetzt Spender werden!

Können Cannabinoide bei Blutkrebs als Therapieoption infrage kommen?

Bisher spricht für den Einsatz von Medizinalcannabis lediglich Übelkeit und Erbrechen im Rahmen einer Chemotherapie sowie gegen epileptische Anfällen. Patienten können vor allem dann profitieren, wenn sie unter starken Nebenwirkungen von der Chemo- oder Strahlentherapie leiden. Zudem hat sich gezeigt, dass cannabisbasierte Arzneimittel wie Dronabinol die Lebensqualität von sterbenskranken Patienten etwas verbessern kann. Mehr kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. Zwar wird weltweit seit Jahren geforscht und einige Ergebnisse sind vielversprechend, doch noch fehlen die entsprechenden Studien. Wir hoffen für alle Patientinnen und Patienten, dass sich hier bald eine Möglichkeit findet.

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