Weltkrebstag: „Ich bin und ich werde“

Heute ist der Weltkrebstag, an dem das Thema Krebs ins öffentliche Bewusstsein gerückt wird. Wir möchten heute daran erinnern, dass die Früherkennung Leben retten kann, und wie wichtig die Vorsorgeuntersuchungen sind. Auch Cannabis als Medizin in der Krebstherapie ist heute ein wichtiges Thema.

Weltkrebstag: „Ich bin und ich werde“

Der Weltkrebstag wurde erstmals im Februar 2000 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Union internationale contre le cancer (UICC) sowie weiteren Organisationen geplant und ausgerichtet. Seitdem findet nun der Weltkrebstag jährlich am 4. Februar unter einem bestimmten Motto statt. Koordiniert wird dieser von der UICC, an der sich rund 300 Organisationen in weltweit 86 Ländern beteiligen. Hierzu gehören auch die deutschen Organisationen wie die Deutsche Krebsgesellschaft, die Deutsche Krebshilfe sowie das Deutsche Krebsforschungszentrum.

Unter dem diesjährigen Motto „Ich bin und ich werde“ informiert die UICC heute über die Krebsprävention und Krebsfrüherkennung. Weitere wichtige Themen sind vor allem die Krebsdiagnose, Therapie, Nachsorge sowie aktuelle Entwicklungen.

Mehr als 12 Millionen Menschen weltweit erhalten nach Angaben der UICC die Diagnose Krebs. An dieser Krebserkrankung sterben fast acht Millionen Menschen. Experten schätzen sogar, dass im Jahr 2030 jedes Jahr rund 26 Millionen Menschen auf der ganzen Welt an Krebs erkranken und dann 17 Millionen Menschen daran versterben. Aus diesem Grund ist die Krebsprävention ein so bedeutsames und wichtiges Thema.

Weltkrebstag: Krebserkrankungen in Deutschland

In Deutschland erkranken jedes Jahr ungefähr 500 000 Menschen an Krebs. Dem Zentrum für Krebsregisterdaten zufolge gab es bei den Männern 249 160 und bei den Frauen 226 960 Neuerkrankungen (Stand: 2014). Die häufigsten Krebsarten bei Männern sind Prostata-, Darm- und Lungenkrebs. Frauen erkranken hingegen vor allem an Brustkrebs sowie ebenfalls an Darm- und Lungenkrebs. Gemessen an den Zahlen kommen Schilddrüsen- und Kehlkopfkrebserkrankungen nur selten vor.

Darüber hinaus gehen Experten davon aus, dass ungefähr die Hälfte der Krebsfälle vermieden werden können, und zwar durch einen gesunden Lebensstil. Hierzu gehören vor allem regelmäßige Bewegung, ein normales Körpergewicht, eine ausgewogene Ernährung sowie ein geringer Alkoholkonsum und Verzicht auf Nikotin. Außerdem kann ein ausreichender Schutz vor UV-Strahlen der Sonne dabei helfen, einem Hautkrebs vorzubeugen.

Rund um den Weltkrebstag finden natürlich bundesweit Veranstaltungen und Kongresse statt. Einen Überblick bietet beispielsweise der Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe Verein.

Weltkrebstag: Früherkerkennung rettet Leben

Eine Krebserkrankung kann nahezu in jedem Lebensabschnitt vorkommen. Je früher die Krebserkrankung erkannt wird, desto besser sind in der Regel die Behandlungs- und Heilungsmöglichkeiten. Damit eine solche Krankheit möglichst früh erkannt werden kann, bieten die gesetzlichen Krankenkassen bestimmte Früherkennungsuntersuchungen an. Allerdings ist die Zahl derer, die diese Vorsorgeuntersuchungen auch in Anspruch nehmen, laut dem Bundesgesundheitsministerium niedrig. So gehen lediglich rund 50 Prozent aller Frauen ab 20 Jahren regelmäßig zur Krebsfrüherkennung. Bei den Männern ab 45 Jahren sind es noch nicht einmal 20 Prozent.

Anlässlich dieser Zahlen und dem heutigen Weltkrebstages möchten wir noch einmal in besonderem Maße auf die Vorsorgeuntersuchungen hinweisen.

Vorsorgeuntersuchungen für Frauen:

Gebärmutterhalskrebs Genitaluntersuchung für Frauen ab dem 20. Lebensjahr (jährlich) Anamnese (Fragen nach Beschwerden), Inspektion des Muttermundes, gynäkologische Tastuntersuchung, Krebsabstrich sowie zytologische Untersuchung (Pap-Test), Befundmitteilung und Beratung
Brustkrebs Brustuntersuchung für Frauen ab dem 30. Lebensjahr (jährlich) Anamnese (Fragen nach Beschwerden), Abtasten der Brust und der Lymphknoten einschließlich der Anleitung zur Selbstuntersuchung, Befundmitteilung und Beratung
Mammografie-Screening für Frauen zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr (alle zwei Jahre) Anamnese (Fragen nach Beschwerden und Veränderungen), Mammografie beider Brüste, Befundmitteilung innerhalb von sieben Werktagen

Vorsorgeuntersuchungen für Männer:

Prostatakrebs Genitaluntersuchung für Männer ab dem 45. Lebensjahr (jährlich) Anamnese (Fragen nach Beschwerden), Inspektion/Abtasten des äußeren Genitales, Tastuntersuchung der Prostata und Lymphknoten, Befundmitteilung und Beratung

Vorsorgeuntersuchungen für Frauen und Männer:

Darmkrebs Dickdarm- und Rektumuntersuchung für Frauen und Männer im Alter von 50 bis 54 Jahren (jährlich) Beratung und Test auf verborgenes Blut im Stuhl
Darmspiegelung für Frauen und Männer ab dem 55. Lebensjahr (zwei Untersuchungen im Abstand von zehn Jahren) Beratung und Darmspiegelung
Hautkrebs Hautkrebs-Screening für Frauen und Männer ab dem 35. Lebensjahr (alle zwei Jahre) Anamnese (Fragen nach Beschwerden/Veränderungen), visuelle Ganzkörperinspektion, Befundmitteilung und Beratung

Cannabis als Medizin in der Krebsbehandlung

Eine Chemo- oder Strahlentherapie schränkt die Lebensqualität stark ein. Patienten leiden unter anderem unter Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, Depressionen und/oder Angstzuständen. Cannabis als Medizin hat sich gerade in der Krebsbehandlung bei der Symptombekämpfung als hilfreich erwiesen, um den Patienten ein höheres Maß an Lebensqualität zu ermöglichen. Vor allem die Appetitlosigkeit stellt bei einer Krebserkrankung ein großes gesundheitliches Risiko dar, denn bei nicht ausreichender Versorgung mit Nahrung, wird der Körper noch schwächer. Durch die Anwendung von Medizinalhanf kann schließlich der Appetit gesteigert werden, sodass der Körper neue Kraft erlangt.

Auch verschiedene Studien zeigen, dass Medizinalhanf eine zusätzliche Option sein kann. So zeigte beispielsweise eine israelische Studie aus dem Jahr 2018, dass eine Cannabistherapie von den meisten Patienten gut vertragen wurde. Außerdem war eine Linderung der Symptome zu verzeichnen (Leafly berichtete). Forscher hatten hierzu 2 970 Krebspatienten, die Cannabis verordnet bekamen, befragt.

In unseren Patientenakten haben wir auch einige Menschen vorgestellt, die unter Krebs leiden und denen Medizinalhanf geholfen hat. So zum Beispiel Vanessa aus Baden-Württemberg, die an einem seltenen bösartigen Eierstocktumor namens Dottersacktumor erkrankt ist. Unter der Chemotherapie zeigten sich dann starke Nebenwirkungen und sie litt unter starken Schmerzen. Kaum ein Schmerzmittel konnte ihr helfen, bis sie das Mundspray Sativex probierte.

Cannabis als Medizin ist kein „Wundermittel“ und auch nicht jeder Krebspatient profitiert von einer Cannabis-Therapie. Dennoch stellt Medizinalhanf eine vielversprechende Option dar, um die Chemotherapie-bedingten Nebenwirkungen zu lindern, sodass die Patienten ein wenig – bestenfalls – viel Lebensqualität erhalten.

Mehr zu dem Thema:
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Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Cannabis

Im November 2018 sorgte eine Übersichtsarbeit französischer Experten für Aufsehen (Leafly berichtete). In dieser Arbeit führten die Experten nämlich aus, dass die Cannabinoide THC und CBD pharmakokinetische Wechselwirkungsmechanismen aufweisen können, wenn sie mit Krebsmedikamenten kombiniert werden.

Das Cannabinoid CBD solle den Experten zufolge das größte Risiko besitzen. Die Ergebnisse der Experten stammen dabei aus vitro-Versuchen, bei denen sehr hohe CBD-Dosen verwendet wurden. Dabei lagen die CBD-Dosen weit über den Empfehlungen für Patienten. Am Ende erklärten dann die Experten, dass grundsätzlich Wechselwirkungen zwischen Krebsmedikamenten und Cannabis auftreten können. Die Datenlage sei aber nicht ausreichend, um damit abschließende Aussagen treffen zu können. Dennoch sollten Cannabispatienten während einer Krebsbehandlung genau beobachtet werden. Hierzu muss jedoch gesagt werden, dass Krebspatienten so oder so engmaschig von ärztlicher Seite beobachtet werden.

 

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