Weltnichtrauchertag 2018, 31. Mai

Autor: Sandrina Koemm-Benson

Verõffentlicht am: 31. Mai 2018

Geändert am: 31. Mai 2018

Der 31. Mai ist Weltnichtrauchertag. Alleine in Deutschland sterben laut WHO jährlich rund 35.000 Menschen durch die toxischen Gifte, die beim Rauchen inhaliert werden. Cannabis wird gerne mit Tabak gemischt und geraucht. Doch dies ist aus medizinischer Sicht keineswegs zu empfehlen, auch wenn es gängige Praxis ist.

Weltnichtrauchertag 2018, 31. Mai

Am 31. Mai ist Weltnichtrauchertag. Das diesjährige von der Deutschen Krebshilfe und dem Aktionsbündnis Nichtrauchen e. V. ausgegebene Motto in Deutschland lautet: „Pass auf, an wen du dein Herz verlierst!“. Die WHO hat dazu weltweit das Motto „Tödlicher Herzensbrecher Tabakrauch“ ausgerufen. Beide Leitthemen nehmen Bezug auf die Gefahr, von Zigaretten, sonstigen Tabakprodukten oder neuartigen Nikotinprodukten abhängig zu werden und nicht mehr davon loszukommen.

Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems: Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, Herzinfarkt, Krankheiten der Blutgefäße sowie Schlaganfall – gehören zu den häufigsten Todesursachen. Im Jahr 2015 starben daran in Deutschland insgesamt rund 360.000 Personen. Tabakkonsum ist dabei eine der wichtigsten vermeidbaren Ursachen für Herz-Kreislauferkrankungen und ist in Deutschland für etwa 35.000 Herz-Kreislauf-Todesfälle jährlich verantwortlich. Das ist mehr als das Zehnfache der Verkehrstoten im Jahr 2015.

Das Rauchen richtet vielfältige Schäden in den Blutgefäßen und dem Herzen an:

  • Es führt zu Verhärtungen in den Blutgefäßen (Arteriosklerose). Wenn Ablagerungen – so genannte Plaques – aufplatzen, drohen Herzinfarkt und Schlaganfall.
  • Es bewirkt eine Verengung der Blutgefäße und somit eine Erhöhung des Blutdrucks.
  • Es verändert die Zusammensetzung der Blutfette: die Menge an „ungünstigem“ LDL-Cholesterin wird erhöht und die Menge an „gutem“ HDL-Cholesterin verringert. Dadurch steigt wiederum die Gefahr von Arteriosklerose.
  • Es macht das Blut zähflüssig, verklumpt die Blutplättchen und fördert so die Bildung von Blutgerinnseln, die die Blutgefäße verstopfen (Thrombose).
  • Es schädigt die Muskulatur des Herzens und verschlechtert die Versorgung der Muskulatur mit Sauerstoff, sodass Raucher/innen häufiger an einer Herzinsuffizienz leiden.
  • Raucher/innen haben ein um 65 Prozent höheres Risiko für einen Herzinfarkt als Nichtraucher. Es gibt keine unschädliche Dosis – sogar eine Zigarette täglich erhöht das Risiko deutlich.

Am Weltnichtrauchertag wird auch an die Passivraucher gedacht: Auch Passivrauchen schadet dem Herz-Kreislaufsystem. Es erhöht die Gefahr einer koronaren Herzerkrankung um 25 bis 30 Prozent und steigert ebenfalls das Risiko für einen Schlaganfall.

Hoffnung für Nichtraucher am Weltnichtrauchertag

Es gibt auch eine sehr gute Nachricht: Ein Rauchstopp senkt deutlich die Wahrscheinlichkeit, an den Folgen des Rauchens zu sterben und lohnt sich in jedem Alter. Exraucher/innen haben zwei Jahre nach einem konsequenten Rauchstopp fast das gleiche Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen wie Nichtraucher/innen.

Organisationen fordern mehr Aufklärung am Weltnichtrauchertag

Bei der Information der Bevölkerung zu diesem Thema besteht viel Nachholbedarf. Am Weltnichtrauchertag fordern die WHO und weitere Organisationen nachhaltige Informationskampagnen von der Bundesregierung. Aufklärung und Information können dazu beitragen, ein Bewusstsein für die Gefahren des Rauchens und Passivrauchens auszubilden. Auf der anderen Seite gibt die Tabakindustrie rund 200 Millionen Euro jährlich für Tabakmarketing aus, darunter etwa 70 Millionen Euro für Außenwerbung, um den Tabakkonsum und die Akzeptanz des Rauchens zu fördern.

Deutschland hat sich gegenüber der WHO dazu verpflichtet, bevölkerungsweite politische Maßnahmen voranzutreiben, um die vorzeitige Sterblichkeit durch nichtübertragbare Krankheiten bis zum Jahr 2025 um 25 Prozent zu senken und die Zunahme von Herzerkrankungen zu stoppen. Tabakprävention kann dazu einen entscheidenden Beitrag leisten.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum appelliert daher an die Bundesregierung, dieser Verpflichtung endlich nachzukommen. „Zahlreiche Maßnahmen sind längst überfällig: Neben einer verstärkten Aufklärung und Information der Öffentlichkeit sind ein umfassendes Tabakwerbeverbot, ein bevölkerungsweiter Nichtraucherschutz und spürbare Tabaksteuererhöhungen notwendig, um einen merklichen Rückgang des Tabakkonsums und der damit verbundenen gesundheitlichen Folgen zu erreichen“, so Mons.

Die Publikation „Rauchen erhöht das Risiko für Herz-Kreislaufkrankheiten“ ist als pdf abrufbar unter www.tabakkontrolle.de.
https://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/FzR/FzR_2018_Rauchen-und-Herz-Kreislaufsystem.pdf

Warum man Cannabis nicht rauchen sollte

Cannabis und dessen Cannabinoide können auf verschiedenen Weisen eingenommen werden. Am bekanntesten, vor allem durch den Freizeitkonsum, ist noch immer das Rauchen von Cannabisblüten. In Deutschland wird dabei meist Tabak beigemischt. Doch das Rauchen hat zahlreiche Nachteile – und dabei geht es nicht vorrangig um die Schädigung der Lunge.

Cannabis sollte daher nur pur mit einem Vaporizer verdampft werden, um das Inhalieren der toxischen Gifte aus dem Tabak zu vermeiden. Ein Vaporizer lässt das Cannabis nicht verbrennen, sondern verdampfen. Der Dampf ist frei von krebserregenden Stoffen und Schadstoffen, solange die Verdampfungstemperatur keine 200 Grad Celsius übersteigt. Durch die hohe Temperatur werden die wertvollen Cannabinoide gelöst und können so bei Inhalation zu einer Besserung führen.

Auch Hanf Zigaretten mit CBD Anteil sind nicht empfehlenswert!

Orale Einnahme von Cannabis als Medizin ist zu bevorzugen

Bei der oralen Einnahme von Cannabis werden die wirksamen Substanzen über Mund und den Magen-Darm-Trakt sowie die Schleimhäute im Mund aufgenommen. Hierfür kommen Cannabisöle, Cannabisvollspektrumextrakte, Tinkturen und Tees infrage. Die Art der Einnahme hat einen großen Einfluss auf den Effekt, der erzielt wird, die Geschwindigkeit, mit der eine Wirkung eintritt und wie lange die Wirkung anhält. Am besten zu steuern sind diese Parameter, wenn standardisierte Extrakte, Öle oder Tinkturen oral eingenommen werden.

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