Weltnierentag: „Starke Nieren – für alle!“

Heute ist der Weltnierentag, an dem wir über die lebenswichtigen Funktionen dieser beiden Organe berichten. Außerdem haben Forscher festgestellt, dass die Nieren ein eigenes Endocannabinoid-System besitzen, weshalb Medizinalhanf möglicherweise Potenzial hat, bei verschiedenen Nierenerkrankung unterstützend wirken zu können.

Weltnierentag: „Starke Nieren – für alle!“

Den Weltnierentag gab es das erste Mal im Jahr 2006. In Deutschland koordinieren die Deutsche Nierenstiftung und die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie jedes Jahr am 14. März diesen Gesundheitstag unter einem bestimmten Motto. Unter dem diesjährigen Motto „Starke Nieren – für alle!“ soll die Öffentlichkeit zum Thema Nierengesundheit sensibilisiert werden. Außerdem soll das Bewusstsein über die so wichtige Leistung der Nieren im Körper gesteigert werden.

Weltweit leiden Schätzungen zufolge ungefähr 850 Millionen Menschen an einer Nierenerkrankung aufgrund verschiedenster Ursachen. Jedes Jahr verursachen chronische Nierenerkrankungen etwa 2,4 Todesfälle. Zurzeit sind diese Erkrankungen die sechsthäufigste Todesursache.

Von akuten Nierenerkrankungen sind weltweit mehr als 13 Millionen Menschen betroffen, wobei 85 Prozent dieser Erkrankungen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen auftreten.

Weltnierentag: Aktionswochen zur Nierengesundheit

Die Deutsche Nierenstiftung organisiert die Nierenwochen, die vom 1. bis 31. März in ganz Deutschland stattfinden. Im Vordergrund steht die Nierengesundheit, die durch Früherkennung und Prävention so lange wie möglich erhalten werden kann. Dabei richtet sich der Weltnierentag an Betroffene, Angehörige, Interessierte und Mediziner gleichermaßen.

Ausführliche Informationen zum Weltnierentag und zur Nierengesundheit bietet auch der Verein PKD Familiäre Zystenniere. Dieser startet zudem die Aktion „#PKDGlasWasser“ am heutigen Weltnierentag, um darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig die Prävention und frühzeitiges Handeln sind. So ruft der Verein dazu auf, ein Glas Wasser zu trinken und ein Foto hiervon in sozialen Netzwerken zu posten. Diese symbolische Geste soll am heutigen Weltnierentag daran erinnern, dass die Nieren lebenswichtig sind und regelmäßige Pflege benötigen. Informationen dazu gibt es hier.

Weltnierentag: Warum sind die Nieren so wichtig?

Sie wiegen nur etwa 300 Gramm und sind je nach Körpergröße des Menschen durchschnittlich 10 Zentimeter lang, etwa 5 Zentimeter breit und ungefähr 4 Zentimeter dick. Jeden Tag fließen rund 1.800 Liter Blut durch die kleinen Organe, die im Körper lebenswichtige Aufgaben wahrnehmen. So sind sie

  • für die Regelung des Blutdrucks
  • die Entgiftung
  • einen ausgeglichenen Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt
  • die Regelung der Bildung von roten Blutkörperchen
  • die Regelung des Säure-Basen-Haushaltes

und

  • für die Produktion von Hormonen und Enzymen

verantwortlich.

Der medizinische Fachausdruck für Nierenerkrankungen ist Nephropathie. Ursächlich für Nierenerkrankungen können beispielsweise entzündliche Keime, Ablagerungen (Nierensteine), Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder auch Fettleibigkeit und Drogenmissbrauch sein. Wird eine Nierenerkrankung früh erkannt, lässt sich diese generell gut behandeln.

Endocannabinoid-System in den Nieren

Die Cannabinoide aus der Cannabispflanze fanden lange Zeit wenig Beachtung bei den Nephrologen. Eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2018 von der University of Turin in Italien zeigt jedoch, dass sich in den Nieren ein vollständiges Endocannabinoid-System befindet. Laut den Forschern kann dieses Endocannabinoid-System bei der Entwicklung von verschiedenen Krankheiten wie der diabetischen Nephropathie, Medikamenten-Nephrotoxizität sowie der progressiven chronischen Nierenerkrankung eine wichtige Rolle spielen.

Demzufolge könnte das Endocannabinoid-System in den Nieren auch eine therapeutische Relevanz haben, da die pharmakologische Modulation des Endocannabinoid-Systems eine nierenschützende (renoprotektive) Wirkungen bei Versuchstieren gezeigt hat. Dies wecke laut den Forschern Hoffnung auf zukünftige mögliche Anwendungen beim Menschen.

Darüber hinaus berichten die Forscher über eine Reihe von Fällen von akuter Nierenschädigung, die im Zusammenhang mit der Verwendung synthetischer Cannabinoide standen. So vermuten die Forscher, dass synthetische Cannabinoide möglicherweise eine höhere Potenz und Toxizitätsrate aufweisen als natürliches Cannabis. Um hier gesicherte Aussagen treffen zu können, seien aber weitere Untersuchungen erforderlich.

Studie mit Cannabidiol (CBD)

Im Jahr 2009 stellten die Forscher der Zhejiang University in China die interessanten Ergebnisse ihrer Studie vor. In der Einführung heißt es, dass Cisplatin ein wirksames Chemotherapeutikum sei. Jedoch wirke sich dies häufig schädigend auf die Nieren aus und es kommt vermehrt zu oxidativem und nitrosativem Stress, was die klinische Anwendung einschränkt.

In der Studie untersuchten die Forscher die Auswirkungen von CBD, da dieses Cannabinoid eine antioxidative Wirkung besitzt, an einem Mausmodell mit induzierter Nephropathie. Im Ergebnis heißt es, dass die Behandlung von Mäusen mit CBD den durch Cisplatin induzierten oxidativen/nitrosativen Stress senkte. Zudem verbesserten sich die Entzündungswerte sowie die Nierenfunktion. CBD könnte demnach eine vielversprechende neue Schutzstrategie gegen Cisplatin-induzierte Nephrotoxizität darstellen.

 

Hinweis: In diesem Artikel berichten wir über rezeptpflichtiges CBD oder auch Cannabidiol. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag. Nutzversprechen bleiben den Apothekern überlassen.

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