Winterblues und Depressionen: Wie Cannabis stimmungsaufhellend wirken kann

Autor: Gesa Riedewald

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Graue Tage, Kälte und Regenwetter: Wenn es draußen dunkel und ungemütlich ist, fühlen sich einige Menschen antriebslos, niedergeschlagen und müde. Hat Sie der Winterblues gepackt? Bei dem Seelentief kann sich aber auch um eine saisonale Depression (SAD) handeln – häufig auch als Winterdepression bezeichnet. Cannabis kann in Zeiten eines seelischen Tiefs helfen, die Stimmung zu heben. Vor allem CBD kommt dabei eine wichtige Rolle zu, da es keinen Rausch erzeugt und gut verträglich ist.

Winterblues und Depressionen: Wie Cannabis stimmungsaufhellend wirken kann

Wenn es morgens spät hell wird und am Nachmittag schon wieder dämmert, wenn sich die Sonne kaum blicken lässt, drückt das bei vielen Menschen auf die Stimmung. Sie fühlen sich müde, antriebslos, schlecht gelaunt – und dazu könnten sie noch den ganzen Tag essen. Das klingt nach Winterblues. Bei solch einem Tief muss es sich nicht gleich um eine depressive Verstimmung handeln. Allerdings haben einige Menschen eine saisonale Anfälligkeit für depressive Erkrankungen. Tritt das Stimmungstief regelmäßig in den lichtarmen Herbst- und Wintermonaten auf, kann es sich um eine Winterdepression handeln.

Was ist eine Winterdepression?

Ein vorübergehendes Stimmungstief in der dunklen Jahreszeit ist nichts Ungewöhnliches. Der Winterblues packt viele von uns. Das hängt mit den kürzer werdenden Tagen zusammen: Sonnenschein und Tageslicht beeinflussen unsere Laune. Tritt die depressive Stimmungslage jedoch gemeinsam mit weiteren Beschwerden wie Müdigkeit und Antriebslosigkeit auf, und bleiben diese Beschwerden durch Herbst und Winter hindurch, kann es sich um eine sogenannte saisonale Depression handeln.

Von saisonal bedingter Depression (SAD) – auch Winterdepression genannt – sprechen Mediziner, wenn sich Symptome einer depressiven Episode ausschließlich und wiederholt zu einer bestimmten Jahreszeit zeigen. Und das ist typischerweise im Herbst und Winter der Fall.

Der Lichtmangel in der dunklen Jahreszeit beeinflusst den Schlaf-Rhythmus und den Hormonhaushalt. Ist es dunkel, sendet unser Körper den Botenstoff Melatonin aus. Das Hormon sorgt dafür, dass wir müde werden. Bei Licht dagegen wird Melanopsin aktiv. Dieses Pigment hemmt die Produktion von Melatonin. Die Bedeutung von Licht für den Winterblues oder gar saisonale Depressionen haben Experten bereits vor Jahren erkannt.

Je weiter nördlich die Menschen leben, desto häufiger haben sie im Winter ein Stimmungstief. Beispielsweise beschreiben knapp 47 Prozent der Einwohner von New York eine Saisonalität ihrer Stimmung – in Florida dagegen scheinen die Jahreszeiten keine Rolle zu spielen.

Symptome der Winterdepression

Wer unter der Winterdepression leidet, ist nicht unbedingt niedergeschlagen und traurig, sondern vor allem müde, abgeschlagen und lustlos. Typisch für eine solche saisonal auftretende Störung des Gefühlslebens sind ein gesteigertes Schlafbedürfnis und Heißhunger nach süßen, kalorienreichen Speisen.

Die am häufigsten von Patientinnen und Patienten mit einer Winterdepression genannten Symptome sind:

  • Energielosigkeit
  • depressive Stimmungslage
  • Tagesschläfrigkeit
  • Angstzustände
  • Heißhunger (vor allem auf Süßigkeiten)
  • Gereiztheit
  • Libidoabnahme
  • eingeschränkte Leistungsfähigkeit

„Heißhunger und ein ausgeprägtes Schlafbedürfnis sind ausgesprochen typisch für die Winterdepression und unterscheidet sie von der Depression aufgrund psychosozialer Stressfaktoren. Zusätzlich können die übrigen Leidensmuster einer Depression auftreten, wenn auch meistens leichter und abgeschwächter“, erklärt Samer Schleusener, stellvertretender Ärztlicher Direktor der Rhein-Jura Klinik und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.

Heißhunger

Winterblues oder Winterdepression?

Eine deutlich schwächere Form der depressiven Verstimmung ist der Winterblues. Die vom Blues Betroffenen schleppen sich antriebslos und schlecht gelaunt durch die dunklen Tage – eine echte Depression haben diese Menschen aber nicht. Experten bezeichnen diese abgeschwächte Form als subsyndromale SAD (S-SAD).

Auch wenn diese Verstimmung milder ist als die saisonale Depression, leiden die Betroffenen dennoch darunter. Auch die vergleichsweise mäßig ausgeprägten Beschwerden der S-SAD bedeuten eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität.

Von der S-SAD sind in unseren Breitengraden immerhin bis zu zehn Prozent der Bevölkerung betroffen. An der saisonalen Depression SAD leiden in Deutschland etwa zwei bis drei Prozent.

Depressionen im Winter sind nicht immer Winterdepressionen

Nicht jede Depression, die im Winter auftritt, ist eine Winterdepression. Auch im Herbst und Winter erkranken Menschen an klassischen Depressionen. Nur etwa jede zehnte Depression, die im Winter auftritt, ist tatsächlich eine echte Winterdepression. Die saisonal abhängigen Depressionen sind meist weniger schwer ausgeprägt und weniger häufig als andere depressive Störungen.

Da die depressiven Symptome regelmäßig zwischen Oktober und Februar auftauchen, wird die Winterdepression in der Gruppe der rezidivierenden depressiven Störungen geführt.

Frauen leiden häufiger an einer saisonalen Depression als Männer: Das Geschlechterverhältnis liegt bei etwa 3 zu 1. Darüber hinaus scheint die Anfälligkeit mit dem Alter zu sinken. Das Durchschnittsalter bei Erkrankungsbeginn liegt zwischen 25 und 40 Jahren.

Winterdepression: Diagnose

Für die Diagnose einer Winterdepression sind die typischen, wiederkehrenden Beschwerden in den Herbst- und Wintermonaten ausschlaggebend. Die Symptome der Depression treten dabei innerhalb mehrerer Winter auf und klingen mit dem Frühling wieder vollständig ab.

Das Bedürfnis nach Ruhe und Schlaf wie auch Lust auf Süßes sind im Winter nicht ungewöhnlich. Erst wenn diese Bedürfnisse stark und belastend werden, ist eine Behandlung notwendig. Betroffene sollten einen Arzt aufsuchen – nur ein Mediziner ist in der Lage, einen harmlosen Winterblues von einer echten Depression zu unterscheiden. Im extremsten Fall, bei einer schweren Depression, plagen die Betroffenen Suizidgedanken. Spätestens jetzt ist es dringend nötig, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen.

Was hilft gegen Winterblues und Winterdepressionen?

Lichttherapie

Zahlreiche Untersuchungen belegen den positiven Einfluss von Licht auf die Winterdepression. Bei der Lichttherapie sitzt der Patient vor einer speziellen Lampe mit weißem Licht ohne UV-Anteil und sieht in die Lichtquelle. Die Stärke von 10.000 Lux entspricht ungefähr der Helligkeit an einem Sommertag im Schatten. Die Behandlung erstreckt sich über mehrere Wochen. Es gibt aber sogar einen Soforteffekt, wie eine Studie zeigte: Bereits nach der ersten Anwendung der Lichttherapie mit 10.000 Lux über 20 bis 40 Minuten besserte sich die Stimmungslage von Patienten mit einer saisonabhängigen Depression.

Bei der Lichttherapie treten so gut wie keine Nebenwirkungen auf. Präventiv angewendet kann die Lichttherapie dabei helfen, dass aus einem kleinen Winterblues keine Depression wird.

Lichttherapie

Aktivität im Freien

In der dunklen Jahreszeit braucht der Körper so viel Tageslicht wie möglich. Halten Sie sich daher viel im Freien auf. Selbst ein bedeckter Himmel ist deutlich heller als jede gewöhnliche künstliche Lichtquelle. Ideal ist die Bewegung an der frischen Luft am Morgen – so aktivieren Sie Ihren Kreislauf. Auch ein gut strukturierter Tagesablauf kann sich bei einer Winterdepression positiv auswirken.

Passende Aktivitäten im Freien sind beispielsweise:

  • Spazierengehen
  • Radfahren
  • Joggen
  • Langlaufen oder Skifahren
  • Nordic Walking

Medikamentöse Behandlung

Bei schweren Winterdepressionen ist häufig eine medikamentöse Behandlung nötig. Dabei verschreiben die Ärzte Medikamente, die auch bei anderen Depressionsformen eingesetzt werden, vor allem Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI). SSRI sind Antidepressiva. Diese Medikamentengruppe ist allerdings wegen ihrer Nebenwirkungen umstritten.

Gute Ergebnisse ergaben auch Studien mit Johanniskraut. Dabei zeigte das Johanniskraut eine vergleichbare Wirkung wie die Lichttherapie in der Behandlung der saisonalen Depression.

Psychotherapie

Zusätzlich zu Licht und Medikamenten hilft auch eine Psychotherapie. Beispielsweise hat sich die Verhaltenstherapie in der Behandlung einer Winterdepression bewährt.

Wie kann Cannabis bei Depressionen helfen?

Zahlreiche Studien haben die stimmungsaufhellende, antidepressive Wirkung von Cannabis gezeigt. In aktuellen Arbeiten erklären Wissenschaftler, dass die Cannabinoide aus der Hanfpflanze ein neues Medikament sein könnten, um Depressionen zu überwinden.

Cannabinoide können nicht nur die Stimmung positiv beeinflussen, sie helfen auch bei Angt. Darüber hinaus lindern sie Schmerzen – was auch für viele Menschen mit Depressionen relevant ist. In zahlreichen Studien berichten Patienten, die Cannabinoide beispielsweise gegen Nervenschmerzen eingenommen haben, von einer Verbesserung ihrer Angstzustände und Depressionen. (Mehr dazu hier.)

CBD bei Depressionen

Viele Menschen nutzen das nicht-psychoaktive CBD (Cannabidiol) zur Linderung psychischer Symptome. CBD erzeugt keinen Rauschzustand, aber es ist ein effektiver Stimmungsaufheller. Es wirkt gegen Depressionen, Angstzustände und Stress.

Inzwischen haben auch verschiedene Studien belegt, dass CBD eine antidepressive und Angst lösende Wirkung besitzt. CBD rückt immer weiter in den Fokus vieler Forschungen, um die Einsatzmöglichkeiten von Cannabis als Medizin sowie die Zusammenhänge bei der Therapie von Depressionen auszuloten. So könnte CBD ein schnell wirksames und vor allem nebenwirkungsarmes Medikament bei der Behandlung einer Depression sein. (Mehr zum Thema hier.)

CBD bei Stimmungstiefs wie dem Winterblues

Wer an einem Stimmungstief leidet, ist meistens klinisch gesehen nicht depressiv. Trotzdem gibt es bestimmte Zeiten im Leben – beispielsweise im Herbst und Winter – an denen wir einen Stimmungsaufheller gebrauchen können. Viele möchten hier CBD als Hilfe einsetzen. CBD kann beispielsweise in Form von Tropfen als CBD-Öl angewendet werden.

Da CBD keine Nebenwirkungen hervorruft, ist es auch für die Behandlung eines Stimmungstiefs wie dem Winterblues geeignet. Sogar die WHO, die Weltgesundheitsorganisation, hat CBD als sicher und unbedenklich eingestuft.

Fazit: Cannabis kann gegen den Winterblues und Depressionen helfen

Die Studienlage zeigt, dass Cannabis gegen Depressionen helfen kann. Wichtig ist aber, dass es kein Heilmittel für Depressionen ist – es kann nur die Symptome lindern und eine vorübergehende Erleichterung bieten. Bei einer echten Depression muss immer ärztlicher Rat eingeholt werden.

Ein Seelentief dagegen trifft viele von uns irgendwann einmal. Das ist nicht immer gleich besorgniserregend. CBD kann hier die Stimmung aufhellen und die Symptome verbessern. Wenn die Symptome aber länger als zwei Wochen anhalten, sollten die Betroffenen in jedem Fall mit einem Arzt sprechen und gegebenenfalls einen Psychotherapeuten aufsuchen.

Hilfe finden Betroffene beispielsweise auch bei der Deutschen Depressionshilfe.

Quellen:

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