Medizinisches Cannabis kann bei essentiellem Tremor helfen

Autor: Alexandra Latour

Verõffentlicht am: 1. November 2017

Geändert am: 5. Januar 2018

Der essentielle Tremor (ET) – umgangssprachlich auch „Zitterkrankheit“ – gehört zu den am häufigsten auftretenden Bewegungsstörungen und betrifft nicht nur ältere Menschen. Auch immer mehr junge Erwachsene entwickeln einen Tremor (Zittern) ohne erkennbare Ursache und ohne, dass eine Krankheit vorliegt. Nicht selten sind Betroffene erheblich in ihren Aktivitäten eingeschränkt und schämen sich für das Zittern, sodass sie sich sozial zurückziehen. Eine Heilung des essentiellen Tremors ist ausgeschlossen und behandelt wird er häufig mit Betablockern und Antikonvulsiva, die erhebliche Nebenwirkungen haben. Doch für Betroffene gibt es Hoffnung: Medizinisches Cannabis kann vermutlich eine nebenwirkungsarme Option sein.

Medizinisches Cannabis kann bei essentiellem Tremor helfen

Bei Krankheiten wie Multiple Sklerose, die unter anderem auch einen Tremor auslösen kann, weiß man schon lange, dass das Endocannabinoid System verändert ist und, dass es an körpereigenen Cannabinoiden fehlt. Diese Defizite können mit den Cannabinoiden aus Hanfpflanze ausgeglichen werden.

Auch die IACM (Internationale Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin) nennt zahlreiche Studien für die therapeutische Relevanz von Cannabis-Medikamenten in denen nachgewiesen wurde, dass Cannabinoide die Symptome der Multiple Sklerose wie Zittern, Parästhesien und Ataxie positiv beeinflussen können. Und so kann medizinisches Cannabis vermutlich auch beim essentiellen Tremor den Betroffenen Linderung verschaffen.

Tremor-Arten beim essentiellen Tremor

Jeder Mensch weist einen gewissen Tremor auf. Dieser äußert sich in Form eines leichten Zitterns. Allerdings fällt dieser normale Tremor nicht weiter auf, weil er viel zu schwach ist. Der essentielle Tremor zeigt sich hingegen in Form eines rhythmischen Zitterns, wenn eine willkürliche Bewegung ausgeführt wird oder aber beim Halten einer Position gegen die Schwerkraft. Unterschieden wird zwischen den folgenden Tremor-Arten:

  • Aktionstremor: Der Aktionstremor tritt auf, wenn beispielsweise ein Glas zum Mund geführt oder mit einer Wasserflasche Flüssigkeit in ein Glas geschüttet wird. Im Ruhezustand findet hingegen kein Zittern statt.
  • Haltungstremor: Hier zeigt sich das Zittern, wenn zum Beispiel ein Arm ausgestreckt und gegen die Schwerkraft gehalten wird.

Die meisten Betroffenen leiden unter beiden Tremor-Arten. Dabei kann der essentielle Tremor unterschiedliche Bereiche des Körpers betreffen, wobei das Zittern am häufigsten in den Händen und am Kopf (Kopfwackeltremor) auftritt. Aber auch andere Körperteile bzw. Extremitäten wie die Stimmbänder oder Beine können betroffen sein.

Wie stark das Zittern (Amplitude) und wie schnell das Zittern (Frequenz) ist, kann von Patient zu Patient variieren. In der Regel nimmt die Frequenz in fortschreitendem Alter ab und die Amplitude zu. Der Krankheitsverlauf ist progredient. Das heißt, es handelt sich um einen chronischen Zustand, der weiter fortschreitet. Eine Heilung ist bisher nicht möglich.

Einige Patienten erleben symptomfreie Phasen, während der Tremor bei anderen Patienten ihr ganzes Leben lang nicht stark ausgeprägt ist. Wieder andere Patienten erleben eine immer stärker zunehmende Symptomatik. Somit ist der Krankheitsverlauf nicht bei jedem Betroffenen gleich. Jedoch ist bekannt, dass emotionale Faktoren wie Stress oder Aufregung die Symptomatik verschlimmern können.

Essentieller Tremor und seine Ursachen

Bisher sind die Tremor-Ursachen ungeklärt. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass ungefähr 60 Prozent der Krankheitsfälle auf genetische Ursachen zurückgeführt werden können. Wissenschaftler nehmen an, dass die Chromosomen 2, 3 und 6 hieran beteiligt sind und dass die Krankheit ausbricht, wenn nur ein Gen defekt ist. Allerdings kann der essentielle Tremor auch auftreten, ohne dass das Erbgut Veränderungen aufweist.

Es gilt als gesichert, dass die Tremorsymptomatik dadurch entsteht, dass die Kommunikation zwischen verschiedenen Gehirnbereichen wie dem Thalamus, dem Hirnstamm und dem Kleinhirn gestört ist. Diese neuronalen Fehlfunktionen bilden sich meist erst zwischen dem 20. und 60. Lebensjahr. Kinder sind nur selten betroffen.

Essentieller Tremor: Diagnose und Ausschluss von anderen Krankheiten

Bei der Diagnose eines essentiellen Tremors geht es darum, Krankheiten auszuschließen, bei denen ebenfalls ein Tremor auftritt (Ausschlussdiagnose). Hierzu gehören die folgenden Krankheiten:

  • Morbus Parkinson: Bei Parkinsonpatienten zeigt sich in der Regel ein Ruhetremor. Das Zittern beginnt demnach nur dann, wenn beispielsweise die Hand ruhig im Schoß liegt (Ruhetremor). Durch Bewegungen bessert sich dann meist das Zittern. Ursache des Morbus Parkinson sind geschädigte Schaltstellen im Gehirn, was zu Zittern und Bewegungsstörungen führt. Ein Hauptsymptom der Erkrankung ist die Akinese (Unbeweglichkeit). Von Akinese wird gesprochen, wenn eine vollständige Bewegungsunfähigkeit vorliegt.
  • Dystonie: Wenn eine Dystonie vorliegt, neigen Betroffene zu Fehlhaltungen, die häufig durch einen Tremor angekündigt werden. Ursache hierfür sind Störungen in den motorischen Gehirnzentren.
  • Basedow-Krankheit: Diese Autoimmunerkrankung wirkt sich auf die Schilddrüse auf. Infolge dessen kommt es zu einer Schilddrüsenüberfunktion, die mit Zittern einhergehen kann.
  • Schilddrüsenüberfunktion: Die Schilddrüse produziert bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) zu viele Hormone, sodass es unter anderem zu einer psychomotorischen Unruhe kommt. Häufig tritt hier der Tremor in den Fingern auf.
  • Multiple Sklerose (MS): Viele Patienten mit MS leiden an einem Tremor, der durch Entzündungsherde im Gehirn entsteht.
  • Enzephalitis: Wenn im Rahmen einer Gehirnentzündung, zum Beispiel infolge einer FSME- oder Maserninfektion, Nervenzellen im Gehirn geschädigt werden, kann auch hier ein Tremor auftreten.
  • Morbus Alzheimer: Durch das Absterben der Nervenzellen im Gehirn kommt es neben dem Gedächtnisverlust und dem Verlust der Denkfähigkeit auch zu motorischen Störungen wie einem Tremor.
  • Leberversagen: Wenn die Leber versagt, reichern sich im Körper giftige Stoffwechselprodukte an, die unter anderem auch motorische und neurologische Störungen zur Folge haben kann. So kann ein Tremor ein Anzeichen für das Leberversagen sein.
  • Morbus Wilson: Wenn der Kupferstoffwechsel in der Leber gestört ist, lagert sich Kupfer vermehrt im Gehirn ab, was zu Funktionsstörungen in der Leber und zu einem Tremor (Zittern) führt. Durch die Kupferablagerungen kann Morbus Wilson auch zu einer lebensbedrohlichen Leberzirrhose oder Leberentzündung führen.
  • Erkrankungen/Störungen des peripheren Nervensystems: Störungen im peripheren Nervensystem können beispielsweise durch eine Polyneuropathie ausgelöst werden. Auch hier kann es zu einem Tremor oder Muskelzittern kommen.
  • GuillainBarre-Syndrom: Beim Guillain-Barre-Syndrom oder auch nach einem Schädeltrauma kann sich ein orthostatischer Tremor zeigen, der beim Gehen und Sitzen verschwindet.

Darüber hinaus können bestimmte Medikamente einen Tremor als Nebenwirkung haben. Hierzu gehören vor allem Antidepressiva, mit denen Depressionen, Angststörungen und Panikattacken behandelt werden. Gleiches gilt auch für Neuroleptika, die bei Psychosen eingesetzt werden.

Der essentielle Tremor fällt in das Fachgebiet Neurologie. Für die Diagnosestellung wird der Neurologe folgende Untersuchungen durchführen:

  • Anamnesegespräch/Erfassung der Krankengeschichte
  • Untersuchung der Nervenfunktionen
  • Überprüfung der Reflexe und der Koordinationsfähigkeit
  • Elektromyographie (EMG) zur Bestimmung der Tremorfrequenz
  • Blutuntersuchung zur Überprüfung der Leber-, Nieren- und Schilddrüsenwerte
  • Urintest (Bestimmung des Kupfergehaltes)

In Einzelfällen kann es auch notwendig sein, eine Elektroenzephalographie (EEG), eine Schädel-Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie durchzuführen. Besteht der Verdacht auf Morbus Parkinson oder Alzheimer, ist zudem eine Untersuchung des Hirnwassers erforderlich.

Essentieller Tremor: Behandlung und Therapie

Eine gezielte Behandlung des essentiellen Tremors ist schwer, da die Ursachen immer noch nicht ausreichend erforscht sind. Ob überhaupt eine medikamentöse Therapie infrage kommt, hängt vor allem vom Patienten und seinem Leidensdruck ab.

Als erstes Mittel der Wahl wird in der Regel Propranolol verordnet, ein Betablocker, der normalerweise bei Bluthochdruck zum Einsatz kommt. Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität Kiel geben an, dass die Stärke des Zitterns unter Propranolol lediglich um etwa 50 Prozent abnimmt.

Nicht zu verachten sind auch die erheblichen Nebenwirkungen des Betablockers, wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Herzmuskelschwächen-Verstärkung, Übelkeit und Erbrechen, Missempfindungen, Schlafstörungen und Albträume bis hin zu Depressionen und Halluzinationen. Bei Männern besteht sogar die Gefahr einer erektilen Impotenz.

Das am zweithäufigsten eingesetzte Medikament ist das Antiepileptikum Primidon. Aber auch zu diesem Medikament geben die deutschen Forscher an, dass nur eine Tremorreduktion von etwa 50 Prozent zu erwarten ist. Eingesetzt wird Primidon gegen Epilepsie und auch hier sind starke Nebenwirkungen zu erwarten, wozu unter anderem die folgenden gehören:

  • Kopfschmerzen
  • Doppelsehen, Augenzittern, Blickstarre
  • Teilnahmelosigkeit und Müdigkeit
  • Wahrnehmungs- und Bewusstseinsstörungen
  • Verdauungsbeschwerden
  • Sprachstörungen, Merkfähigkeits- und Denkstörungen
  • kurzzeitiger Gedächtnisverlust
  • verlängerte Reaktionszeit

Zur Tremor-Behandlung wird auch das Medikament Topiramat angewendet, das ebenfalls ein Antiepileptikum, ist. Forscher des Baylor College of Medicine in Houston führten eine placebo-kontrollierte Studie an 208 Probanden durch, die an einem essentiellen Tremor bzw. einer unwillkürlichen, rhythmischen, zitternden Bewegung eines Körperteils litten.

Im Ergebnis heißt es, dass sich die Tremorsymptomatik nach einer 24-wöchigen Behandlung mit Topiramat lediglich um 29 Prozent verbesserte. Außerdem beendeten 32 Prozent der Probanden aufgrund unerwünschter Nebenwirkung die Teilnahme an der Studie.

Auch die Antikonvulsiva Pregabalin und Gabapentin, die gegen Epilepsie, Angststörung und neuropathische Schmerzen eingesetzt werden, zeigen keine ausreichende Wirkung bei der Behandlung des essentiellen Tremors. Bestätigt wird dies beispielsweise durch eine Studie der University of Catania in Italien aus dem Jahr 2016.

Darüber hinaus werden die zuvor genannten Medikamente auch häufig mit Benzodiazepinen wie Alprazolam oder Clonazepam kombiniert. Bisher reicht die aktuelle Studienlage jedoch nicht aus, um die Wirksamkeit und Sicherheit dieser nicht gerade nebenwirkungsarmen Arzneimittel beurteilen zu können. Hinzu kommt, dass Benzodiazepine nicht für eine Langzeitanwendung geeignet sind, da sie ein hohes Abhängigkeitspotenzial besitzen.

Tatsächlich können geringe Mengen Alkohol zu einer kurzfristigen Verbesserung der Symptomatik führen. In der Regel kommt es jedoch in den darauffolgenden Tagen zu einem verstärkten Zittern, also einer Verschlechterung der Tremorsymptomatik. Allein das zeigt, dass Alkohol keine dauerhafte Lösung darstellt. Zudem besteht auch bei kleinen Mengen Alkohol, die regelmäßig konsumiert werden, die erhöhte Gefahr einer Alkoholabhängigkeit.

Wie wirksam ist eine Hochfrequenzstimulation?

Wenn Betroffene sehr stark durch den essentiellen Tremor beeinträchtigt werden, kommt ggf. eine Hochfrequenzstimulation (Tiefe Hirnstimulation – THS) des Nucleus ventralis intermedius (VIM) des Thalamus infrage. Im Rahmen einer Operation werden in den Schädel zwei kleine Löcher gebohrt. Anschließend werden mithilfe dünner Drähte Elektroden im VIM platziert, die Stromimpulse übertragen. Hierdurch sollen rhythmischen Schwingungen gestört werden. Studien zufolge kann mit der THS eine Reduzierung des Zitterns von bis zu 80 erreicht werden. Jedoch sollten die möglichen Vorteile und Risiken gut abgewogen werden, bevor derart in das Gehirn eingegriffen wird.

Tremor: Alternative Behandlung

Neben der konventionellen Behandlung können Betroffene, die an einem essentiellen Tremor leiden, auch eine homöopathische Behandlung versuchen. In der Homöopathie werden in der Regel Giftpflanzen gegen Bewegungsstörungen bzw. Nervenstörungen eingesetzt.

Hierzu gehört beispielsweise Agaricus aus dem giftigen Fliegenpilz, das bei Muskelzittern im Rahmen der Multiple Sklerose eingesetzt wird. Zur Auswahl stehen außerdem Gelber Giftjasmin (Gelsemium) oder Wermut (Absinthium), das auf das zentrale Nervensystem wirkt. Solch eine Therapie sollte jedoch stets unter der Anleitung eines erfahrenen Heilpraktiker durchgeführt werden.

Darüber hinaus sind auch einige Pflanzen in der Pflanzenheilkunde bekannt, die auf das Nervensystem wirken können. Passionsblume, Melisse, Frauenschuh, Baldrian und Mistel können sich auf unwillkürliche rhythmische Bewegung positiv auswirken. Allerdings sind hiermit meist nur minimale Verbesserungen der Symptomatik spürbar.

Medizinisches Cannabis gegen den essentiellen Tremor

Bereits im Jahr 1986 konnte gezeigt werden, dass Cannabidiol (CBD), das nicht-psychoaktive Cannabinoid aus der Cannabispflanze, bei der Behandlung von Bewegungsstörungen nützlich sein kann. Im Rahmen der Studie wurde über einen Patienten mit einem essentiellen Tremor und einem Patienten mit Dystonie berichtet. Beide Patienten erhielt oral 200 Milligramm CBD und berichteten über eine signifikante Verbesserung der Symptomatik.

Forscher der Kerman University of Medical Sciences im Iran fanden im Rahmen ihrer Studie im Jahr 2016 heraus, dass das (körpereigene Endocannabinoid System) mit seinen Cannabinoidrezeptoren CB1 und CB2 Auswirkungen auf die motorischen Funktionen besitzt. Deshalb wird angenommen, dass die Cannabinoide aus der Cannabispflanze wie Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD), die an die Cannabinoid Rezeptoren andocken, eine positive Wirkung auf den essentiellen Tremor haben könnten.

Aktuell stehen gezielte Studien zum essentiellen Tremor und medizinischem Cannabis noch aus. Jedoch geht aus vielen Studien hervor, dass sich die Tremorsymptomatik, die im Rahmen einer Multiple Sklerose oder Morbus Parkinson auftritt, durch den Einsatz von medizinischem Cannabis verbessern ließ.

Bei der Übertragung von dämpfenden und anregenden Reizen spielt das GABA- und Glutamat-System eine wichtige Rolle. Über dieses System wirken auch verschiedene Psychopharmaka wie Benzodiazepine (z. B. Valium). So besetzen Valium-Moleküle die gleichen Rezeptoren wie der Transmitter Gamma-Aminobuttersäure (GABA), die sich in ihrer Wirksamkeit bestärken.

Bekannt ist, dass es bei Krankheiten wie Multiple Sklerose und Parkinson zu einem Überschuss an Glutamat und Acetylcholin kommt. Infolge dessen treten Dyskinesien wie der Tremor auf. Ein Überangebot von Glutamat ist auch bei Alkoholikern in der Entzugsphase zu beobachten, die ebenfalls ein Zittern aufweisen. Cannabinoide, die an den CB1- und CB2-Rezeptoren aktiv sind, können diesen Glutamat-Überschuss drosseln.

Im Jahr 2000 konnten Forscher der University College London an Tiermodellen mit Multipler Sklerose nachweisen, dass Cannabinoide, insbesondere THC, den Tremor verbessern konnten. Die Tel Aviv University berichtete im Jahr 2014 von ihrer Beobachtungsstudie an 22 Patienten mit Morbus Parkinson, die unter anderem an einem ausgeprägten Tremor litten. Durch den Konsum von Cannabis konnte eine deutliche Verbesserung bei den Symptomen Tremor, Bradykinesie und Steifheit festgestellt werden.

Die Kermanshah University of Medical Sciences im Iran untersuchte die klinische Evidenz für medizinische Heilpflanzen in Bezug auf die MS-Symptome wie Tremor, Spastiken, Harndrang, Inkontinenz und weitere Beschwerden. Hierzu wurden klinische Studien aus den Jahren 1966 bis 2017 herangezogen. Im Ergebnis heißt es, dass unter anderem Cannabinoide (einschließlich Delta-9-Tetrahydrocannabinol und Cannabidiol) die höchste klinische Evidenz aufwiesen und wirksam bei MS-Symptomen seien.

Essentieller Tremor: Weitere Studien mit medizinischem Cannabis sind unbedingt notwendig

Der essentielle Tremor ist im Grunde keine Krankheit im eigentlichen Sinn, sondern lediglich ein Symptom. Dennoch leiden viele Betroffene unter dem Zittern und suchen nach einer adäquaten Lösung. Betablocker, Antikonvulsiva und Benzodiazepine sind alles andere als nebenwirkungsarm und es ist fraglich, ob diese in Kauf genommen werden sollten, um dem Zittern ein Ende zu setzen – wobei auch hiermit keine 100-prozentige Verbesserung möglich ist.

Medizinisches Cannabis wäre hier eine sanftere und nebenwirkungsärmere Alternative, um den Betroffenen Erleichterung zu verschaffen. Und genau deshalb ist so wichtig, dass weitere Studien und Untersuchungen durchgeführt werden.

Quellen:

Department of Neurology, Christian-Albrechts-University Kiel, University-Hospital Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Schittenhelmstr. 10, 24105, Kiel, Germany, Schneider SA1, Deutschl G., 2014, „The treatment of tremor

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Department GF Ingrassia,Section of Neurosciences, University of Catania, Catania, Italy, 95123, Bruno E1 et al., 2016, “Pregabalin for essential tremor

Department GF Ingrassia,Section of Neurosciences, University of Catania, Catania, Italy, 95123, Bruno E1 et al., 2015, “Alprazolam for essential tremor

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Pharmaceutical Sciences Research Center, Kermanshah University of Medical Sciences, Kermanshah, Iran, Farzaei MH1 et al., 2017, “Efficacy and Tolerability of Phytomedicines in Multiple Sclerosis Patients: A Review

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