Was ist der Unterschied zwischen Cannabis, Marihuana, Gras & Co.?

Autor: Alexandra Latour

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Wer sich mit Cannabis und dem therapeutischen Nutzen beschäftigt, wird zwangsläufig auch auf gebräuchliche Begriffe wie Cannabis, Marihuana, Gras, Haschisch, Pott etc. stoßen. Doch was sind die Unterschiede?

Was ist der Unterschied zwischen Cannabis, Marihuana, Gras & Co.?

Als Nutzpflanze wurde Hanf vermutlich das erste Mal in China um 2800 v. Chr. genutzt. In einem Grab der Chou-Dynastie fand sich ein Textilfragment aus Hanf und zwischen den Jahren 140 und 87 v. Chr. gibt es Hinweise auf die Verwendung von Hanfpapier. In den darauffolgenden Jahrhunderten stellte Hanf einen wichtigen Rohstoff zur Herstellung von verschiedensten Produkten, wie zum Beispiel Kleidung, Verbandstoffe und Taue.

Heute ist Hanf aufgrund seiner einfachen Zucht sehr beliebt. Außerdem ist die Hanfpflanze pflegeleicht und schädlingsresistent. Geschäft wird der Hanf zudem für seine Umweltverträglichkeit und Haltbarkeit sowie der niedrigen Energiebilanz. Das macht den Hanf in der Wirtschaft vielseitig einsetzbar.

Unterschied zwischen Cannabis und Hanf

Die Pflanzen Cannabis und Hanf sorgen leicht für Verwirrung, obwohl sie derselben Pflanzengattung bzw. der Mutterpflanze Cannabis Sativa L. angehören. Der Unterschied liegt in der Genetik. Durch Kreuzungen wurden Cannabispflanzen mit einem hohen Anteil des psychoaktiven Cannabinoids THC geschaffen, die als Rauschmittel dienen. Mit Hanf wird allgemein die Pflanze beschrieben, die zur Herstellung und Produktion von praktischen und essbaren Produkten dient. Als Nahrungsergänzungsmittel weisen Hanfsamen einen hohen Protein-Anteil auf, unter anderem sind hier neun essentielle Aminosäuren enthalten, die der Körper nicht selbst herstellen kann.

Über Generationen hinweg wurden Cannabis und Hanf gezüchtet und gekreuzt. Um psychoaktive Cannabissorten zu züchten, werden zum größten Teil feminisierte Samen genutzt, damit sich die Pflanzen nicht gegenseitig bestäuben. Wenn die Cannabispflanze einmal gereift ist, produziert sie trichomreiche und unbefruchtete Blüten, die eine Vielzahl an Cannabinoiden bieten. Hingegen werden Hanfgewächse so gezüchtet, dass sie kaum psychoaktives THC enthalten, damit sie ihre Rolle in der Nahrungsproduktion und Herstellung erfüllen können.

Was ist Marihuana?

Marihuana wird umgangssprachlich „Gras“, „Weed“ oder „Dope“ genannt. Es handelt sich hierbei um harzhaltige, getrocknete und meist zerkleinerte Blütentrauben sowie kleine, blütennahe Blätter der weiblichen Cannabispflanze. Beim Rauschkonsum wird Marihuana zum Rauchen in einer selbst gedrehten Zigarette (Joint) oder aber in einer Bong verwendet.

Illegales Marihuana, das auf den Straßen verkauft wird, kann auf unterschiedliche Weise gestreckt sein, wie zum Beispiel mit wirkungsstoffarmen Pflanzenteilen („Hecke“). Ebenso können die getrockneten Cannabisblüten mit verschiedenen Substanzen wie Gewürzen, Kaliumdünger, Glas, Blei, Talkum, Haarspray, Sand oder Zucker gestreckt sein, wodurch hohe Gesundheitsrisiken entstehen.

Zum Strecken wird außerdem nicht selten das sogenannte „Brix“ verwendet. Es handelt sich hierbei um eine Mischung aus Hormonen, Zucker und flüssigem Kunststoff, in die die ungetrockneten Cannabisblüten getaucht werden. Anschließend legt sich der Kunststoff um das Pflanzenmaterial, das dann austrocknet. Verbrixtes Marihuana kann daran erkannt werden, dass es nur schwer verbrennt und Rückstände hinterlässt. Hier ist äußerste Vorsicht geboten, da dies sehr gesundheitsgefährdend ist.

Unterschied zwischen Haschisch und Marihuana

Während wie zuvor beschrieben Marihuana im Grunde getrocknete Cannabisblüten sind, ist Haschisch („Hasch“, „Pott“ oder auch „Shit“ genannt) das gewonnene Harz aus den Pflanzenteilen der weiblichen Hanfpflanze. Das extrahierte Harz wird zu Blöcken und Platten gepresst, die eine goldgelbe bis braune Farbe aufweisen. Einzelne Stücke dieses extrahierten Harzes werden häufig „Piece“ genannt.

Hauptsächlich werden für das Rauschmittel Haschisch die Blütenstände der weiblichen Hanfpflanze genutzt, da diese im Gegensatz zu den anderen Pflanzenteilen mehr Harzdrüsen mit dem Cannabinoid Tetrahydrocannabinol (THC) enthalten.

Straßen-Haschisch kann ebenso wie Marihuana gestreckt sein. Jedoch fallen die Streckmittel aufgrund der Pressung des Materials weniger auf.

Hanf als Arzneimittel

Wenn es um Hanf als Arzneimittel geht, wird in der Regel von Cannabis oder Medizinalhanf gesprochen. Zu den bekanntesten Inhaltsstoffen gehören die Terpenoide und Cannabinoide. Bei den Terpenoiden handelt es sich um chemisch modifizierte Terpene, die einen wichtigen Baustein für Vitamine, Hormone, Geruchsstoffe und ätherische Öle darstellen. Somit sind Terpene für die Geruchs- und Geschmacksaromen verantwortlich. Cannabis ist in der Lage, um die 120 unterschiedlichen Terpene zu produzieren. Abhängig ist die Produktion von verschiedenen Faktoren, wie zum Beispiel dem Alter der Cannabispflanze und dem Klima.

Terpene haben jedoch noch einen zusätzlichen Effekt, denn sie können die psychische Stimmung und Verfassung beeinflussen und können in Kombination mit den Cannabinoiden unterschiedlich wirken.

Die Cannabinoide stellen die wichtigste Stoffklasse dar. Hierzu gehören das bekannte Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) mit seiner psychoaktiven Wirkung sowie das Cannabidiol (CBD). Daneben finden sich etwa 80 weitere Cannabinoide, die mit den Rezeptoren im Körper interagieren können.

Zur medizinischen Anwendung kommen Cannabisblüten, Cannabisextrakte Rezepturarzneimittel mit Dronabinol (THC), Fertigarzneien und Vollspektrum-Extrakte. Am häufigsten wird Medizinalhanf bei folgenden Erkrankungen bzw. Beschwerden verordnet:

  • chronische Schmerzen
  • Spastiken unterschiedlicher Genese
  • Tourette-Syndrom
  • ADHS
  • Darmerkrankungen
  • Inappetenz (Appetitlosigkeit)/Kachexie (krankhafte Abmagerung)
  • Epilepsie
  • psychiatrische Erkrankungen wie Depressionen

Quellen:

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